Löwen: Eins, zwei oder drei?

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Daniel Hämmerle und seine Mannschaftskameraden müssen heute siegen.

Waldkraiburg - Am Freitag haben die "Löwen" vom EHC Waldkraiburg im Play-down-Halbfinale gegen Dorfen ihr erstes, absolutes Endspiel.

Nur mit einem Sieg können sie ein viertes Spiel erzwingen. In der Serie "Best-of-Five" sind die "Eispiraten" nach zwei Erfolgen klar in Führung und haben nun drei Matchbälle. Der EHC von Trainer Rainer Zerwesz dagegen, steht vor dem dritten Spiel, am Freitag ab 20 Uhr im Eisstadion in Erding, mit dem Rücken zur Wand.

Der Ärger im Lager des EHC Waldkraiburg dürfte groß sein, wenn man an das letzte Wochenende zurückdenkt, als die ersten beiden Partien gegen den Lokalrivalen auf dem Programm standen. Mit 2:6 hatten die "Löwen" sich in der ersten Begegnung mit den "Eispiraten" am vergangenen Freitag nahezu kampflos ergeben. Die Folge: Trainer Jan Smolko trat von seinem Amt beim EHC zurück, für die restlichen Spiele übernahm der frühere DEL-Profi und Ex-Waldkraiburger Rainer Zerwesz die Mannschaft von Kapitän Daniel Hämmerle. Seine Hauptaufgabe in den wenigen Stunden zwischen dem Freitagsspiel in Rosenheim und der Partie in Dorfen bestand vor allem darin, die angeknacksten Egos der "Löwen" wieder zu kitten.

"Wir haben taktisch nur etwas umgestellt, wichtig war, dass jeder in der Mannschaft wusste, was er tun muss. Mehr war in der Kürze der Zeit gar nicht möglich gewesen", erklärte Zerwesz am vergangenen Sonntag nach dem zweiten Spiel in Dorfen. Er sei schließlich ins kalte Wasser geworfen worden, war aber trotzdem froh, dass "die Jungs dem ESC Dorfen einen guten Kampf geliefert haben", so der 43-Jährige weiter.

Damit hatte er Recht. Denn die "Löwen" präsentierten sich genauso, wie man es in einem Finale um den Abstieg erwarten darf. Der Einsatz stimmte, die Laufbereitschaft und Leidenschaft waren wieder da. Einziges Manko im zweiten Spiel gegen Dorfen, das am Ende mit 2:3 nach Penalty-Schießen unglücklich und unverdient verloren ging: die Chancenauswertung. Auch schon in der Vorrunde war dies, neben der quantitativ und qualitativ unterbesetzten Defensive, die größte Schwäche der Industriestädter. Nur 99 Tore erzielte man in 30 Vorrundenspielen, in der Abstiegsrunde Gruppe B trafen die "Löwen" 21-mal in sechs Spielen.

Auch in Dorfen fehlte im Abschluss wieder die nötige Entschlossenheit und dann, passsenderweise, oft auch das Glück. "Nach dem zweiten Drittel muss es 4:1 für uns stehen, da müssen wir den Sack schon zu machen", analysierte auch Peter Richter Spiel zwei. Für den eigentlichen Kapitän ist die Saison schon seit mehreren Wochen verletzungsbedingt zu Ende, dennoch fiebert er auf der Spielerbank bei den Vergleichen mit dem ESC mit.

Das Verspielte und die Schönspielerei gilt es für die Angriffsreihen des EHC Waldkraiburg definitiv abzulegen. Auch aus der zweiten Reihe lassen sich Tore erzielen, nicht immer muss man den Blick für den Mitspieler haben, gewisse Spieler sollten manchmal auch egoistisch sein. Ansonsten ist die Serie gegen Dorfen vorbei und der sportliche Abstieg besiegelt.

Ein Spiel steht definitiv noch auf dem Programm und bei diesem dürfen sich die "Löwen" auf lautstarke Unterstützung freuen. Nicht nur der EHC Waldkraiburg hat für Freitag einen Fanbus organisiert, der um 18.30 Uhr am Betriebsgelände der Firma Steinmüller in der Geretsrieder Straße abfährt. Auch haben sich Fans von den Oberligisten TSV Erding, den Passau "Black Hawks" und dem SC Deggendorf angekündigt den "Löwen" die Daumen zu drücken und dafür zu sorgen, dass die Serie nach diesem Spiel doch noch nicht entschieden sein wird. Ob es nur noch ein Spiel wird, noch zwei oder sogar drei - das müssen die Waldkraiburger Akteure auf dem Eis aber selber bewerkstelligen.

göß/Mühldorfer Anzeiger

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