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Niederlage gegen Tschechien

Eishockey-Team verpasst WM-Viertelfinale

Eishockey, WM, Deutschland
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Timo Pielmeier und Jens Baxmann verteidigen beim WM-Spiel gegen Tschechien das Tor. Fürs Viertelfinale hat es am Ende für Deutschland aber doch nicht gereicht.

Prag - Alles gegeben, nichts gewonnen: Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft hat ihre letzte Chance auf das WM-Viertelfinale verspielt. Das Team unterlag am Sonntag Tschechien.

Vier Minuten vor Schluss zerstörte Altstar Jaromir Jagr höchstpersönlich den Traum der deutschen Eishockey-Nationalspieler vom WM-Viertelfinale. Als der 43-Jährige mit seinem Tor zum 4:2 (1:1, 2:1, 1:0) für Gastgeber Tschechien die 17.383 Zuschauer in Prag in Ekstase versetzte, schwand für das Team von Bundestrainer Pat Cortina die letzte Hoffnung auf die K.o. -Runde.

„Es tut mir leid für meine Männer“, sagte Cortina: „Meine Spieler haben alles gegeben und gekämpft, aber individuelle Fehler haben uns das Spiel gekostet.“

Zweimal hatte die erneut couragiert aufspielende Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) durch Tore von Daniel Pietta (8.) und Kapitän Michael Wolf (24.) geführt. Zweimal glichen die Tschechen durch Michal Vondrka (14.) und Petr Koukal (26.) aus.

Dann kam der große Auftritt des Nationalhelden Jagr: Erst bereitete der Olympiasieger von 1998 und zweimalige Stanley-Cup-Champion das 3:2 durch Jakub Voracek vor (28.), dann sorgte er selbst für die Entscheidung (56.). „Das war weltklasse“, lobte Wolf den NHL-Star und meinte mit Blick auf Jagrs Vorlage zum dritten Tor: „Wenn er diesen genialen Moment nicht gehabt hätte, hätten wir vielleicht einen Punkt mitgenommen.“

Dann hätte die DEB-Auswahl am Montag (16.15 Uhr/Sport1) im letzten Vorrundenspiel gegen Österreich noch eine Chance auf das Viertelfinale gehabt. Jetzt geht es nur noch um den letzten Punkt, der zum endgültigen Klassenerhalt fehlt. Und die späte Revanche für das Aus in der Qualifikation für Olympia 2014. „Der eine oder andere hat mit denen noch eine Rechnung offen“, sagte Wolf.

Die Partie gegen Österreich dürfte für Bundestrainer Cortina ein Abschiedsspiel werden. Sein auslaufender Vertrag wird nach der WM sehr wahrscheinlich nicht verlängert, auch wenn er nach dem Tschechien-Spiel sagte, der Bundestrainer-Posten sei „der beste Job im Eishockey“.

Durch den verpassten Viertelfinal-Einzug hat seine Mannschaft auch keine Chance mehr, auf Weltranglistenplatz elf zu klettern und damit das Heimrecht beim Olympia-Qualifikationsturnier im September 2016 zu erlangen. Damit sind die Sorgen des DEB größer geworden, nach Sotschi 2014 zum zweiten Mal in Folge Olympische Winterspiele sportlich zu verpassen.

Gegen Tschechien überraschte der erneut auffällige NHL-Profi Tobias Rieder seine Mama, die im Deutschland-Trikot auf der Tribüne saß, mit einem Gruß zum Muttertag. Dieser wurde in der zweiten Drittelpause auf dem Videowürfel gezeigt und lautstark bejubelt.

Die deutschen Spieler ließen sich von der aufgeheizten Stimmung nicht beeindrucken. Im Gegenteil: Die erste Führung hätte durchaus höher ausfallen können, Rieder (4.), Patrick Hager (5.) und Thomas Oppenheimer (11.) vergaben schon vor dem 1:0 gute Chancen.

Der Rückstand war für den WM-Gastgeber jedoch ein Weckruf. Danach fuhr der Weltranglistenfünfte einen Angriff nach dem nächsten auf das deutsche Tor - lautstark angetrieben von den frenetisch jubelnden Fans. Goalie Timo Pielmeier erwischte jedoch einen guten Tag, seine Vorderleute sorgten zudem mit Kontern für Entlastung.

Der Lohn für die Bemühungen war die erneute Führung durch Wolfs 52. Länderspieltor. Doch wieder kontten die Tschechen schnell antworten. Oldie Jagr drehte nun auf und lieferte sich zudem ohne Helm einen Innenfight mit Justin Krueger. Dafür musste der Stürmer der Florida Panthers zum Abkühlen für zwei Minuten auf die Strafbank. Die Fans feierten ihren Nationalhelden dennoch immer wieder mit Sprechchören.

dpa/SID

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