Ernstfall für die Eisbären-Jäger

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Die Eisbären Berlin, hier im Jahr 2006, sind Serienmeister der DEL

Berlin - Für die Eisbären-Jäger beginnt der Ernstfall. Noch sieben Teams können in den Playoffs den Durchmarsch des haushohen Favoriten aus Berlin zum dritten Eishockey-Titel in Folge verhindern.

 “Jede Mannschaft kann Meister werden. Die Eisbären haben natürlich einen Vorteil und die Favoritenbürde, aber alles ist möglich“, urteilte Trainer-Altmeister Hans Zach, für den die K.o.-Runde mit Hannover zur Abschiedstournee aus der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) wird. Als erstes versuchen sich die Augsburger Panther in der am Dienstag beginnenden Viertelfinal-Serie gegen den bislang übermächtigen Branchen-Primus aus der Hauptstadt.

“Playoffs sind die schönste Zeit in der Eishockey-Saison. Da geht es in jedem Spiel um was, das gefällt mir“, schwärmte Eisbären- Routinier Sven Felski. Mit einer Rekord-Bilanz beendeten die Berliner, die vor allem ihrer Heimstärke vertrauen können, die quälend lange DEL-Hauptrunde. “Was bisher in der Vorrunde war, ist abgehakt“, warnte Felski jedoch. Außenseiter Augsburg lag dem Champion zuletzt nicht, beide Auswärtsspiele gingen in der Hauptrunde verloren. Zudem schalteten die Schwaben in den Vor-Playoffs mit den Adlern Mannheim die teuerste Mannschaft der Liga aus. Coach Larry Mitchell ist daher schon jetzt “sehr stolz“ auf sein Team.

Während die Augsburger als klarer Außenseiter zum ersten Spiel nach Berlin reisen, ist in den anderen drei Serien kein klarer Favorit auszumachen. Drei Siege sind im Modus “Best of Five“ zum Weiterkommen nötig. Besonders eng dürfte es zwischen den Hannover Scorpions und den Nürnberg Ice Tigers, Vierter und Fünfter der Hauptrunde, zugehen. “Alpen-Vulkan“ Zach greift nach 17 Jahren noch einmal nach der deutschen Eishockey-Krone. Von Altersmüdigkeit ist beim Coach, der am Dienstag seinen 61. Geburtstag feiert, keine Spur. Hartnäckig halten sich Gerüchte, Zach könne nach der Heim- Weltmeisterschaft im Mai auf den Bundestrainer-Posten zurückkehren. “Nach der Saison gehe ich erst mal zurück nach Bad Tölz. Fischen, Bergsteigen, Radfahren und schauen, was dann kommt“, erklärte Zach.

Sein Nachfolger in Hannover steht schon fest, Toni Krinner kommt vom niedersächsischen Rivalen EHC Wolfsburg. Vorher will Krinner sein Team aber noch zum Playoff-Erfolg gegen Vorjahresfinalist DEG Metro Stars (19.30 Uhr/Sky) führen. “Wir wollen das Halbfinale erreichen, das ist unser Ziel“, sagte der Coach des Playoff-Neulings vor dem Duell mit dem achtmaligen Meister. Den Düsseldorfern ging zuletzt die Puste aus, fast hätten sie sogar die direkte Viertelfinal- Qualifikation verpasst. Trainer Harold Kreis verkündete seinen Wechsel nach Mannheim und wurde kurz darauf von Lance Nethery ersetzt. “Wir sind heiß“, versprach DEG-Stürmer Patrick Reimer, dessen Bruder Jochen Torwart in Wolfsburg ist.

Über den Umweg der Vor-Playoffs gegen die Kölner Haie zitterte sich der ERC Ingolstadt ins Viertelfinale gegen den Hauptrunden- Zweiten Frankfurt Lions. Nun wollen die Bayern mehr. “Die liegen uns“, sagte DEL-Toptorjäger Thomas Greilinger forsch. Die Hessen, die sich im Gegensatz zum ERC in der vergangenen Woche schonen konnten, reagierten gelassen. “Hauptsache, es geht jetzt los“, meinte Kapitän Eric Schneider.

dpa

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