Löwen starten in Punkterunde

Waldkraiburg - Nach über vier Monaten Vorbereitung mit Sommertraining und Testspielen geht es an diesem Wochenende für den EHC Waldkraiburg endlich los.

Der EHC Waldkraiburg startet in die Bayernligasaison 2012/2013. Dabei müssen die "Löwen" zuerst auswärts ran, beim Meisterschaftsfavoriten ERC Sonthofen (Beginn: 20 Uhr), am Sonntag geht es im heimischen Stadion gegen Moosburg um die Punkte (17.15 Uhr).

Alle Experten und Kenner der Liga sind sich einig: Der ERC Sonthofen, das ist der Meisterschaftsfavorit Nummer eins in diesem Jahr. Vor zwei Jahren besiegten sie den TSV Erding im Finale und setzten sich die Krone im bayerischen Eishockeyoberhaus auf. Letztes Jahr sah es lange Zeit danach aus, als würden die "Bulls" mit den Schweinfurtern den Titel unter sich ausmachen, doch als die beiden im Halbfinale aufeinander trafen, musste sich das Team von Harald Waibel den "Mighty Dogs" geschlagen geben.

Vor zwei Jahren verzichteten sie noch auf ihr Recht, als Meister in die Oberliga aufzusteigen, in diesem Sommer war nach den Aufstiegen von Meister Schweinfurt und Vizemeister Weiden lange ein Nachrücken im Gespräch, um der Oberliga die Spielstärke von zwölf Teams zu geben - am Ende entschied sich der Verband dagegen. Den Sonthofenern ist das aber relativ egal gewesen: Sie haben überragende Fans, einen sehr gut arbeitenden Vorstand und ein Topteam. Wer hätte das nach dem Rückzug aus der 1. Liga Süd in die Bezirksliga gedacht? Innerhalb von zwei Jahren schaffte man damals den Durchmarsch in die Bayernliga 2001.

In den ersten acht Jahren war man in der Liga nur ein Team von vielen - nur einmal schaffte man in dieser Zeit den Sprung in die Play-offs. In den letzten drei Jahren entwickelte man sich aber zu DEM Team der Liga: einmal in der Aufstiegsrunde, einmal im Halbfinale und einmal im Finale. Erinnert ein wenig an die deutsche Fußballnationalmannschaft - mit dem feinen Unterschied aber, dass der ERC eines der letzten Endspiele auch gewonnen hat. In dieser Saison wollen sie wieder ins Endspiel und wieder gewinnen. Der Kader hat eine enorme offensive Stärke und gleichzeitig eine eingespielte Defensive.

Zwar verließen Torhüter Florian Glaswinkler, Verteidiger Magnus Lang und die Stürmer Adrian Hack und Benjamin Gottwalz den ERC, aber dafür verstärkte man sich auf beeindruckende Weise: Aus der DEL (!) vom ERC Ingolstadt kam Stürmer Michael Waginger, aus der zweiten Liga in Österreich kam Angreifer Andreas Kleinheinz, aus der ostamerikanischen College-Liga kam der stürmende Deutsch-Amerikaner Josh Rabbani, der im Sommer erst in Ingolstadt vorspielte und dann doch ins Oberallgäu ging, aus Kaufbeuren wechselte Angreifer Robin Berger zum ERC. Mit dem 21-jährigen Dejan Pungrasek gönnten sie sich dann noch einen Kontingentspieler aus der Landesliga.

Der Slowene spielte zuvor beim SC Forst und erzielte dort in 25 Spielen 58 Punkte (30 Tore), wird in Sonthofen aber für die dritte Angriffsreihe eingeplant. Diese Probleme würden andere Bayernligisten wohl gerne haben. Doch leuchtet das auch ein, schließlich stehen mit Pavel Vit (letztes Jahr 40 Punkte), Björn Friedl (43), Marc Sill (47), Michael Grimm (50) Ron Newhook (74) und Markus Vaitl (75) noch ein paar andere Topstürmer zur Auswahl.

Auch die Spielerauswahl beim Sonntagsgegner Moosburg hat sich inzwischen offiziell vergrößert. Am Dienstag gab der amtierende Landesligameister, der in der Vorbereitung zweimal gegen die "Löwen" spielte, die Verpflichtung von Eric Dylla bekannt. Der Stürmer spielte die letzten beiden Jahre beim EC Pfaffenhofen und zuvor zwei Jahre beim EHC Waldkraiburg. Ein Stürmer, der bei den Fans polarisiert, in seinen Mannschaften aber immer zu den Leistungsträgern zählt und aufgrund seiner guten Technik, der Spielübersicht und seinem Spielverständnis nie aus den Augen gelassen werden darf.

Für die Waldkraiburger "Löwen", die bis auf den am Freitag gesperrten Alex Piskunov in voller Mannschaftsstärke antreten können, werden es zwei wichtige Spiele zum Auftakt in die Bayernligasaison 2012/ 2013. Am Freitag klar in der Außenseiterrolle, am Sonntag wohl auf Augenhöhe - nun müssen die "Löwen" zeigen, was in ihnen steckt.

göß/Mühldorfer Anzeiger

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