Ungeliebte Pausen

OVB
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Eine der vielen Starbulls-Chancen, aber Klostersees Keeper Patrick Ashton war kaum zu überwinden.

Rosenheim (OVB) - So viel zur Frage "Süßes oder Saures?" Da bekamen die saft-, kraft- und zahnlosen Starbulls am Tag nach Halloween von den bissigen, giftigen Klostersee-Vampiren gleich sechsmal Saures eingeschenkt.

Das einzig Süße aus Rosenheimer Sicht war wohl Andi Paderhubers Nachwuchs, der früh genug zur Welt kam, um den Einsatz seines Vaters am Abend zu ermöglichen. Auf der Suche nach Erklärungen für eine solche Leistung wie die des Tabellendritten gegen den Letzten stößt man auf eine interessante, etwas skurril anmutende Tatsache: Pausen im Terminplan scheinen den Starbulls überhaupt nicht zu bekommen, egal ob mit Franz Steer oder einem seiner Vorgänger an der Bande. Neun Tage war diesmal das Intervall zwischen dem Spiel in Bad Nauheim und dem am Sonntag. Eine solche (oder längere) Pause gab es inzwischen siebenmal in der Rosenheimer Oberliga-Geschichte, und sechsmal davon nahmen die Starbulls den Faden mit einer Niederlage wieder auf. Lediglich im Februar 2008 hatte man eine solche Terminlücke gut genutzt und griff mit einem 7:3-Sieg wieder ein - gegen Klostersee. Lang, lang ist's her!

Dabei war das 3:6 nicht einmal die höchste Heimniederlage gegen den Nachbarn aus Ebersberg. Am 3. Oktober 2006 wurden die Starbulls schon einmal noch schlimmer vorgeführt, nämlich mit 2:6. Im Vorjahr dagegen gingen alle sechs Begegnungen an Rosenheim, wenn auch in eigener Halle jedesmal äußerst knapp (dreimal 2:1, ein Kuriosum). Allerdings sollte man auch berücksichtigen, dass Klostersee bereits am Freitag Peiting am Rand einer Niederlage hatte und gegen das Spitzenteam der letzten Saison einen Punkt holte.

Gründe gab es viele für das Desaster. Die Offensive ruhte: Bis zu Ron Newhooks "Geister-Tor" (auch dies "Halloween-kompatibel") war, den Rest des Spieles in Bad Nauheim mitgerechnet, 57:07 Minuten kein Puck mehr im gegnerischen Tor gelandet. Bis zum nächsten regulären Tor wären es sogar 75:14 Minuten gewesen. In dieser Zeit lag die Scheibe aber vier- (bzw. sechs-) mal im Rosenheimer Kasten, ohne dass die Starbulls hätten dagegenhalten können. Das war ihnen in der laufenden Saison noch nie passiert. Dabei machte man es dem kaltschnäuzigen Gegner sehr leicht, zum Erfolg zu kommen (besonders deutlich bei Jared Mudryks mühelosem Slalom zum 1:3). Man sollte aber nicht den Fehler machen, Torhüter Lukas Steinhauer die Niederlage anzukreiden, denn vier der sechs Gegentreffer waren mangels Unterstützung absolut unhaltbar. Aber man muss doch hoffen, dass Claus Dalpiaz heuer von Gesundheitsproblemen oder Durchhängern wie gegen Ende letzter Saison verschont bleibt, denn bei allem Talent Steinhauers - man kann nicht jedes Jahr einen Philipp Grubauer aus dem Hut zaubern!

Ein weiteres Manko zu diesem Zeitpunkt: Die Disziplin. Im Vorjahr waren die Starbulls über weite Strecken das fairste Team der Liga, diesmal aber haben sie nach sieben Spielen bereits sieben Zehn-Minuten- und eine Spieldauerstrafe auf dem Konto und auch durch kleine Strafen weitaus mehr Zeit in Unter- als in Überzahl verbracht! Dies nur auf die Schiedsrichter zu schieben (am Sonntag wieder einmal ein "Unparteiischer" zum Abgewöhnen!) wäre zu einfach. Andere Teams (siehe Herne) schaffen es inzwischen auch, sich anzupassen.

Picken wir zum Schluss noch zwei persönliche Schmankerl aus der trüben Halloween-Suppe! Micky Rohner, dem im Vorjahr hinter Bergmann und Fairbarn offensivstärksten Blueliner, gelang mit seinem Tor im siebten Spiel endlich der erste Scorerpunkt, und Robin Hanselko, in der Vorbereitung brandgefährlich, wurde mit seinen zwei Assists auch einmal statistisch für seinen in der Liga bisher glücklosen Einsatz belohnt.

Manfred Eder/Oberbayerisches Volksblatt

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