Big Points bei 1:4-Pleite in Kaufbeuren vergeben

Steer: "Ein paar waren nicht bereit, alles zu geben!"

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Kaufbeuren - Schlecht gespielt, verdient verloren und einen Riesenschritt in Richtung direkte Playoff-Qualifikation verpasst. Das alles traf auf den Starbulls-Auftritt am Freitagabend im Allgäu zu.

Vor 1.497 Besuchern in der bitterkalten Sparkassen-Arena unterlagen die Rosenheimer Eishockeyspieler völlig zurecht mit 1:4 (1:1, 0:1, 0:2) beim ESV Kaufbeuren und haben damit am drittletzten DEL2-Spieltag einen bitteren Rückschlag im Kampf um Platz sechs hinnehmen müssen. Hauptkonkurrent Bad Nauheim hatte mit einer Heimpleite gegen Bremerhaven eine Steilvorlage geliefert, die die Starbulls jedoch nicht nützen konnten, sondern stattdessen auch Dresden in der Tabelle wieder passieren lassen mussten.

Dem Spiel der Innstädter fehlten diesmal Druck und Tempo - Attribute, die die Mannschaft in den letzten Wochen stark gemacht hatten. Zudem kritisierte Trainer Franz Steer hinterher einige Spieler - ohne Namen zu nennen - sehr deutlich: "Wir haben es die ganze Saison nicht geschafft, Schlüsselspiele zu gewinnen. Heute hatten wir zudem ein paar Spieler dabei, die nicht bereit waren, alles zu geben."

Den Start verschlafen

Rosenheim verschlief bereits den Start ein wenig und geriet folgerichtig bereits in der 4. Minute in Rückstand, als Andrej Strahkov an der Mittellinie die Scheibe verlor, Simon Schütz ins Drittel stürmte und Lukas Steinhauer mit einem Schlagschuss aus halbrechter Position keine Abwehrchance ließ (4.). Rosenheim antwortete mit einer Doppelchance von Wade MacLeod und CJ Stretch (7.). Die beiden Top-Scorer waren dann auch für den Rosenheimer Ausgleich in der 11. Minute verantwortlich.

Video: Die Highlights der Partie

Der Amerikaner Stretch setzte Kaufbeuren hinter deren Tor mit einem guten Forecheck unter Druck, eroberte die Scheibe und passte in den Slot zu MacLeod, der dort sträflich frei war. Der Rest war Formsache - 1:1. Rosenheim war anschließend deutlich besser im Spiel und hatte in der 16. Minute sogar die große Chance zur Führung. David Vallorani hatte in Unterzahl einen Break gefahren und einen Penalty herausgeholt. Der Strafschuss des Kanadiers fiel dann aber schwach aus und war kein Problem für den jungen ESV-Goalie Marc-Michael Henne.

Führungstreffer war möglich

Der Mittelabschnitt war auch nicht von unbedingt hoher Qualität geprägt. Stretch hatte in der 27. Minute dennoch nach einem tollen Alleingang das 2:1 für die Innstädter auf dem Schläger. Es kam aber anders: Im Powerplay konnte Lee Baldwin an der blauen Linie in aller Ruhe Maß nehmen und Daniel Oppolzer fälschte den Schuss noch unhaltbar für Steinhauer ab (30.). Auf der Gegenseite hatte Stefan Loibl Pech, als er die Scheibe ans rechte Lattenkreuz nagelte (33.). Die Schlussphase war dann sehr zerfahren. Es gab einige Strafen gegen Rosenheim, das nun Mühe hatte, das Resultat in die Kabine zu retten.

In den letzten 20 Minuten versuchten die Grün-Weißen den Druck zu erhöhen, aber bis auf eine dicke Doppelchance durch MacLeod und Stretch wollte nichts Zählbares herausspringen. Kaufbeuren spielte das Ganze in der Folge ziemlich clever runter und sorgte in der 55. Minute nach einem Konter für die Vorentscheidung. Bei einer Zwei-auf-Eins-Situation wählte Florian Thomas zunächst den direkten Abschluss. Der Abpraller von Steinhauer landete aber direkt auf der Kelle von Schmidpeter, der die Scheibe ins total offene Gehäuse schob.

"Wir haben unsere Chancen nicht genützt"

Rund zweieinhalb Minuten vor Schluss riskierten die Gäste alles, nahmen eine Auszeit und Steinhauer vom Eis. Doch nur 16 Sekunden später gab es dafür die Quittung, als der Ex-Bietigheimer Chris St. Jacques zum 4:1-Endstand in den verwaisten Kasten traf.

Steer: "Ich bin enttäuscht, dass wir heute - auch im Hinblick auf das Ergebnis von Bad Nauheim - das Spiel nicht gezogen haben. Das hätte ein großer Schritt Richtung Platz sechs sein können. Wir haben aber unsere Chancen nicht genützt. In Überzahl haben wir außerdem nicht das gespielt, was besprochen war. Alle wollten irgendwas zaubern. Wir haben verdient verloren." Kollege Toni Krinner zeigte sich dagegen erfreut: "Mit dem Ergebnis und der Art und Weise bin ich sehr zufrieden. Wir haben von der ersten bis zur letzten Minute alles getan, was nötig war, um das Spiel zu gewinnen! Meine Spieler haben in Unterzahl hervorragend verteidigt und insgesamt nur wenige Chancen für Rosenheim zugelassen!"

Das Spiel in der Statistik:

ESV Kaufbeuren - Starbulls Rosenheim 4:1 (1:1, 1:0, 2:0)

Tore: 1:0 (4.) Simon Schütz (ohne Assist), 1:1 (11.) Wade MacLeod (CJ Stretch, Dominik Daxlberger), 2:1 (30.) Daniel Oppolzer (Lee Baldwin, Chris St. Jacques - Überzahl-Tor), 3:1 (55.) Marc Schmidpeter (Florian Thomas, Gregor Stein), 4:1 (58.) Chris St. Jacques (Daniel Oppolzer, Stephan Kronthaler).

Schiedsrichter: Michael Klein (Stuttgart) und Sirko Hunnius (Berlin).

Strafen: Kaufbeuren 6 - Rosenheim 12.

Zuschauer: 1.497.

Quelle: rosenheim24.de

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