Nur gegen Bad Tölz war es schlimmer

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Starbulls-Keeper Claus Dalpiaz geschlagen am Boden, während die Bad Nauheimer und der dreifache Torschütze Breiter jubeln.

Rosenheim - Die Starbulls Rosenheim treten auf der Stelle. Gegen zwei unmittelbare Tabellennachbarn, gegen die der Vorsprung derzeit einen bzw. drei Zähler beträgt, gab es an diesem Wochenende einen Sieg und eine Niederlage.

Und nachdem der Rückstand auf den Dritten, Dortmund, fünf Punkte beträgt und zum Siebten, Passau, bereits eine Lücke von elf Punkten klafft, dürfte Rosenheim wohl im zweiten Viertel der Tabelle beheimatet bleiben.

Landsberger Foul an Ron Newhook, der in Nauheim an allen vier Toren beteiligt war.

Wenn es gegen Bad Nauheim geht, gibt's neuerdings Tore satt. Die 4:6-Niederlage am Sonntag und das 8:5 vor einigen Wochen waren zwei der drei torreichsten Starbulls-Spiele der laufenden Saison; lediglich das 6:5 in Landsberg kann da mithalten. Dabei sah es diesmal lange Zeit nach Magerkost bei den Toren aus. 22 Minuten lang hielt Claus Dalpiaz seinen Kasten sauber, und mit den mehr als 47 gegentorlosen Minuten gegen Landsberg am Freitag summierte sich diese Strecke auf 68:12 Minuten, die drittlängste gegentorlose Phase in der neuen Spielzeit. Dann aber brach es knüppeldick über das Steer-Team herein. Vier Gegentreffe in knapp vierzehn Minuten - das wurde heuer nur getoppt von dem unseligen "Einbruch" in Bad Tölz, als die Starbulls-Defensive nach 2:0-Führung im Schlussdrittel mit vier Treffern binnen sechs Minuten regelrecht pulverisiert wurde.

Diesmal ging also der Mittelabschnitt in die Binsen, eine völlige Umkehrung des jüngsten Trends, hatten Mitch Stephens & Co. doch von den letzten zehn Mitteldritteln nur ein einziges verloren und in sechs davon den Grundstein zu späteren Siegen oder Punktgewinnen gelegt, indem sie Rückstände aus dem Anfangsdrittel wettmachten oder in Führungen verwandelten. Ein anderer Trend ist wirklich topaktuell: In den ersten 20 Minuten schießen die Starbulls keine Tore! Seit aktuell elf (!) Begegnungen gingen die Starbulls nie mit einer Führung in die erste Pause, und 2010 haben sie auf eigenem Eis noch keinen einzigen Treffer im Anfangsdrittel erzielen können! 0:5 lautet hier die Bilanz aus den letzten sechs Spielen.

Bergmann, Newhook und Stanley punkten

Zu loben ist im Gegensatz zu diesen Startschwierigkeiten auf jeden Fall die Moral der Mannschaft. Sogar nach dem 0:4-Zwischenstand kämpfte sie sich in Bad Nauheim bis auf 3:4 heran, und am Freitag gegen Landsberg ließ man sich auch von dem 0:2 nach 20 Minuten nicht entmutigen. Bereits zum dritten Mal in der laufenden Spielzeit siegten die Starbulls nach einem 0:2-Rückstand noch - zum Saison-Auftakt gegen Herne (5:4) und in Passau, wo sie sogar einen 0:3-Rückstand noch in einen 4:3-Sieg verwandelten.

Letzter Hattrick von Kevin Saurette

Was trotz der Niederlage am Sonntag an glorreiche Vorjahreszeiten erinnerte: Matthias Bergmann zwei Tore, Dylan Stanley ein Tor, zwei Assists, Ron Newhook gar bei allen vier Treffern Vorbereiter - das macht Mut für die nächsten Spiele. Bergmann traf sogar in Unterzahl, das war 2009/10 zuvor zwar den Gegnern schon viermal gelungen, den Starbulls aber noch gar nicht. Das letzte Unterzahltor hatte Stanley am 3. April 2009 in Deggendorf bejubeln können. Und er war es auch, der als letzter Starbull vier Tore in einem Spiel vorbereitet hatte, nämlich beim 7:4 gegen Kaufbeuren am 21. Dezember 2008. In diesem Spiel gelang dem Kanadier Kevin Saurette auch der letzte Hattrick eines Gegenspielers bis zum Sonntag, als Sven Breiter, ebenso wie Bergmann ein Ex-Hannoveraner, in weniger als elf Minuten dreimal traf.

Markus Vaitl liebt es gemächlicher; er hat in jedem der drei Landsberger Spiele gegen die Starbulls heuer je einmal getroffen und sich dadurch mit nunmehr acht Toren in die Top-Sechzehn der "Schreckgespenster" geschlichen.

Manfred Eder (Oberbayerisches Volksblatt)

Quelle: rosenheim24.de

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