Heimniederlage der Starbulls

Erneute Rosenheimer Nulldiät gegen Riessersee

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Rosenheim - Die Starbulls Rosenheim haben das Heimspiel gegen den SC Riessersee am 26. Spieltag der DEL 2 mit 0:2 verloren und blieben damit auch im zweiten oberbayerischen Derby auf eigenem Eis gegen das Team aus Garmisch-Partenkirchen ohne eigenen Treffer. 2.911 Zuschauer sahen im emilo-Stadion ein intensives und lange Zeit offenes Spiel, in dem die Grün-Weißen 18 Sekunden vor der zweiten Pausensirene in Rückstand gerieten, als sie zwei Spieler weniger auf dem Eis hatten. Zuvor, wie auch in der Schlussphase, bissen sich die Rosenheimer Stürmer am stark haltenden Gästekeeper bei einigen hochkarätigen Torchancen die Zähne aus.

Bei den Starbulls fehlte neben Verteidiger Cameron Burt und Stürmer Simon Fischhaber auch der erkrante Youngster Yannick Wenzel, der in den letzten Spielen einen starken Eindruck hinterlassen hatte. Dafür war neben den zuletzt fehlenden Stürmern Michael Baindl und Joseph Lewis auch Christian Neuert wieder mit an Bord. Und Rosenheims Trainer Franz Steer nutzte diese Gunst auch, indem er von Beginn an eine vierte Sturmreihe mit Neuert, Simon Heidenreich und dem etatmäßigen Verteidiger Gustav Veisert auf das Eis schickte. Bei den Gästen aus Riessersee feierte Florian Vollmer sein Comeback, und John Rogl absolvierte sein erstes Saisonspiel überhaupt.


Gästecoach Tim Regan sollte mit seiner Prognose einer von Beginn an Tempo und Druck machenden Rosenheimer Mannschaft Recht behalten, hatte sein Team aber offenbar sehr gut darauf eingestellt. Außer einer frühen Chance durch einen Schlagschuss von Peter Lindlbauer aus der Halbdistanz, der knapp am Pfosten vorbeischrammte (2.), und einem von Manuel Edfelder direkt genommenen Rückpass, bei dem Gästekeeper Matthias Nemec gut aufpasste (5.), ließ seine Defensive kaum etwas zu. Auf der anderen Seite verfehlte Andreas Driendl das Rosenheimer Tor knapp (2.), ehe Roope Ranta nach einem Solo an Torwart Timo Herden scheiterte (10.). Auch in der 18. Spielminute blieb Herden Sieger gegen Ranta. Weil beide Mannschaften auch je eine Überzahlsituation ungenutzt ließen, ging es mit einem gerechten, torlosen Unentschieden in die erste Pause.

Ähnlich intensiv, nicht mehr ganz so temporeich, dafür aber mit deutlich mehr Torchancen präsentierte sich der zweite Spielabschnitt. Beide Torhüter konnten sich über Arbeit nicht beschweren, agierten aber absolut souverän. Während Rosenheims Herden die größte Tat vollbringen musste, indem er bei einem schnellen Gegenstoß der Gäste nach einem Fehlpass von Greg Classen an der blauen Linie gegen den frei vor ihm abschließenden Florian Vollmer mit Bravour rettet (25.), stand sein Gegenüber Nemec mit zunehmender Spieldauer immer öfters im Fokus. Erst eine Strafzeit gegen Lindlbauer knapp zwei Minuten vor der zweiten Pausensirene unterbrach den Rosenheimer Offensivdrang. Und als dann auch noch Michael Baindl wegen eines Stockchecks auf die Strafbank musste, schlugen die Gäste mit zwei Mann mehr auf dem Eis zu. Mattias Beck zog ab und Roope Ranta versenkte den Abpraller eiskalt im offenen kurzen Eck zum 0:1 (40.).


Genauso unglücklich, wie der zweite Spielabschnitt aus Sicht der Starbulls endete, begann das letzte Spieldrittel. Zwar hielten sich die Grün-Weißen in der noch andauernden Unterzahlsituation schadlos, doch es dauerte nicht lange, bis das Hartgummi erneut im Rosenheimer Tor lag. Ranta und Noureddine Bettahar sorgten für Konfusion am Rosenheimer Torraum, ehe die Scheibe genau vor den Schläger von Jared Gomes fiel, der seelenruhig aus kurzer Distanz einschieben konnte (44.). Die Starbulls versuchten alles, bissen sich aber an der abgeklärten und defensiv sehr konsequenten Spielweise der Gäste die Zähne aus. Erst in Unterzahl kamen die Gastgeber zur großen Chance auf den Anschlusstreffer, als Manuel Edfelder bei einem Break freistehend vor dem Gästekeeper die Scheibe ebenso wenig im Tor unterbringen konnte wie Stephan Kronthaler im Nachschuss (52.) Zwei Minuten später war es Lewis, der völlig frei auf Nemec zufahrend das kleine schwarze Spielobjekt nicht Torwart vorbeibrachte. Und schließlich schob Daxlberger, noch leicht aber entscheidend gestört, die Scheibe knapp am linken Pfosten des auf dieser Seite sperrangelweit offenen Tores vorbei (55.).

Die Maßnahme von Franz Steer, bereits in der 58. Minute seinen Torwart durch einen sechsten Feldspieler zu ersetzen, brachte zwar viel Scheibenbesitz in des Gegners Zone, aber erst in der letzten Spielminute noch einmal zwei hochkarätige Torchancen für Tyler Scofield und McNeely. Doch Matthias Nemec parierte jeweils herausragend und blieb wie schon am ersten Spieltag Mitte September in Rosenheim ohne Gegentor.

Gästecoach Tim Regan hob seinen Torwart dann auch in der Spielanalyse heraus, zollte aber seiner gesamten Mannschaft ein Riesenlob: „Das war eine echt starke Teamleistung. Wir waren anfangs überrascht, dass Rosenheim mit vier Sturmreihen kam, und mussten so agieren, dass die Kraft für 60 Minuten reicht. Aber wir haben dem Rosenheimer Druck standgehalten und das Spiel schließlich auf unsere Seite gebracht. Das Führungstor in Überzahl hat uns Sicherheit gegeben. John Rogl hat in seinem ersten Spiel schon sehr souverän gespielt und gezeigt, wie wichtig er für uns ist.

Starbulls-Trainer Franz Steer war vor allem mit dem Überzahlspiel seiner Mannschaft nicht zufrieden: „Wir sind da einfach nicht in Position gekommen, aber Riessersee hat auch gut gestört. Wir haben zwar mit vier Sturmreihen agiert, aber das bedeutet natürlich nicht gleich eine große Qualität, da viele Spieler zuvor lange Verletzungspausen hatten. Außerdem ist Tyler McNeely stark angeschlagen aufgelaufen. Mit zwei Mann weniger auf dem Eis kann man immer ein Gegentor bekommen, aber so wie heute beide Tore entstanden sind, war das schon sehr unglücklich.

Pressemeldung: Starbulls Rosenheim e.V. (M.H.)

Quelle: rosenheim24.de

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