Nur Bergmann war schneller

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Erleichterung pur bei Alan Reader nach seinen beiden ersten Toren für die Starbulls.

Rosenheim - Neues aus der Starbulls-Statistik: Stephan Gottwalds Tor gegen Passau war das zweitschnellste in der Rosenheimer Oberliga-Geschichte! Und auch in anderen Punkten war das Wochenende bemerkenswert.

Lesen Sie hier den Bericht des Oberbayerischen Volksblatts vom Dienstag:

Natürlich war es ein Desaster, dieses letzte Drittel in Bad Tölz, doch durch den 6:3-Sieg der "Löwen-Babys" in Peiting (!) am Sonntag wurde es relativiert, und der objektive Fan konnte durchaus zu der Einsicht kommen, dass der 0:5-Einbruch vielleicht doch nicht (nur) an einer katastrophalen Starbulls-Leistung, sondern ebenso an einer an diesem Wochenende über sich selbst hinauswachsenden Außenseiter-Truppe aus dem Oberland lag.

Und Hand aufs Herz: Nicht nur die Starbulls haben bisher nicht das Niveau der letzten Saison erreicht. Nein, nach dem Aufstieg von Hannover und Kaufbeuren und dem Ausstieg der besseren Ost-Klubs werden heuer ligaweit kleinere Brötchen gebacken. Wie könnte es sonst sein, dass das Steer-Team trotz bisher meist unbefriedigenden (Heim-) Leistungen den zweiten Platz innehat, über das beste Penalty-Killing verfügt und sogar im Powerplay (!) zu den Spitzenteams gehört?

Fünf Tore in einem Drittel nicht selten

Aber wenden wir uns den Details dieses Wochenendes zu. Natürlich purzelten im Schlussdrittel in Bad Tölz die Minusrekorde, und zwar: Das schnellste Gegentor nach Wiederanpfiff (34 Sekunden), drei, vier und fünf "Miese" binnen 2:56 Minuten, 5:58 Minuten und 19:18 Minuten. Und während es die beiden Ersteren noch in die Negativ-Top-Ten der Rosenheimer Oberliga-Historie schafften (Rang zehn bzw. sechs), waren den Starbulls fünf Gegentore in weniger als 20 Minuten in den vorangegangenen fünf Jahren Oberliga schon im Dutzend passiert. Man braucht auch gar nicht weit zurückzublättern, denn bei der ersten Niederlage der vergangenen Saison ging man beim 4:8 in Füssen im Mittelabschnitt mit 0:5 baden (und dies sogar binnen 13:13 Minuten). Die fünf Gegentreffer in Tölz ohne einen einzigen Rosenheimer dazwischen waren übrigens auch ein Novum der laufenden Saison.

Wieder 2:0-Führung aus der Hand gegeben

Bedenklich, dass in Tölz zum zweiten Mal hintereinander ein Auswärtsspiel nach einer souveränen 2:0-Führung verloren ging, denn auch in Herne hatten die Starbulls ja 2:0 geführt, dort aber immerhin noch einen Punkt geholt. Überhaupt war das Schlussdrittel in letzter Zeit kein gutes für Rosenheim, denn vor dem 2:0 am Sonntag hatte man siebenmal in Folge diese 20 Minuten nicht mehr für sich entscheiden können (zweimal remis, fünfmal negativ bei 5:14 Toren). Im Gegensatz dazu ist man im Mitteldrittel seit fünf Spielen ungeschlagen (dreimal positiv, zweimal remis, 8:1 Tore).

Aber am Sonntag kam ja Passau und hatte sein eigenes unliebsames "Déjà-vu". Vor Wochen auf eigenem Eis führten die Niederbayern 3:0 gegen die Starbulls, diesmal 2:1 - und kassierten dann im restlichen Spielverlauf vier Tore in Folge. Maßgeblich daran beteiligt war am Sonntag der Sturm mit Alan Reader, Mitch Stephens und Ron Newhook, die mit zehn Scorerpunkten kräftig absahnten. Besonders bei Alan Reader ist (hoffentlich) der Knoten geplatzt; immerhin feierte er nach zehn torlosen Spielen nun seine ersten beiden Tore gleich mit einem Vier-Punkte-Match! Konstantester Torschütze ist zurzeit allerdings Stephan Gottwald, der in den letzten vier Spielen jedesmal nie leer ausging. Sein Auftakttor nach 33 Sekunden war übrigens das zweitschnellste Rosenheimer Tor zu Spielbeginn in der Oberliga. Lediglich Matthias Bergmann hatte am 5. Dezember 2004 noch schneller, nämlich nach 25 Sekunden, den Klosterseer Torhüter Eitermoser beim 6:4-Sieg erstmals überwunden.

Stark in Unterzahl

Überzeugen konnte am Sonntag wieder einmal das Rosenheimer Unterzahlspiel. Obwohl Passau ein flottes, brandgefährliches Powerplay aufzog, ließen die Starbulls in neun Unterzahlphasen nur ein einziges Gegentor zu. Und dabei wurde auch wieder einmal ein Problem des heutigen Eishockeys (zumindest für altgediente Fans) augenfällig: Diese unseligen "Null-Toleranz-Regeln", wie sie seit zwei Jahren angewendet werden. Obwohl der Schiedsrichter gut leitete und sich nicht in den Mittelpunkt stellte wie manche seiner Kollegen, waren die Teams nur etwas mehr als die Hälfte des Spieles komplett auf dem Eis. 29:40 Minuten wechselseitige Unterzahl in einem Match, das kein einziges böses Foul und keine gehässige Szene beinhaltete, ist einfach lächerlich. Woraus man schließt: Es müssen nicht unbedingt die Akteure auf dem Eis sein, die die Fans frustrieren...

Oberbayerisches Volksblatt

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