Starbulls: Vorsicht vor der 57. Spielminute

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Bad Nauheim - Auch nach zwei Wochen Play-off-Viertelfinale haben die Starbulls Rosenheim nach wie vor die Chance auf ein Weiterkommen. Aber Vorsicht vor der 57. Spielminute! **Zum Live-Ticker**

Auch wenn das entscheidende siebte Spiel auswärts stattfindet und auch wenn drei der bisherigen Niederlagen gegen Bad Nauheim die höchsten Saisonniederlagen waren - noch braucht man das Halbfinalziel Herne nicht abzuschreiben. Denn letztlich sind Desaster wie das 1:7 zum Auftakt und das 2:6 letzten Dienstag im Play-off auch nicht folgenreicher wie das äußerst knappe 1:2 in der Verlängerung am Freitag. Und Gottwald & Co. haben mit dem Overtime-Sieg in der Woche davor bereits bewiesen, dass auch die Festung Bad Nauheim nicht unerstürmbar ist.

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Nach dem 2:6 zum Wochenauftakt musste man sicher befürchten, dass das Spiel am Sonntag das letzte der Saison sein würde, aber wie nach dem 1:7 haben sich Newhook & Co. wieder aufgerafft. Dass Nauheim in dieser Serie spielerisch überlegen ist, zeigt eine nüchterne Zahl. Zwar haben sie in den bisherigen sechs Begegungen mit 21 nur vier Treffer mehr erzielt als die Starbulls, an denen aber nach zum Teil mustergültigen Kombinationen mit 34 Assistpunkten fast 75 Prozent mehr Teamkameraden beteiligt waren als bei den Starbulls (20 Vorlagen), deren Tore überwiegend aus Einzelaktionen resultierten. Rosenheims Topscorer Ron Newhook läge mit seinen acht Scorerpunkten bei den Hessen nur auf Rang vier hinter Landon Gare (elf Punkte), Tobias Schwab (zehn) und Kyle Piwowarczyk (acht Punkte, aber mehr Tore). Aber, um es zu wiederholen: Sieg ist im Play-off Sieg, egal wie hoch und auf welche Art.

Bei gleicher Spieleranzahl ist Nauheims Überlegenheit nur knapp (14:12 Tore). Anders beim Powerplay: Sechs Treffern der Hessen stehen nur zwei der Starbulls gegenüber, wobei allerdings alle Nauheimer Überzahltore in "Dreierpacks" fielen und sie andererseits in vier Spielen im Powerplay leer ausgingen. Besonders auffallend in dieser Serie sind auch die anhaltenden Torflauten beider Teams. Bereits fünfmal in den sechs Spielen blieben die Starbulls länger als 30 Spielminuten ohne Treffer, und ehe Stephan Gottwald am Sonntag das 1:0 erzielte, hatten sie mit 61:11 torlosen Spielminuten die viertlängste Nullstrecke der Saison erlitten. Ironie des Schicksals: Im Spiel davor lag zwischen den beiden Nauheimer Treffern in der zweiten und der 65. Minute mit 63:18 Minuten dagegen die viertlängste gegentorlose Zeit der Saison für die Starbulls.

Splittet man die bisherigen Spiele in ihre Drittel, so dominierten die Starbulls meist am Anfang, um dann im Mittelabschnitt einzubrechen. Drei von sechs Anfangsdritteln gewannen sie, aber nur eins von sechs Mitteldritteln. Die Schlussdrittel verliefen fast ausgeglichen. Auffallend, wenn auch belanglos, war, dass die Starbulls in allen sechs Spielen von der achten bis zur 18. Minute stets unüberwindbar waren, dann aber zwischen der 19. und 22. Minute fünf Tore kassierten. Ehe am Sonntag Alan Reader und Marcus Marsall den Sieg endgültig sicherten, hatte das Steer-Team in den jeweils letzten sechs Spielminuten kein einziges Tor geschossen, aber noch vier hinnehmen müssen, davon allein drei in der "schwarzen" 57. Minute.

me/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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