Trotz eines klaren 7:4-Sieges gegen Nürnberg konnte Waldkraiburg den Klassenerhalt noch nicht feiern

EHC-Duell geht erneut an die Löwen

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Traf zum Abschluss: Daniel Hämmerle machte das siebte Waldkraiburger Tor. Trotz des klaren Siegs war der Klassenerhalt am Freitagabend offen. Gestern Abend kam es zum entscheidenden Spiel gegen Pfaffenhofen.

Beim Blick auf die Ränge im Waldkraiburger Stadion fühlte man sich am Sonntag etwas an Aufzeichnungen von Fußballspielen aus den 60er- und 70er-Jahren erinnert.

Nur lauscht man heute bekanntlich nicht mehr der Live-Übertragung eines anderen Spiels am tragbaren Radio, sondern informiert sich per Mobiltelefon über die Spielstände in anderen Stadien. Verständlich war das allemal, denn die Löwen mussten, um den vorzeitigen Klassenerhalt feiern zu können, gegen Nürnberg gewinnen. Gleichzeitig musste man auf einen Heimsieg von Germering gegen Pfaffenhofen hoffen. Und der gelang: Die Germeringer siegten mit 5:4 gegen Pfaffenhofen.


EHC-Trainer Jan Smolko schien während der Woche an den richtigen Schrauben gedreht zu haben, denn die Löwen legten druckvoll los: Ganz anders als noch fünf Tage zuvor, beim blamablen 1:8 gegen Germering, präsentierten sie sich lauffreudig und passsicher. Nachdem sie ihre erste Unterzahl überstanden hatten, drückten die Hausherren die Gäste aus Mittelfranken zunehmend in deren Drittel.

Martin Führmann traf in der achten Minute dann auch zum ersehnten 1:0 für Waldkraiburg. Gut 90 Sekunden später nutzte der EHC seine erste Überzahl und Jürgen Lederer lenkte Martin Führmanns Schuss von der blauen Linie ins Tor zum 2:0. Nürnberg agierte sehr defensiv, nur mit schnellen Pässen in die Spitze versuchten sie die Abwehr des EHC auszuhebeln, was ein ums andere Mal auch gelang, doch Keeper Birk hatte bis dahin einen guten Tag erwischt. Nach überragendem Pass von Daniel Hämmerle, durch die Beine eines 80er-Verteidigers, ging Sergej Piskunov plötzlich allein gegen Keeper Tobias Güttner. Diese Chance ließ sich der 35-jährige Deutsch-Kasache nicht entgehen und mit einer 3:0-Führung ging es in die erste Pause.


Im zweiten Drittel kam den Löwen ihre Leichtigkeit der ersten 20 Minuten abhanden. Nun waren sie es, die sich ins eigene Drittel drücken ließen, die Scheibe oft nicht klären konnten, und die Gäste damit einluden, wieder in die Partie zu finden.

Beim 3:1 durch Kevin Altmann nach 26 Minuten machte Keeper Birk nicht die beste Figur, beim 3:2 durch Hannes Körber gut zwei Minuten später, sah es sogar noch ein wenig schlimmer aus. Als dann Nürnberg in der 32. Minute auch noch einen Penalty zugesprochen bekam und Altmann diesen zum Ausgleich verwandelte, wurden auf der Tribüne die Mobiltelefone weggesteckt, denn es war wieder Zittern angesagt. Doch die Löwen fanden wieder ins Spiel und Jan Loboda (33.) und Daniel Hämmerle (36.) schossen den EHC zum zweiten Pausenstand von 5:3.

Den Schlussdurchgang ging Waldkraiburg wieder konzentrierter an und auf den Tribünen konnte man sich den Blick auf die Mobiltelefone sparen, denn Germering lag nach 1:0-Führung auf einmal mit 1:2 zurück. Der EHC erhöhte mit Mario Sorsak währenddessen auf 6:3 (43.) und den so gut wie geschlagenen Nürnbergern war der Frust darüber mehr und mehr anzumerken. Die Spielweise wurde nun etwas intensiver, doch Daniel Hämmerle netzte trotzdem zum 7:3 ein (55.).

In Germering hatten die "Wanderers" die Partie wieder gedreht, inzwischen waren sie mit 3:2 in Front und der EHC hätte bei diesem Endstand den Klassenerhalt geschafft. Daran änderte auch Martin Wieners Tor zum 7:4-Endstand nichts mehr (60.).

Das Spiel in Waldkraiburg war zu Ende und nun kamen wieder die Mobiltelefone zum Einsatz, denn in Germering wurde noch gespielt und es wurde dramatisch. Germering erhöhte sogar auf 4:2, doch Pfaffenhofen schaffte den 4:3-Anschluss. Zwei Minuten vor Schluss nahmen die Pfaffenhofener dann ihren Keeper vom Eis und erzielten den Ausgleich. Es ging ins Penalty-Schießen, das Germering gewinnen sollte, doch war dies für die Löwen nicht mehr interessant, denn nur ein klarer Sieg der Germeringer nach 60 Minuten hätte ihnen geholfen. So hat sich Pfaffenhofen einen wichtigen Punkt gesichert, im Finale der Abstiegsrunde zwischen Waldkraiburg und Pfaffenhofen ging es gestern Abend um Platz zwei der Abstiegsgruppe B und damit den vorzeitigen Klassenerhalt.

Statistik

EHC Waldkraiburg - EHC Nürnberg 7:4 (3:0/ 2:3/ 2:1).

Tore: 1:0 07:43 Führmann M. (Nutz P.), 2:0 09:19 Lederer J. (Führmann M., Loboda J.), 3:0 16:14 Piskunov S. (Hämmerle D.), 3:1 26:27 Altmann K. (Hörl P.), 3:2 28:31 Körber H. (Priem A.), 3:3 31:59 Altmann K. (Penalty), 4:3 33:19 Loboda J. (Lederer J.), 5:3 36:28 Hämmerle D. (Lederer J.), 6:3 43:06 Sorsak M. (Piskunov S., Schrödinger A.), 7:3 55:42 Hämmerle D. (Lederer J., Loboda J.), 7:4 59:45 Wiener M. (Hörl P.).

Strafen: EHC Waldkraiburg 6 Strafminuten, EHC 80 Nürnberg 8 Strafminuten, Zuschauer: 306.

göß/Waldkraiburger Nachrichten

Quelle: rosenheim24.de

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