Eislöwinnen bei der Eishockey-WM

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Theresa Wagner und Kerstin Spielberger spielten in Schweden mit der deutschen Nationalmannschaft.

Waldkraiburg - Für die Waldkraiburgerinnen Theresa Wagner und Kerstin Spielberger hat sich ein Traum erfüllt: Sie spielten bei 4. Eishockey-Weltmeisterschaft der U18-Damen für Deutschland.

Wer träumt nicht davon, einmal in seiner Sportart sein Land bei einer Weltmeisterschaft vertreten zu dürfen. Für zwei Nachwuchsspielerinnen des EHC Waldkraiburg begann das Jahr 2011 mit der Erfüllung genau dieses Traumes. In der schwedischen Hauptstadt Stockholm fand die 4. Eishockey-Weltmeisterschaft der U 18-Damen statt. U 18-Trainer Werner Schneider nominierte aufgrund ihrer hervorragenden Leistungen dazu auch die beiden Waldkraiburgerinnen Theresa Wagner und Kerstin Spielberger. Die beiden sind gerade einmal 15 Jahre alt und damit eine der Jüngsten im Team.

Dennoch gehören sie buchstäblich zu den alten Füchsen ihrer Branche, denn beide spielen bereits seit neun Jahren Eishockey. Das Eishockey wurde ihnen quasi in die Wiege gelegt. Sie hatten schon frühzeitig Kontakt zur schnellsten Sportart der Welt.

Während Theresa in jungen Jahren mit ihrem Großvater, der lange Jahre Eismeister in Waldkraiburg war, auf der Eismaschine ihre Runden drehen durfte, wuchs Kerstin praktisch in der Eishalle auf, denn ihr Vater war früher selbst aktiver Spieler. Mit sechs Jahren nahmen nun beide selbst den Schläger in die Hand, um sich in einem von Buben dominierten Nachwuchsteam durchzusetzen. Mittlerweile sind sie nicht nur von ihren Teamkameraden anerkannt und geschätzt, auch die Verantwortlichen der Damenmannschaft des ESC Planegg sind auf die Mädels aufmerksam geworden.

Seit einigen Jahren unterstützen sie deshalb auch dieses Team im Kampf um die deutsche Meisterschaft. Logische Weiterentwicklung war nun vor drei Jahren die Aufnahme in den Nationalkader, zunächst bei der U-15-Auswahl. Mittlerweile sind die Mädchen in der U-18-Mannschaft aktiv.

In der Vorbereitung auf die WM traten sie Anfang November in Moskau und Dezember im tschechischen Slany zu Turnieren an sowie in Füssen gegen Japan. Die Deutschen gewannen dieses Spiel mit 5:1, ein Tor trug Kerstin Spielberger bei.

Erst nach diesem Spiel wurde der endgültige WM-Kader bekannt gegeben. "Ich hätte vor Freude weinen können", antwortete die linke Verteidigerin Theresa auf die Frage nach ihren Gefühlen zur Nominierung. Auch Kerstin, die auf ihrer Lieblingsposition als Center eingesetzt ist, freute sich riesig.

Bereits am Neujahrstag traten die Mädels zum Auftaktmatch gegen die favorisierten Finninnen an. Die erste Nervosität legten Theresa und Kerstin trotz ihrer ersten WM-Teilnahme schnell ab. Am Ende gewannen die Deutschen zwar glücklich aber nicht unverdient mit 1:0. Damit stand im zweiten Spiel gegen die Schweiz bereits eine Vorentscheidung an.

Die letzten drei Partien hatten die Mädchen gegen die Eidgenossinnen verloren. Diesmal sollte eine Revanche glücken. Die Spielerinnen gaben ordentlich Gas und gingen nach dem ersten Drittel mit 3:0 in Führung. Doch die Schweizerinnen kamen im letzten Drittel noch auf 2:3 heran. Als diese dann die Torfrau vom Eis nahmen, konnten die deutschen Mädels noch den 4:2-Siegtreffer erzielen. Gegen die praktisch von einem anderen Stern spielenden Kanadierinnen setzte es schließlich die erwartete Niederlage. Das Ziel, unter zehn Gegentoren zu bleiben, stand an erster Stelle.

Erfreulicherweise konnten die Deutschen lange Zeit gut mithalten, mussten aber schlussendlich die Segel streichen und sich mit 1:8 geschlagen geben. Knapp verpasst haben sie schließlich den Einzug ins Halbfinale beim Spiel gegen die Tschechinnen. Diese konnten erst im zweiten und letzten Drittel den starken Deutschen je ein Tor abringen. Nach dem Anschlusstreffer von Kerstin Spielberger kam noch einmal Hoffnung auf, doch die Tschechinnen gaben alles und konnten schließlich mit 3:1 gewinnen.

Das abschließende Spiel gegen die Gastgeber aus Schweden blieb leider für das deutsche Team ohne Torerfolg. Nach einem Ergebnis von 0:2 mussten sich die Mädchen mit dem sechsten Platz zufrieden geben. Kerstin Spielberger wurde zudem zu einer der drei besten Spielerinnen der Deutschen gewählt.

göß/Waldkraiburger Nachrichten

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