Video: Feldspieler Baindl beim 2:8 als "Not-Torwart"

#goalieforoneday: "Ich wollte dem Team helfen!"

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Rosenheim/Peiting - Das Beste vorneweg: Die Starbulls sind in der Oberliga Süd nach wie vor gut dabei und liegen auf dem zweiten Tabellenplatz. Aber langsam gehen Trainer Manuel Kofler die Spieler aus. An das Match in Peiting wird man sich dabei wohl noch lange erinnern.

Allerdings wird das Top-Spiel des 17. Spieltages (Vierter gegen Zweiter) wohl weniger wegen des Ergebnisses im grün-weißen Gedächtnis verbleiben, sondern vielmehr aufgrund der Tatsache, dass die Starbulls ab der 23. Minute plötzlich ohne etatmäßigen Torhüter dastanden.

Steinhauer krank, Endres verletzt

Was war passiert? Stammkeeper Lukas Steinhauer musste wegen einer Grippe kurzfristig passen, so dass zunächst der junge Luka Endres zwischen den Starbulls-Pfosten stand. Peiting schoss dabei im ersten Drittel gegen die mit dem allerletzten Aufgebot angetretenen Starbulls, die gerade noch 16 Akteure auf den Spielbericht schreiben konnten, durch Milan Kostourek (5.) und Dominic Krabbat (7./18.) eine klare 3:0-Führung heraus.

Direkt nach der ersten Pause kam es noch "dicker": Peiting erhöhte in der 23. Minute durch Andreas Feuerecker auf 4:0 - mit weitreichenden Folgen für die Starbulls. Denn Endres verletzte sich in dieser Situation und musste nach kurzer Behandlung vom Eis geführt werden. Was nun? Die Partie wurde für einige Minuten unterbrochen und nach kurzer Beratung war es so weit: Stürmer Michi Baindl flitzte in die Kabine und streifte die Torwartausrüstung über. Der machte seine Sache sehr ordentlich und nach dem 1:4-Anschlusstreffer durch Thomas Reichel (25.) kehrte sogar kurz die Hoffnung im grün-weißen Lager zurück.

Doch letztlich gab es im Oberland für die Rosenheimer nichts mehr zu holen: Peiting baute die Führung durch Tore von Manuel Bartsch (33.), Simon Maier (45.), Florian Stauder (53.) und Thomas Heger (60.) sukzessive weiter zum 8:2-Endstand aus, nachdem Yannick Wenzel in der 56. Minute noch den zweiten Starbulls-Treffer erzielt hatte.

"Wollte der Mannschaft helfen"

"Ich habe mich reingestellt, weil ich der Mannschaft helfen wollte", schilderte Baindl hinterher gegenüber der Fachzeitschrift Eishockeynews seinen Einsatz. "Die Jungs haben das vor mir auch ganz gut gemacht danach, haben Schüsse geblockt. Von dem her war das ganz okay. Das Spiel haben wir in den ersten 23 Minuten verloren, als wir schon 4:0 hinten waren. Das darf uns nicht passieren", so Baindl weiter.

Zwei ähnliche "Fälle" unter Rosenheimer Beteiligung gab es übrigens bereits in der Vergangenheit: Im letzten Saisonspiel der DEL-Saison 98/99 stand ein gewisser Sylvain Couturier im Tor der Berlin Capitals. Der machte seine Sache gar nicht schlecht, als sein Team 4:5 an der Mangfall verlor. 

Und viele werden sich bestimmt noch an das "berühmte" Skandalspiel zwischen den Starbulls und Riessersee im Februar 2014 erinnern. Das Match dauerte damals keine drei Minuten, nachdem sich Garmischs Aushilfstorwart Beppi Eberhardt beim 1:0-Führungstreffer der Starbulls "verletzt" hatte. Die Gäste gingen daraufhin vom Eis, Garmischer Fans randalierten und zündeten Pyrotechnik mitten im Stadion. Danach gab es gegenseitige Schuldzuweisungen.

Nachtrag, 8.40 Uhr:

In den sozialen Netzwerken nahm Baindl seinen Einsatz übrigens mit einer Prise Humor. Er habe "alles gegeben" und sei von der Mannschaft "top unterstützt" worden. Dazu markierte er auf Instagram seine Goalie-"Kollegen" Lukas Steinhauer und Luca Endres. 

Ob Baindls "Vergleich" mit den NHL-Keepern Carey Price (Montreal Canadiens) und dem Rosenheimer Philipp Grubauer (Washington Capitals) ganz ernst gemeint war - beide versah er ebenfalls mit Hashtags - sei an dieser Stelle mal dahingestellt... Größten Respekt hat sich der Stürmer für seinen Mut und Einsatz aber auf alle Fälle verdient!

mw

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © Screenshot Facebook

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