Unfassbare Dramatik im Olympia-Finale

3:4 gegen Russland: "Ihr seid trotzdem Helden, Jungs!"

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Der russische Führungstreffer zum 2:1 durch Nikita Gusev.
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Pyeongchang - 55,5 Sekunden fehlten der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft zur größten Sensation der Eishockey-Geschichte. Am Ende eines unfassbar dramatischen Olympia-Finales wurde es die Silbermedaille - aber Deutschland ist trotzdem stolz auf diese Mannschaft:

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Zum eingangs genannten Zeitpunkt führten die Jungs von Marco Sturm nämlich mit 3:2. Dann ein Tumult vor dem deutschen Tor und Nikita Gusev drosch regelrecht den Puck mit der Rückhand zum 3:3-Ausgleich in die Maschen und rettete die Russen - sprich "The Olymic Athlete from Russia", so die offizielle IOC-Bezeichnung - in die Verlängerung (60.). Das Tor der Russen war hier bereits leer. Doppelt bitter: Eigentlich war Deutschland zu diesem Zeitpunkt nach einer Strafe gegen Vasil Kosechkin sogar in Überzahl...

In der Overtime kam der "Sbornaja" dann die Regel "Vier gegen Vier" entgegen. Mit mehr Platz auf dem Eis konnten die Russen ihr Tempo und ihre technische Finessen besser ins Spiel einbringen, nachdem die Deutschen das zweite und dritte Drittel eigentlich dominiert hatten. Letztlich brachte aber ausgerechnet eine Strafe die Entscheidung: Nach einem hohen Stock musste Patrick Reimer in die "Kühlbox". Die Russen ließen die Scheibe klasse laufen und letztlich war es der bis dahin fast "unsichtbare" Kiril Kaprizov in der 70. Minute, der mit einem herrlichen "One Timer" das "Gold Medal Goal" erzielte - 4:3 (70.).

Der Rest ist ebenfalls Geschichte. Der erste Abschnitt ging an die Russen, die aber erst in der letzten (!) Sekunde vor der Sirene durch Viacheslav Voinov mit 1:0 in Führung gingen (20.). Deutschland glich in der 30. Minute durch Felix Schütz aus. Mit diesem Ergebnis ging es in eine an Dramatik nicht zu überbietende Schlussphase.

Dort traf Gusev in der 54. Minute zunächst aus unmöglichem Winkel über die Schulter des wieder überragenden Danny aus den Birken im deutschen Tor, der hinterher zum besten Torhüter des Turniers gewählt wurde, zum 2:1. Ehrhoff & Co. war aber keineswegs geschockt. Nur zehn Sekunden später (!) sorgte Dominik Kahun für den neuerlichen Ausgleich - 2:2 (54.). 

"Mircale on Ice" ganz nah

Und als die Uhr 56:44 Minuten anzeigte, träumte ganz Deutschland davon, dass dieses Spiel das "Miracle on Ice", als 1980 ein unbekanntes amerikanisches College Team die hochgehandelten Superstars aus der damaligen Sowjetunion im olympischen Finale von Lake Placid schlug, in den Schatten stellen würde. Jonas Müller war im Slot cool geblieben und hatte Deutschland in dieser Partie erstmals in Front geschossen. 

Am Ende fehlten aber genau diese 55,5 Sekunden zu diesem unfassbaren Triumph. Nichts desto trotz hatte der Rosenheimer TV-Kommentator Patrick Ehelechner, der wieder für Eurosport im Einsatz war, völlig recht: "Wir haben Silber! Wir sind megastolz auf euch. Ganz Deutschland ist mega-, megastolz auf Euch. Wir waren verdammt nah dran und haben deutsche Eishockey-Geschichte geschrieben. Ihr seid Helden, Jungs!"

mw

Quelle: rosenheim24.de

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