Holpriger Playdown-Start gegen Heilbronn

Valkonen erlöst Starbulls nach McNeely-Hattrick

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Tyler McNeely traf in Spiel eins gegen Heilbronn gleich dreifach für die Starbulls.

Rosenheim - Die Starbulls Rosenheim sind erfolgreich in die Playdown-Serie gegen die Heilbronner Falken gestartet. Am Dienstagabend setzten sie sich in Spiel eins mühevoll mit 4:3 (2:2, 1:1, 0:0, 1:0) durch. Entscheidend waren ein Hattrick von Tyler McNeely und der "Game Winner" von Joonas Valkonen in der Overtime.

Es war schon fast 22.30 Uhr und es lief bereits die 16. Minute der Verlängerung, als der Finne in halblinker Position angesaust kam und mit einem maßgenauen Schuss ins rechte obere Eck Falken-Keeper Andrew Hare, der zuvor überragend gehalten hatte, keine Abwehrchance ließ. Dies war das erfolgreiche Ende eines insgesamt eher holprigen Auftaktes in die Best-of-Seven-Serie, in der die Rosenheimer Eishockeyspieler vor 2.142 Besuchern im Emilo-Stadion zweimal einen Rückstand aufholen und bereits vor Spielbeginn den ersten "Nackenschlag" einstecken mussten, denn Torwart Lukas Steinhauer verletzte sich beim Aufwärmen und musste passen. Für ihn rückte Timo Herden zwischen die Pfosten, als "Back Up" saß kurzfristig DNL-Youngster Luca Endres auf der Bank.


Starkes erstes Starbulls-Drittel

Die Starbulls erwischten aber anschließend einen Traumstart. Hare hatte gleich mit einem Schuss von Maxi Vollmayer Mühe, und nach nur 36 Sekunden Spielzeit lenkte McNeely einen tollen Pass von Tyler Scofield aus kurzer Distanz ins Netz. Die Gastgeber waren in der Folge im ersten Drittel drückend überlegen. Doch sowohl McNeely als auch Scofield und Joseph Lewis verpassten ein zweites Tor für Grün-Weiß. Anschließend stellte Heilbronn das Match mit dem Doppelschlag durch Jordan Heywood (11.) und Jonathan Harty (14.), jeweils nach eklatanten Zuordnungsproblemen in der Starbulls-Abwehr, aber mehr oder minder auf den Kopf. Zwischen den beiden Gegentoren hatte Vollmayer sogar noch das Lattenkreuz getroffen.

Starbulls Rosenheim vs. Heilbronner Falken (Spiel 1)

 © Starbulls Rosenheim/Ludwig Schirmer
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Anschließend hatten McNeely und Greg Classen weitere dicke Gelegenheiten für die Rosenheimer gegen Heilbronner, die ab der 16. Minute auf Torschütze Heywood verzichten mussten. Dieser war gegen Scofield mit erhobenem Stock in den Zweikampf gerauscht und war folgerichtig vom nicht immer sicheren Schiedsrichter Benjamin Hoppe mit einer Spieldauerstrafe in die Kabine geschickt worden. Das Powerplay nützten die Starbulls 38 Sekunden vor der Sirene, als McNeely eiskalt zum 2:2 einnetzte. Betrachtet man den Spielverlauf, war das Ergebnis aus Starbulls-Sicht jedoch nicht zufriedenstellend. Das Schussverhältnis von 22:7 sprach Bände, eine Zwei- oder gar Drei-Tore-Führung wäre zu diesem Zeitpunkt verdient gewesen!

Im zweiten Abschnitt rettete Hare zu Beginn klasse gegen Scofield, ehe das Niveau anschließend doch deutlich nachließ. Gegen Drittelende wurden die Bemühungen der Gäste dann zielstrebiger und sie belohnten sich mit dem erneuten Führungstreffer durch Harty in der 39. Minute. Doch auch darauf hatte McNeely eine Antwort: Nur 42 Sekunden später markierte der bärenstarke Kanadier seinen dritten Treffer des Abends und glich die Partie erneut aus - 3:3.

Video: Die Highlights der Partie

Erlösung durch Valkonen

Im Schlussdrittel gingen es beide Teams deutlich vorsichtiger an. Es war zu merken, dass niemand den womöglich entscheidenden Fehler machen wollte. Hinzu kam auch, dass auch die Kräfte nachließen. Dennoch reagierte Hare gegen Vollmayer und Burt stark, auf der Gegenseite prüften Thomas Gödtel und Justin Kirsch den ebenfalls fehlerfreien Herden mit Schlagschüssen. Tore in der regulären Spielzeit fielen jedoch keine mehr, so dass es in die Verlängerung ging, wo die Starbulls wieder mehr die Initiative ergriffen. Ein Powerplay blieb zunächst ungenützt, ehe die ominöse 76. Minute kam: Erst hätte Rylan Schwartz frei vor Herden fast den Spielverlauf der Overtime auf den Kopf gestellt, ehe die Scheibe im Gegenzug zu Valkonen gelangte und dessen Premierentor für Grün-Weiß seine Farben erlöste.

"Ich war zeitweise mit vielen Dingen im Auftreten meiner Mannschaft zufrieden. Gegen Ende der regulären Spielzeit hätten wir das Spiel zu unseren Gunsten entscheiden können. Leider haben wir in der Verlängerung dann aufgehört, körperbetont zu spielen. Da hat dann die Aggressivität gefehlt", meine Gästecoach Gerhard Unterluggauer. Sein Gegenüber Franz Steer ergänzte: "Wir haben richtig stark begonnen und nach dem 1:0 viele Chancen gehabt. Dann hat Heilbronn zweimal unsere Stellungsfehler eiskalt ausgenutzt. Man hat aber gesehen, wie stark Heilbronn personell besetzt ist. Im letzten Drittel hatten wir dann große Probleme und müssen uns bei Timo Herden bedanken, dass er das vierte Heilbronner Tor verhindert hat. In der Pause vor der Verlängerung habe ich dann nicht viel zu meiner Mannschaft sagen müssen." Spiel zwei der Serie findet am Freitag, 20 Uhr, in der Heilbronner Kolbenschmidt-Arena statt.

Video: Die Stimmen der Trainer

Das Spiel in der Statistik:

Starbulls Rosenheim - Heilbronner Falken 4:3 (2:2, 1:1, 0:0, 1:0) n.V.

Tore: 1:0 (1.) Tyler McNeely (Tyler Scofield, Maximilian Vollmayer), 1:1 (11.) Jordan Heywood (Markus Eberhardt, Richard Gelke), 1:2 (14.) Jonathan Harty (Kyle Helms, Tyler Gron), 2:2 (20.) Tyler McNeely (Joseph Lewis, Cameron Burt - Überzahl-Tor), 2:3 (39.) Jonathan Harty (Nik Pem, Tyler Gron), 3:3 (40.) Tyler McNeely (Joseph Lewis, Cameron Burt), 4:3 (76.) Joonas Valkonen (ohne Assist - GWG).
Schiedsrichter: Benjamin Hoppe (Bad Nauheim).
Strafen: Rosenheim 6 - Heilbronn 9 plus jeweils 10 Minuten gegen Marius Stöber und Patrick Kurz plus Spieldauerstrafe für Jordan Heywood.
Zuschauer: 2.142.

Quelle: rosenheim24.de

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