Ehrhoff: Frust wegen NHL-Lockout

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Christian Ehrhoff

Krefeld - Eishockey-Superstar Christian Ehrhoff ist angesichts des drohenden Saisonausfalls in der NHL frustriert und hat die Team-Besitzer scharf angegriffen.

Auch die Aussicht auf Weihnachten in der Heimat kann Dennis Seidenberg und Christian Ehrhoff derzeit nicht so recht trösten. Die beiden deutschen NHL-Superstars sind frustriert. Am US-Feiertag Thanksgiving wollte beiden Nationalspielern am Donnerstag wie vielen Eishockey-Fans in Nordamerika der traditionelle Truthahn-Braten nicht so recht schmecken.


„Es ist schon frustrierend zu sehen, dass wenig Bewegung in den Verhandlungen ist“, bekannte Seidenberg im Interview mit der Nachrichtenagentur dpa. Der Stanley-Cup-Sieger von 2011 hatte vor knapp zwei Wochen das amerikanische Erntedankfest als psychologisch wichtiges Datum ausgemacht. Sollte bis dahin keine Lösung im Lockout genannten NHL-Tarifstreit gefunden sein, so der Verteidiger der Boston Bruins, dann stünde die gesamte Saison auf der Kippe. „Ich hoffe, dass wir bald eine einvernehmliche Lösung finden“, sagte Seidenberg nun. Doch er weiß auch: Es wird immer unwahrscheinlicher.

Seit Monaten sind die NHL-Profis von den Clubs ausgesperrt. Alle Spiele bis Ende November sind bereits abgesagt, die Dezember-Spiele dürften bald folgen. Zum ersten Mal seit 2004/2005 droht die Absage einer gesamten Saison. Vor allem in den USA, wo es das Eishockey neben American Football, Baseball und Basketball ohnehin immer schwerer hat, droht die NHL endgültig ins Abseits zu geraten. „Der Lockout ist für beide Seiten nicht gut“, sagte Seidenberg.


Den Teams gehen Werbeeinnahmen durch die Lappen, der Imageschaden ist immens. Die Spieler bekommen für die Dauer des Lockouts ihre üppigen Millionen-Gehälter nicht bezahlt, obwohl viele in Europa aktiv sind. Ehrhoff zum Beispiel, einer der best-bezahltesten Verteidiger weltweit, spielt aktuell unentgeltlich für seinen Heimatclub Krefeld Pinguine in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). Entsprechend sauer ist der Profi der Buffalo Sabres auf die Team-Eigner, die im Streit mit den Spielern nicht nachgeben wollen.

„Es ist schwer nachzuvollziehen, dass jemand so auf seiner Meinung beharrt, sie der anderen Partei aufzwingt und auf stur schaltet“, kritisierte Ehrhoff. Es geht bei dem Streit vor allem um die Verteilung der jährlichen Einnahmen von rund 3,3 Milliarden Dollar. Bislang bekamen die Spieler 57 Prozent, waren nun aber bereit, auf weitere sieben Prozent zugunsten der Liga und der Teams zu verzichten. Der Vorschlag wurde am Thanksgiving-Vorabend abgelehnt.

„Es ist frustrierend, mitansehen zu müssen, wie unser sehr faires Angebot abgelehnt wurde“, sagte Ehrhoff, der sich nun wie Seidenberg auch auf sein erstes Weihnachtsfest in Deutschland seit zehn Jahren einstellt. Mit gemischten Gefühlen. „Es war schon komisch, zu dieser Jahreszeit in Deutschland zu sein und die Bäume ohne Blätter zu sehen“, meinte Ehrhoff, und Seidenberg gab unumwunden zu: „Klar, lieber würde ich Weihnachten zu Hause in Boston verbringen.“

Seidenberg ist mit einer Amerikanerin verheiratet, seine Familie lebt in Boston. Mitte Dezember soll sie nun aber nach Deutschland kommen. Den deutschen NHL-Profis schwant allmählich, dass der ursprünglich als Zeitvertreib geplante DEL-Ausflug zur Dauerlösung für die gesamte Saison werden könnte. Zu Ehrhoff, Seidenberg, Marcel Goc (Mannheim) und Alexander Sulzer (Ingolstadt) gesellte sich gerade erst Thomas Greiss (Hannover). Der Torhüter der San José Sharks hatte zunächst nicht glauben können, dass der Lockout so lange andauert.

Das NHL-Dilemma freut zumindest die DEL-Fans und könnte auch für das Nationalteam zum Segen werden. Fällt die NHL-Saison komplett aus, könnte die DEB-Auswahl mit NHL-Verstärkung zur wichtigen Olympia-Qualifikation im Februar und zur WM im Mai antreten. Doch selbst Nationaltrainer Pat Cortina ist die Situation nicht ganz geheuer. „Auch ich bin ein Eishockey-Fan. Der Lockout ist nicht gut für das Eishockey, und ich hoffe, sie können es so schnell wie möglich lösen“, sagte Cortina der dpa. Auch wenn er die NHL-Profis liebend gerne dabei hätte - der Schaden für die gesamte Sportart Eishockey nimmt mit jeder weiteren Lockout-Woche zu.

dpa

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