Trainer Steer wettert gegen Starbulls-Fans

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Seine Laune war auch schon einmal besser: Starbulls-Coach Franz Steer gehen die Beleidigungen gegen seine Spieler entschieden zu weit.

Rosenheim - Pfiffe und abfällige Gesten gegen das eigene Team: Die Fans der Starbulls machten nach dem Spiel in Tölz ihrem Unmut offen Luft. Diese Art der Kritik lässt Trainer Steer den Kragen platzen!

Lesen Sie hier den Bericht des Oberbayerischen Volksblatts vom Freitag:

Steer leicht angesäuert

Die Starbulls sind in der Eishockey-Oberliga trotz eines Spiels weniger Tabellenzweiter, die Rosenheimer haben dem souveränen Tabellenführer Herne bislang als einzige Mannschaft Punkte abgeknöpft "und dann zeigen uns die eigenen Fans in Bad Tölz den Mittelfinger. Das kann und will ich nicht verstehen, beziehungsweise akzeptieren", erklärte ein etwas angesäuerter Trainer Franz Steer vor dem heutigen Auswärtsspiel in Deggendorf.

Steer missfällt die schlechte Stimmung rund um das Rosenheimer Eishockey. "Klar haben wir die beiden Derbys gegen Klostersee und Bad Tölz verloren und daran haben auch ich und meine Spieler zu knabbern. Aber wir haben sicher nicht absichtlich schlecht gespielt. Und den Vorwurf, dass wir nicht gekämpft haben, weise ich entschieden zurück. Da stelle ich mich vor meine Spieler", sagt Steer mit Nachdruck. Natürlich hat auch ihm in den letzten Wochen nicht alles gefallen und deshalb gab es für einige Spieler bereits "eine Glattrasur ohne Schaum" (O-Ton Steer), doch dann muss es auch wieder gut sein. "Dass meine Spieler wie in Bad Tölz wegen eines zugegeben schlechten Drittels beschimpft, beleidigt und mit Gegenständen beworfen werden, geht entschieden zu weit", so Steer. Das könne er nicht einmal verstehen, wenn sein Team Tabellenletzter wäre, "denn es gibt im Leben wichtigere Dinge als Sieg oder Niederlage." Diese Erfahrung machte Steer erst am vergangenen Dienstag selbst. Weil er beim Abendtraining nicht anwesend war, wurde im Starbulls-Forum spekuliert, ob Steer entlassen wurde. Nein, wurde er nicht, sondern er ist, nachdem er das Vormittagstraining noch geleitet hatte, zu seiner Frau nach Landshut gefahren. Die stand unter Schock, nachdem sie als Ersthelferin zu einer schweren Verkehrsunfall kam, bei dem ein Mensch im Auto verbrannte. Das macht selbst einen nach außen hin "harten Hund" wie Steer nachdenklich.

Allerdings musste er auch schnell wieder umschalten und ins Tagesgeschäft einsteigen. Und da macht den Landshuter auch einiges nachdenklich. Zum Beispiel, dass es Spieler gibt, die nur an sich und nicht an die Mannschaft denken. "Da habe ich letzte Saison den Fehler gemacht, nicht sofort zu reagieren. Das passiert mir kein zweites Mal", wird Steer sehr deutlich. Da nimmt der Starbulls-Coach auch keine Rücksicht, ob er Personalprobleme hat oder nicht. "Dann vertraue ich lieber den jungen Spielern oder wir holen noch eine Billig-Lösung", erklärte Steer und liegt damit völlig richtig.

Weil Kapitän Martin Reichel in den nächsten Wochen (Arm in Gips, wir berichteten) ausfällt und Alan Reader angeschlagen ist (Einsatz sehr fraglich), wird auf alle Fälle Marius Möchel in einer der drei Sturmreihen zum Einsatz kommen und auch Fabian Zick wird wohl wieder spielen. Beide Nachwuchsspieler haben gegen Passau eine ordentliche Leistung gebracht.

Olli Häusler am Sonntag auf der Bank

Im Tor steht am heutigen Freitag in Deggendorf und am Sonntag, 18 Uhr, im Heimspiel gegen Peiting Claus Dalpiaz. Sein Vertreter Lukas Steinhauer wird am Samstag und Sonntag im DNL-Team Spielpraxis sammeln, sodass am Sonntag gegen Peiting Olli Häusler als zweiter Keeper auf der Bank Platz nehmen wird. Vielleicht neben einem weiteren "Oldie", denn eventuell ist am Sonntag auch erstmals wieder Mondi Hilger im Kader. Der 43-jährige Stürmer ist seit Wochen im Training und "einen Spieler mit seiner Erfahrung kann jeder Trainer brauchen. Also auch ich", sagt Steer. Und genau dieser Mondi Hilger ist einmal eine Zeitlang nicht mehr zu den Fans in die Kurve gefahren - weil er beleidigt wurde...

bz/Oberbayerisches Volksblatt

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