Penaltyschießen keine Starbulls-Stärke

OVB
+
Dreifacher Torschütze: Starbulls-Stürmer Ron Newhook jubelt über einen seiner Treffer gegen Füssen.

Rosenheim - Was haben die Stabulls allen anderen Oberligateams voraus? Sie sind die einzigen, die nach einem Viertel der Saison dem Favoriten Punkte abknöpfen konnten!

29 von 33 möglichen Zählern holte die Startruppe aus dem Westen in den ersten elf Spielen, die restlichen vier ließ man gegen die Starbulls liegen. Und sogar im Penalty-Schießen brauchte der Favorit ein "Phantom-Tor", sonst wären es womöglich sogar fünf Punkte auf der Minusseite.

Dabei braucht eigentlich niemand ein ungutes Gefühl zu haben, wenn er gegen Rosenheim im Penalty-Schießen antreten muss. Fast zwei Jahre liegt es zurück, dass die Starbulls ein Shootout für sich entscheiden konnten! Am 28. Dezember 2007 hielt Olli Häusler in Erfurt alle Penaltys der Gastgeber, während Mondi Hilger und Ryan Smith für den Zusatzpunkt sorgten. Seither gab es gegen Hannover (zweimal), Miesbach, Passau, Peiting, Füssen und nun Herne nur Schlappen im "One-to-One". Nur gut, dass die Starbulls so selten in die Verlängerung müssen!

Nach dem unerwarteten Teilerfolg im Ruhrpott steht das Steer-Team auch nach fünf Reisen immer noch ohne Auswärts-Nullnummer da. Zuletzt gab es das im Februar/März dieses Jahres, als man in Passau, Hannover, Leipzig, Rostock und Bad Nauheim ebenfalls fünfmal in Folge in der regulären Spielzeit ungeschlagen blieb und dabei sogar noch einen Punkt mehr holte als diesmal (elf statt zehn). Heuer sind die Starbulls bisher hinter Herne und Dortmund das drittbeste Auswärtsteam!

Beeindruckend war vor allem, wie sie sich am Sonntag gegen das übermächtige Powerplay der Crusaders zur Wehr setzten. Mit über 34 Prozent Erfolgsquote resultiert praktisch jedes dritte Überzahlspiel des Tabellenführers in einem Tor, die Starbulls ließen in fünf Powerplays (8.37 Minuten) nur ein einziges zu. Und neben dem zweitbesten Powerplay der Liga (auch über 30 Prozent) ist die viertbeste Unterzahlquote immens wichtig, weil Paderhuber & Co. in vier der letzten fünf Spiele doch mehr Zeit in der Box verbracht haben als der Gegner. Von Nachteil war natürlich auch nicht, dass die Starbulls in Gelsenkirchen einen tollen Start erwischten. In den neun Spielen davor hatten sie vor der elften Spielminute noch nie einen Treffer erzielt, diesmal lagen sie nach knapp sechs Minuten schon 2:0 in Front! Gegen Füssen, wo sie die gewohnten Anfangsschwierigkeiten zeigten, musste das bisher beste Mitteldrittel der Saison (3:0) herhalten, um den Sieg zu sichern. Dabei fällt auf, dass nach vier erfolgreichen Schlussdritteln (mit insgesamt nur einem Gegentor) zu Saisonbeginn keines von sechs Schlussdritteln mehr gewonnen wurde (zweimal unentschieden, viermal verloren).

Ebenfalls eine 180-Grad-Wende im Vergleich zum Saisonbeginn (allerdings eine positive) durchlief Ron Newhook. Schien er an seinem punkt- und wirkungslosen Auftaktwochenende noch an "Dylan-Stanley-Entzug" zu leiden, nahm er in der Folgezeit seine aus dem Vorjahr bekannte Produktion wieder auf und blieb nun in den letzten acht Begegnungen nicht mehr ohne Scorerpunkt! Zwar konnte man noch kein Fünf-Punkte-Spiel feiern (wie letzte Saison viermal), aber die 16 Punkte aus zehn Spielen beinhalteten doch (am Freitag gegen Füssen) seinen ersten Saison-Hattrick. Übrigens war es der 21. Hattrick eines Starbulls in der Oberliga, und von diesen 21 Spielen gingen nur zwei verloren. Newhooks Acht-Spiele-Punkte-Serie ist übrigens die siebtlängste der Rosenheimer Oberliga-Geschichte. Sein Sturmpartner Mitch Stephens war ja gegen Klostersee punktlos geblieben und bei sechs Spielen hängengeblieben. Mit seinem zweiten der drei Treffer gegen Füssen hat Newhook auch den in der Oberliga erfolgreichsten Rosenheimer, Andi Schneider (173 Oberliga-Treffer, nicht nur für Rosenheim) abgelöst und steht nun bei 175.

Manfred Eder/Oberbayerisches Volksblatt

Kommentare