"Nix is fix" in der 2. Bundesliga

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Ryan Del Monte traf als einziger Rosenheimer beim Penaltyschießen.

Rosenheim - Mal sind die Starbulls im Mittelfeld, mal an der Spitze, zur Zeit wieder auf Rang drei (offiziell) bzw. vier (nach Punkten pro Spiel) - "nix is fix" in der 2. Bundesliga. Aber nicht nur für die Starbulls!

Sogar die zwischendurch abgeschlagenen Schlusslichter Riessersee und Kaufbeuren können nach mehreren Siegen in den letzten Wochen plötzlich sogar wieder auf die Play-off-Ränge schielen.


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Nach der Overtime-Niederlage in Bremerhaven vor einer Woche, die eine Serie vor sechs Siegen beendete, riss am Freitag in Hannover auch die Serie von sieben Matches ohne Null-Punkte-Ausgang, die drittlängste für die Starbulls in dieser Liga. Und weil es auch am Sonntag keinen Sieg gab, geht es nun plötzlich in die andere Richtung. Drei Spiele nacheinander ohne Sieg (oder mehr) - das gab es seit dem Aufstieg erst sechsmal zuvor.

Rosenheims Eishockey Ur-Gestein Heinz Pohl (Mitte), zuständig für den Spielbetrieb bei den Starbulls, wurde vor dem Spiel gegen Ravensburg anlässlich seines 70. Geburtstages ein von der Mannschaft unterschriebenes Trikot mit der Nummer 70 und seinem Namen überreicht. Das Geschenk übergaben Kapitän Stephan Gottwald und der Zweite Starbulls-Vorstand Karl Aicher.

An der Defensive liegt dies sicher nicht, egal ob Pasi Häkkinen (zuletzt überragend) oder Beppi Mayer (in Hannover sehr sicher) im Tor stehen. In den letzten acht Begegnungen, die drei Niederlagen inbegriffen, haben Franz Steers Jungs nie mehr als zwei Tore in der regulären Spielzeit zugelassen. Nach der Rekordphase von 126 Minuten blieb man schon wieder zweimal (63:23 bzw. 60:24 Minuten) länger als ein ganzes Spiel ohne Gegentreffer - eigentlich beste Voraussetzungen zum Punkten. Was aber zum Sieg fehlte, waren die Pucks, die im gegnerischen Kasten landeten. Im gleichen Zeitraum wie oben schaffte man selber 57:36 bzw. 64:15 Minuten keinen Treffer, die längste und die drittlängste Zeit in dieser Saison. Von Hannovers Siegtreffer am Freitag bis Andrej Strakhovs Führungstor gegen Ravensburg war fast ein ganzes Spiel lang (58:37 Minuten, Saisonrekord) beiderseits nichts Zählbares herausgesprungen. Und nur vier Treffer in den letzten 190 Spielminuten sind wahrlich nicht die Quote, die man von den Starbulls gewöhnt ist.


Aber torarme Spiele gegen die Indians sind auch keine Seltenheit. In den zehn Matches dieser beiden Kontrahenten reichten sechsmal drei Tore (außer Penalty) dem jeweiligen Sieger zum Gewinnen. Und nicht neu ist es auch, dass es in Hannover für Rosenheim nichts zu holen gibt. Zwar feierte man mit 7:1 im Vorjahr den bis vor Kurzem (7:0 in Garmisch) höchsten Auswärtssieg, doch bei den übrigen vier Reisen in die Niedersachsen-Metropole blieb man punktlos. Nicht viel besser die Bilanz in der Oberliga: sechs Spiele, sechs Niederlagen, zwei davon in Overtime.

Und wann sollte man Tore schießen, wenn nicht im Powerplay? In den letzten fünf Begegnungen erzielten die Starbulls ganze zwei Tore bei gleicher Spieleranzahl, kassierten aber deren fünf. Zwar lief es in Überzahl zahlenmäßig besser (sechs zu fünf zugunsten der Rosenheimer trotz weit mehr Unter- als Überzahl), doch nur ein Treffer durch Micky Rohner in 14:22 Überzahlminuten gegen Ravensburg ist einfach zu wenig. Was die Towerstars in ihren gut zehn Powerplayminuten boten, erklärt wenigstens, warum sie mit unter neun Prozent (kaum halb so erfolgreich wie die Starbulls) das mit Abstand schwächste Powerplay der Liga besitzen. Mit 72 Strafminuten (50 davon allerdings als Diszis) verfehlten sie den Rekord der Schwenninger Wild Wings nur um zwei Minuten.

Auch wenn man ihn nicht unbedingt mit vielen Toren in Verbindung bringt: An diesem Wochenende fehlte erstmals seit seiner Rückkehr aus Erding am 12. September 2008 Robin Hanselko im grün-weißen Dress. Damit hat er sich in 262 Punktspielen als echter "Iron Man" erwiesen. Die aktuell längste Serie hat Robert Schopf laufen, der am Sonntag sein 197. Match in Folge bestritt und schon mit zwei Begegnungen am nächsten Wochenende die Nummer zwei dieser Liste, Michael Rohner (198 Spiele von September 2008 bis November 2011) überholen könnte.

Manfred Eder (OVB-Heimatzeitungen)

Quelle: rosenheim24.de

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