Kapitän Lindlbauer bewusstlos und 0:3-Rückstand

Frühe Schockmomente verdaut, gesiegt - und Finnen verpflichtet!

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Schock zu Beginn: Nach einem Check von Peter Lindlbauer gegen Mathieu Tousignant blieben beide Akteure benommen auf dem Eis liegen - Lindlbauer war sogar bewusstlos und blutete aus dem Mund!
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Rosenheim - Es gibt Eishockeyspiele, über die man viele Geschichten erzählen kann. Über das Spiel der Starbulls am Freitagabend gegen Ravensburg kann man sogar von sehr vielen berichten:

Im Sport spricht man oft von "Initialzündungen" und "Schlüsselmomenten". Eine solche bzw. einen solchen könnte(n) die Starbulls im Hinblick auf die nächsten Wochen am Abend im Heimspiel gegen Ravensburg erwischt haben - nach einem Riesenschock zu Beginn und anschließend einem 0:3-Rückstand zauberten die Rosenheimer Eishockeyspieler nämlich eine wahnsinnige Energieleistung auf das Eis des Emilo-Stadions und drehten die Partie gegen die Towerstars noch zu einem 4:3 (0:2, 3:1, 0:0, 1:0)-Sieg nach Verlängerung. Es war damit der dritte Erfolg der Grün-Weißen in Serie - eine längere Erfolgsserie hatte Rosenheim in dieser Saison noch nie! Und es bleibt die Frage: War dies der Auftakt zum großen Starbulls-Schlussspurt in der DEL2-Hauptrunde?

Brutaler Schock zu Beginn

Am Rande der Bande:

Wie am Freitag bereits angedeutet, haben die Starbulls einen finnischen Verteidiger unter Vertrag genommen. Der Mann heißt Joonas Valkonen, ist 23 Jahre alt und hat bereits 112 Erstliga-Spiele in Finnland absolviert.

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Rosenheim ging erneut ohne Simon Fischhaber, Micky Rohner und Michi Baindl personell angeschlagen in die Partie - genauso wie die Towerstars, die während der Woche die Carciola-Brüder vor die Tür gesetzt hatten. Doch das Match war keine eineinhalb Minuten alt, da ruhte es schon wieder - und zwar für fast eine Viertelstunde! Was war passiert? Starbulls-Kapitän Peter Lindlbauer checkte Ravensburgs Top-Scorer Mathieu Tousignant so heftig, so dass beide benommen zu Boden gingen. Während Tousignant nach mehrminütiger Behandlung wenigstens auf eigenen Beinen in die Kabine fahren konnte, erwischte es Lindlbauer deutlich schlimmer: Er lag zum Teil bewusstlos mit blutendem Mund regungslos auf dem Eis! Erst nach bangen Minuten konnte er mit der Trage ins Krankenhaus gebracht werden! Eine Gehirnerschütterung dürfte der "Capitano" dabei auf alle Fälle erlitten haben. Dass Schiri Dominic Erdle in dieser Situation gegen Lindlbauer auch noch eine Spieldauerstrafe wegen Checks gegen den Kopf und Nacken verhängte, wurde in diesem Fall zur Randnotiz!

Zwei Tore vom starken Burt

Und die Starbulls hatten an diesem Schock zu kauen - und wurden doppelt kalt erwischt. Im folgenden fünfminütigen Überzahlspiel schlug Ravensburg durch den Ex-Rosenheimer Norman Hauner (2.) und den Ex-Landshuter Max Brandl (3.) gleich zweimal zu. Rosenheim startete anschließend zwar zaghafte Angriffsversuche und hatte gegen Ende des ersten Drittels Chancen durch Tyler Scofield und Tyler McNeely, doch als Ivan Rachunek in Minute 25 das 0:3 markierte, schienen die Felle für die Grün-Weißen bereits davon zu schwimmen.

Daher war es enorm wichtig, dass Cameron Burt nur 22 Sekunden nach dem dritten Gegentor der Anschlusstreffer zum 1:3 gelang. Jetzt waren die Starbulls wach und Stephan Kronthaler stellte nach einer weiteren dicken Scofield-Chance in Minute 29 auf 2:3. Im Powerplay markierte der starke Burt - eine weitere Geschichte dieser Partie - mit einem satten Schlagschuss unter dem Jubel der begeisterten 2.010 Fans seinen zweiten Treffer des Abends und den 3:3-Ausgleich! Das berühmte "Momentum" war nun eindeutig auf Rosenheimer Seite, aber wie so oft machten die Starbulls in der Folge zu wenig aus ihren Chancen!

Video: Die Highlights der Partie

"Wenzel hat mich angeschaut wie ein Auto!"

So dauerte es bis zur Verlängerung, ehe ein Youngster die Hausherren erlöste. Yannick Wenzel setzte dort zu einem beherzten Solo an - und wurde mit dem 4:3-Siegtreffer belohnt (63.)! Das passte genau zur Energieleistung der Starbulls an diesem Abend - und der Jungspund hatte von Trainer Franz Steer kurz vor dem Tor noch eine besondere Anweisung bekommen: "Ich hab Yannick Wenzel gesagt, geh auf das Eis und such einfach den Weg zum Tor! Du bist schnell und kannst das. Er hat mich angeschaut wie ein Auto – und dann das Tor gemacht!"

Video: Die Stimmen der Trainer

Das Spiel in der Statistik:

Starbulls Rosenheim - Ravensburg Towerstars 4:3 n.V. (0:2, 3:1, 0:0, 1:0)

Tore: 0:1 (2.) Norman Hauner (Ivan Rachunek, Adam Lapansky - Überzahl-Tor), 0:2 (3.) Max Brandl (Jesse Mychan, Lukas Slavetinsky - Überzahl-Tor), 0:3 (25.) Ivan Rachunek (Vincenz Mayer, Daniel Schwamberger), 1:3 (25.) Cameron Burt (Manuel Edfelder, Christoph Gottwald), 2:3 (29.) Stephan Kronthaler (Yannick Wenzel, Leopold Tausch), 3:3 (33.) Cameron Burt (Max Vollmayer, Tyler Scofield - Überzahl-Tor), 4:3 (63.) Yannick Wenzel (Dominik Daxlberger, Greg Classen - GWG).
Schiedsrichter: Dominic Erdle (Landsberg).
Strafen: Rosenheim 7 plus Spieldauerstrafe für Peter Lindlbauer - Ravensburg 10.
Zuschauer: 2.010.

mw

Quelle: rosenheim24.de

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