Bald wieder oberbayerische Derbys gegen Rosenheim und Waldkraiburg?

Finanzielle Not zu groß: SC Riessersee zieht sich aus DEL2 zurück

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Garmisch-Partenkirchen - Paukenschlag beim SC Riessersee am Mittwochabend: Weil das finanzielle Loch zu groß ist, bewirbt er sich nicht mehr um eine Zweitliga-Lizenz.

Seit Mittwochabend steht offiziell fest, der SC Riessersee zieht sich aus der DEL2 zurück. Grund: Das finanzielle Loch ist offenbar zu groß. Udo Weisenburger, Mentor und Geschäftsführer des Garmischer Eishockey-Vereins, zieht die Notbremse. Der Schuldenberg, über Jahre angehäuft, beläuft sich laut SCR-Boss auf aktuell 600.000 Euro. „Das habe ich nicht gewusst“, betont Weisenburger. Bis Dienstagabend war er von vielleicht 250.000 Euro ausgegangen. Das berichtet unser Partnerportal merkur.de. Fast 1,5 Millionen Euro steckte der Kulissen-Bauer bislang aus seinem Privatvermögen in die GmbH. „So geht’s nicht weiter.“

Emotionaler Brief von Geschäftsführer Weisenburger

Nächtelang habe sich der Geschäftsführer die Nächte um die Ohren geschlagen, ob er die Lizenzunterlagen bei der Zweiten Liga einreichen soll. Doch aus reinem Selbstschutz habe er nun darauf verzichtet: „Lieber mache ich es jetzt, als danach in der Saison hopszugehen“, sagt Weisenburger. Profi-Eishockey in Garmisch habe ihm in den vergangenen drei Jahren so viel Geld gekostet, dass er es nicht mehr verantworten könne, noch mehr zu verlieren. In Kürze möchte Weisenburger mit der Oberliga Kontakt aufnehmen, um zu klären, wie es mit einem Verbleib in der Dritten Liga aussieht. „Wir wollen nicht, dass Eishockey in Garmisch-Partenkirchen stirbt.“ Es müsse dort weitergehen, wo der Verein eine Zukunft habe, zitiert merkur.de den SCR-Boss weiter.

„Damit verarsch ich doch die Leute"

Neue Sponsoren an Land zu ziehen funktionierte nur bedingt: Sechs größere Firmen hätten „brutal“ aufgestockt. Doch die etwa 120.000 Euro, die benötigt werden, konnten nicht erreicht werden. Die geplante Crowdfunding-Aktion bläst er ab. Auf keinen Fall sollen die Treuen bluten. „Damit verarsch ich doch die Leute und mache allen was vor. Das kann ich nicht verantworten.“ Mit dem aktuellen Sponsoren-Volumen ordne sich der SCR im Mittelfeld der Oberliga ein. „Für diese Klasse reicht das – für die DEL2 definitiv nicht.“ Mittlerweile rechne Weisenburger laut merkur.de mit mindestens 800.000 Euro an zusätzlichen Hilfen, um dieses Team in der Zweiten Liga ohne sein Zutun zu tragen. Damit könnte es unverhofft wieder zu oberbayerischen Derbys für die Starbulls Rosenheim und den EHC Waldkraiburg kommen.

Bereits von sieben Spielern getrennt

Die Garmischer waren in den letzten Tagen schon in den Schlagzeilen, weil sie als DEL2-Vizemeister 2018 die Verträge von sieben Spielern nicht verlängert hatten.

mh

Quelle: rosenheim24.de

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