EHC Waldkraiburg löst Verträge mit Kontingentspielern auf

Nach Abbruch der Eishockey-Bayernliga: Folgt ein Turnier-Modus für den Rest der Saison?

EHC Waldkraiburg-Kontingentspieler Tomas Rousek und Josef Straka
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Vorerst aus ihrem Vertrag freigestellt: Die beliebten Kontingentspieler Tomas Rousek und Josef Straka.

Waldkraiburg/München - Unter dem von der Bundesregierung beschlossenen Amateursport-Verbot leidet auch die Eishockey-Bayernliga. Der Saisonabbruch trifft natürlich auch den EHC Waldkraiburg hart, die Verträge mit den Kontingentspielern wurden bereits aufgelöst.

Seit dem 2. November ruht der Amateursport in Deutschland, davon ist mit der Bayernliga auch die höchste Amateur-Liga im bayerischen Eishockey nicht ausgenommen. Zuerst wurde seitens des Bayerischen Eissportverbandes (BEV) eine Unterbrechung der Bayernliga bekanntgegeben. In einer Erklärung vom 29. Oktober war geplant, den Spielbetrieb ab dem ersten Dezember-Wochenende wieder aufnehmen zu wollen.


Die 15 Vereine der Bayernliga standen seither in engem Austausch mit dem BEV, woraufhin man sich letztlich dazu entschied, die Saison in der jetzigen Form abzubrechen. „Grund sind hier auch vertragliche Angelegenheiten mit Spielern, welche sogenannte „Corona-Klauseln“ in ihren Verträgen vermerkt haben. Diese Spieler hätte man in einer solchen Pausensituation, wie wir sie hatten, nicht freistellen können“, erklärt Wolfgang Klose, 1. Vorstand des EHC Waldkraiburg, in einem Interview mit innsalzach24.de.

Wie geht es den Winter über weiter?


Nachdem mit dem Saisonabbruch auch der Auf- und Abstieg außer Kraft gesetzt wurde, stellt sich bei vielen Fans die Frage nach einem alternativen Modus. „Dies wäre eher eine Art Pokal, welcher mit kleiner Hin- und Rückrunde zwischen den verbliebenen Vereinen ausgespielt werden würde. Alle Details können jedoch erst ausgearbeitet werden, wenn man genaueres zur Fortführung weiß“, so Klose weiter.

Der EHC startete hervorragend in die neue Spielzeit und stand mit drei Punkten Rückstand auf den Spitzenreiter aus Miesbach auf dem zweiten Tabellenrang, hatte allerdings bislang ein Spiel weniger absolviert. Am Freitagabend wäre es zum Showdown zwischen dem TEV Miesbach und den Löwen in der Waldkraiburger Raiffeisen-Arena gekommen. Wolfgang Klose zeigt sich trotz des Abbruches während der starken Phase des EHC weiterhin positiv gestimmt: „Wir haben aber noch die Hoffnung, dass es, in welcher Form auch immer, doch noch weiter geht und ganz ehrlich, unsere Jungs haben eine herausragende Qualität und werden im kommenden Monat das Eishockeyspielen nicht verlernen.“

Nach Guft-Sokolov auch Rousek und Straka vor einem Wechsel

Auf sich aufmerksam machte im bisherigen Saisonverlauf bei den Löwen vor allem auch Michail Guft-Sokolov, der mit fünf Toren und neun Assists nach insgesamt neun Partien der zweitbeste Angreifer in den Reihen des EHC Waldkraiburg war. Aus finanziellen Gründen bat Guft-Sokolov jedoch die Verantwortlichen kurz nach Bekanntwerden der Bayernliga-Unterbrechung um die Auflösung seines Vertrages, um zukünftig in der Oberliga Süd für die Höchstadt Alligators die Schlittschuhe schnüren zu können.

Inzwischen wurden bei den Industriestädtern auch die Verträge mit den beiden Kontingentspielern Tomas Rousek und Josef Straka aufgelöst, welche ebenfalls bereits Oberliga-Erfahrung haben. „Beides sind Berufseishockeyspieler und es ist nur fair, ihnen die Möglichkeit zu geben zu spielen, falls sie einen Verein im In- oder Ausland finden, bei dem sie spielen können. Geht es bei uns wieder weiter, dürfen beide selbstverständlich gerne wiederkommen, unsere Kabine steht jederzeit für sie offen“, sagt Vorstand Wolfang Klose.

„So viele Spiele vor so vielen Zuschauern wie möglich“

Angesprochen auf die Planungen für den weiteren Saisonverlauf, formuliert Klose einen klaren Wunsch: „So viele Spiele vor so vielen Zuschauern wie möglich“. Man hoffe, dass man zumindest wieder vor 200 Zuschauern spielen dürfe, das Hygienekonzept sei vor dem Abbruch zu jedem Spiel von allen Anwesenden vorbildlich umgesetzt worden und man sei sich in Waldkraiburg sicher, dass sich dies auch zu kommenden Spielen nicht ändern würde.

Nachwuchs besonders vom Amateursport-Verbot betroffen

Vorstand Wolfgang Klose will auch explizit auf die Nachwuchsabteilungen des EHC Waldkraiburg hinweisen, welche das Spiel- und Trainingsverbot besonders hart treffe. Diese Kinder und Jugendlichen seien das sportliche Kapital für die nächsten Jahre und je länger der Amateursport ruhen müsse, desto wahrscheinlicher sei es, dass sich die Kinder Alternativen suchen und nicht wieder in den Verein zurückfinden würden. „Wir wünschen erst einmal all unseren Junglöwen, dass sie gesund und vor allem so munter bleiben, wie wir sie kennen, zum anderen, dass sie ihre Liebe zum Eishockey nie verlieren mögen“, so Klose abschließend.

aic

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