Auswärtsaufgabe für die Löwen

OVB
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Eislöwe Jan Loboda will gegen Senden wieder Tore erzielen.

Senden - Zu ihrem dritten Spiel in der noch jungen Landesligasaison reist die erste Mannschaft des EHC Waldkraiburg an diesem Freitag in den Landkreis Neu-Ulm, zum 1. EC Senden.

Durch die zwei deutlichen Siege zum Auftakt gegen Kempten (11:1) und den EHC Bad Aibling (10:3) hat die Truppe von EHC-Coach Mitch Pohl zwar Selbstvertrauen tanken können und will jetzt natürlich nachlegen - der Chef an der Bande fordert dafür aber erneut volle Konzentration und höchste Disziplin seiner "jungen Wilden."


"Eigentlich gilt in dieser Liga für jede Begegnung das Gleiche - man kann nur über Leidenschaft und Kampf die Spiele für sich entscheiden. Das steht an erster Stelle und muss auch gegen Senden passen", erklärt der 42-jährige Pohl. Über Tempo und Einsatz muss seine Mannschaft in die Begegnung mit den "Crocodiles" kommen, dann könnte es vielleicht klappen, mit dem dritten Sieg in Folge und gleichzeitig dem ersten auf fremdem Eis.

Senden ist ein noch recht junger Eishockeyclub. Erst 1983 wurden die "Crocodiles" gegründet, in der Saison 1990/91 wurde man als Bezirksligist Vizepokalsieger im Bayernkrug. 1993 schaffte man erstmals den Aufstieg in die Landesliga, nach drei Jahren ging es aber wieder hinab in die Bezirksliga. Allerdings nur für eine Spielzeit und drei Jahre später, im Jahr 2000, erspielten sich die "Crocodiles" ihre beste Landesligaplatzierung: Sie wurden Dritter.


Da man zur Saison 2002/2003 keine erste Mannschaft melden konnte, wurde man in die Bezirksliga zwangsversetzt, 2009 schaffte Senden dort erneut den Aufstieg, spielt derzeit damit die aktuell zweite Landesligasaison in Folge und wurde im Vorjahr Siebter seiner Gruppe.

Der 1. EC Senden ist mit drei Niederlagen in die Saison gestartet: Zum Auftakt gab es ein 3:10 gegen den EHC Bad Aibling, am letzten Wochenende folgten zwei Niederlagen gegen Trostberg (1:2) und Schongau (1:12). Mit null Punkten und den meisten Gegentoren belegt die Mannschaft von Christian Brix damit den 15. und somit letzten Tabellenplatz.

Die "Löwen", mit zwei Siegen aus den bisherigen beiden Spielen, liegen auf Rang drei hinter Fürstenfeldbruck (vier Siege in vier Spielen) und der EA Schongau (drei Siege in drei Spielen). Auf dem Papier sind die Rollen für die Partie am Freitagabend (20 Uhr) also eigentlich klar vergeben, doch Papier ist bekanntlich geduldig und jeder Höhenflug einer Mannschaft kann einmal zu Ende gehen. Das weiß auch EHC-Coach Mitch Pohl, besonders bei seinem Team: "Mangelnde Erfahrung kann da genau der entscheidende Punkt sein.

Besonders wenn man dann auch noch auswärts spielt, da kann ein Spiel schnell kippen", ganz egal, wie die Tabellensituation auch sein mag. Bevor irgendeiner seiner Spieler zum Höhenflug abhebt und meint, jede Partie laufe wie von selbst, wird der "Löwen"-Coach deshalb zum Löwenbändiger: "Dann greif ich sie mir schon. Wir dürfen kein Spiel locker angehen, das können wir uns gar nicht erlauben. Dann gibt's nämlich schnell einen Schuss vor den Bug."

So konzentriert wie möglich müsse sein Team also bei der Aufgabe im halboffenen Illerauer Stadion zu Werke gehen, wie zuletzt beim eindrucksvollen Erfolg gegen Aibling die Vorgaben des Trainers richtig umsetzen: "Die Art und Weise, wie die Truppe da aufgetreten ist, war ein echter Lichtblick. Wir wollten Bad Aibling immer früh unter Druck setzen, uns von ihrer Spielweise nicht beirren lassen, hohes Tempo gehen und ihnen keine Sekunde Zeit zum verschnaufen lassen."

Genau das hat der EHC getan, und am Ende stand ein verdienter 10:3-Sieg. Darauf lässt sich aufbauen, in der gleichen Art und Weise muss die Mannschaft um Kapitän Peter Richter auch gegen den 1. EC Senden auftreten. Die Rahmenbedingungen stimmen, denn bis auf Mathias Meier und wohl auch Dominik Bahner sind alle Spieler dabei, jetzt müssen sie nur zeigen, dass die überragende Leistung gegen Bad Aibling keine Eintagsfliege war und auch auswärts gepunktet werden kann.

göß/Mühldorfer Anzeiger

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