Tölz dreht Eishockey-Derby!

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Tölz gegen Rosenheim - ein Klassiker im deutschen Eishockey.

Bad Tölz - Unglaublich aber wahr: Die Starbulls Rosenheim sind bei den Tölzer Löwen nach einer 2:0-Führung nach zwei Dritteln mit 5:2 nach Hause geschickt worden. **Live-Ticker zum Nachlesen**

Nach 40 Minuten führten die Starbulls bei den Tölzer Löwen souverän mit 2:0. Alles sah so aus, als würden die Rosenheimer mit einem Sieg nach Hause fahren - aber weit gefehlt! Die Tölzer Löwen kamen wie ausgewechselt zurück aufs Eis und benötigten im letzten Drittel lediglich sechs Minuten, um das Spiel zu drehen und die Punkte einzufahren. Den Tölzern gelangen gegen die Starbulls in diesen sechs Minuten vier Tore - Die Vorentscheidung! Zu allem Überfluss durften die Hausherren in den letzten Sekunden auch noch ins leere Tor einnetzen: 5:2 - die wohl bitterste Niederlage der Starbulls in dieser Saison, und das ausgerechnet im Derby in Tölz!

Das Wahnsinsspiel zum Nachlesen im Live-Ticker:

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Lesen Sie hier den Vorbericht des Oberbayerischen Volksblatts am Freitag:

"Eine reine Kopfsache"

"Wir hätten unsere Chancen verwerten müssen, dann wären wir in Herne als Sieger vom Eis gegangen", erklärte Starbulls-Eishockeytrainer Franz Steer im Rückblick auf die 3:4-Niederlage nach Penaltyschießen beim Spitzenreiter Herne.

Da spielt es für Steer auch keine Rolle, ob der Penalty von Mares nun ein "Phantomtor" war oder nicht: "Das Spiel haben wir nicht in dieser Szene verloren. Wir hatten ja auch in der Verlängerung die klar besseren Chancen, aber wir schießen einfach noch zu wenig Tore", fand Steer einen Kritikpunkt am ansonsten sehr guten Spiel seines Teams am vergangenen Sonntag. Heute, Freitag, 19.30 Uhr, steht in Bad Tölz wieder ein Auswärtsspiel an - von der Entfernung und vom Kaliber des Gegners eine Kategorie niedriger anzusiedeln als die beiden letzten Widersacher Herne und Dortmund. Und genau da liegt die Gefahr: "Das ist eine reine Kopfsache. Wir müssen die Tölzer genauso ernst nehmen wie Herne oder Dortmund, wir müssen unsere erfolgreiche Auswärtstaktik genauso umsetzen wie in allen bisherigen Auswärtsspielen, dann werden wir auch gewinnen."

Für Bad Tölz das Spiel des Jahres

Für die blutjungen Tölzer ist das Heimspiel gegen den Tabellenzweiten Rosenheim das Spiel des Jahres. Dieses Derby wollen die "Buam" für sich entscheiden und sich für die knappe 0:1-Niederlage im Vorspiel revanchieren. "Die werden Druck ausüben, viel laufen und kämpfen", weiß Steer, der allerdings voll auf sein komplettes Team (auch Niko Senger ist wieder dabei) vertrauen kann, denn auswärts haben die Starbulls bisher in jedem Spiel gepunktet.

Für einen Starbulls-Spieler ist es eine besondere Partie, denn Alan Reader kehrt an seine alte Wirkungsstätte zurück, das allerdings noch ohne Torerfolg für die Starbulls im Gepäck. Seit seinem ersten Einsatz (Heimspiel gegen Bad Tölz) sind acht Spiele vergangen und Reader hat bislang nur sechs Assists auf seinem Konto. "Trotzdem bin ich mit ihm zufrieden. Er arbeitet sehr viel für die Mannschaft und ist voll akzeptiert. Die Tore kommen von allein", erklärte Steer, der von einer momentan sehr guten Stimmung bei seinem Team berichtet.

Reader gefällt es super in Rosenheim

Das bestätigt auch Alan Reader bei einem Interview auf der Starbulls-Homepage: "Bis jetzt gefällt es mir wirklich super, ich wurde sehr gut aufgenommen und es macht richtig Spaß hier. Das Umfeld ist sehr professionell, wie in der DEL, und natürlich merkt man auch die lange Eishockeytradition. Mittlerweile habe ich auch eine kleine Wohnung. Ich würde gerne länger hier bleiben. Die Umgebung gefällt mir sehr gut, südlich von München ist es einfach traumhaft!" Jetzt fehlen nur noch Tore und die will Reader entweder heute oder am Sonntag, 18 Uhr, im Heimspiel gegen Passau schießen.

Passau bislang unter seinen Möglichkeiten

Der Sonntag-Gegner spielt laut Steer "bisher weit unter seinen Möglichkeiten". Mit 16 Punkten aus elf Spielen belegen die Passauer derzeit den sechsten Tabellenplatz. Kurios verlief das Hinspiel in Passau, als die Black Hawks mit 3:0 in Führung gingen und Rosenheim nach einer erfolgreichen Aufholjagd mit 4:3 gewann. Allein dieser Spielverlauf sollte den Starbulls für den Sonntag Warnung genug sein.

bz/Oberbayerisches Volksblatt

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