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SV Seeon-Seebruck - SC Inzell 5:4

5:4! Irrer Relegations-Kick zwischen Seeon-Seebruck und Inzell!

Die Mannschaft feiert den Sieg. SVS-Trainer Ralf Rößler schwört sein Team auf die kommende Partie gegen den SV Riedering ein.
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Die Mannschaft feiert den Sieg. SVS-Trainer Ralf Rößler schwört sein Team auf die kommende Partie gegen den SV Riedering ein.

Grabenstätt – In einem ebenso verrückten wie unglaublich torreichen Match zwischen dem SV Seeon-Seebruck und dem SC Inzell, in dem immer mal wieder einer davon und der andere nachzog, hatte am Ende der SVS das glücklichere Ende für sich. Die Grün-Weißen siegten in einem Herzschlagfinale knapp über den SCI, vermasselten diesem den Ausftieg – und dürfen selber weiter auf den Kreisligaerhalt hoffen.

Der Kick zwischen Seeon-Seebruck und Inzell war von Anfang an eine wilde Angelegenheit. Ohne großen Anlauf ging es gleich voll zur Sache – und ordentlich hin und her. Beide Mannschaften legten ein sehr ordentliches Anfangstempo auf den Grabenstätter Rasen. Dieses sollte auch die komplette erste Hälfte über, trotz der warmen Temperaturen, nicht merklich abnehmen. Die physische Leistung der Akteure war also durchaus beachtlich.

Die Teams schenken und nehmen sich nichts

Und die rund 700 Zuschauer bekamen einiges geboten. Beide Teams verzichteten weitestgehend auf Bemühungen zu verteidigen – und gingen lieber mit fast schon naiv-offenem Visier in die Offensive. Dies sollte für das ein oder andere Kopfschütteln, aber auch den ein oder anderen Schenkelklopfer sorgen – das Publikum jedenfalls wurde bestens unterhalten. Die Trainer hingegen dürften es – da geordnet Verteidigen ja gemeinhin als leichter gilt als kreativ Angreifen - teilweise wohl „maximal wild“ gefunden haben. Mit zu viel Ordnung wurde sich hier nicht lange beschäftigt – es ging munter rauf und runter.

Vorteile auf der einen oder anderen Seite waren dabei eher selten erkennbar – im großen und ganzen war das eine ausgeglichene Angelegenheit. Sorglos in der Defensive, überfallartig im Angriff - beide Mannschaften nahmen sich da nichts. Auch im Mittelfeld wurde sich nicht lange aufgehalten, sondern dieses meist äußerst schnell überbrückt. Und so sorgte tatsächlich gefühlt jeder dritte nach vorne gespielte Ball – egal ob präziser Pass oder Befreiungsschlag – für eine Torchance auf einer der beiden Seiten. Dementsprechend waren die kompletten 90 Minuten eine Aneinanderreihung von besten Möglichkeiten. Mit einer irren Torfolge!

Zwei Riesen-Chancen für Seeon

Schon nach acht Minuten begann die Show mit einer gewaltigen Chance für Seeon: Simon Heitauer wurde am linken Flügel frei gespielt, bekam die Chance ganz frei zu flanken - zog aber fast von der Außenlinie einfach aufs Tor! Der Ball wurde immer länger, ging über den verdutzten Inzeller Keeper Sebastian Schwabl hinweg, klatschte an die Innenseite des Winkels – und sprang von dort raus! Was für ein Auftakt!

Direkt im Anschluss die nächste Riesenchance für den SVS: Inzells Abseitsfalle funktionierte nicht, der Pass der Seeoner kam an, Daniel Axthammer war halblinks im Strafraum völlig blank, zog aus Elfmeterdistanz ab – und der Ball donnerte krachend gegen die Unterkante der Latte und sprang von dort einen halben Meter vor die Linie (10.)! Torhüter Schwabl wäre erneut geschlagen gewesen - so konnte er den Ball locker aufnehmen.

Inzell legt in der zwölften Minute vor

Zu diesem Zeitpunkt sah alles nach einem furiosen Auftakt der Seeon-Seebrucker aus – zwei Minuten später klingelte es auf der Gegenseite: Urplötzlich kam Inzells Fabian Zeidler an der linken Strafraumecke an den Ball, hatte den Mut und zog beherzt nach innen, ließ noch einen Abwehrspieler alt aussehen - und schoss flach und überlegt ins lange Eck (12.)! 1:0 für den Underdog.

In den folgenden sieben, acht Minuten war der SVS etwas angeschlagen, Inzell bekam aufgrund des Wirkungstreffers kurzzeitige Vorteile: Am Strafraum der Seeoner kam Andreas Diessbacher zentral an den Ball, drehte sich - und nagelte das Ding an die Latte (20.)! An richtig dicken Torchancen und spektakulären Szenen mangelt es hier wahrlich nicht.

Nur zehn Minuten später der Ausgleich

Kurz darauf fiel dann aber der Ausgleich. Das Match war wirklich ein munteres Treiben: Die Seeoner schlugen einen langer Ball aus dem Mittelfeld in die Spitze. Etwa auf Höhe der Strafraumgrenze wurde Florian Linner zentral nicht gut genug gedeckt, ging mit dem Rücken zum Tor volles Risiko, nahm das Leder aus der Drehung direkt - und traf unhaltbar zum 1:1 (22.)! Alles auf Anfang.

Chancenmäßig ging es völlig ab - und kunterbunt hin und her. Jetzt war wieder Inzell am Zug: Weil der SVS nicht aufpasste, erreichte ein Ball in die Sturmspitze Diessbacher am Elfmeterpunkt. Der hatte die große Möglichkeit, wurde aber beim Abschluss noch von einem hineingrätschenden Abwehrspieler entscheidend gestört - und knallte die Kugel weit in den blauen Himmel über Grabenstätt (27.)!

Linner und Axthammer legen nach

Nach 35 Minuten war wieder Seeon-Seebruck an der Reihe: Und wieder reichte ein einfacher langer Ball nach vorne. Seeons Florian Linner verarbeitete den Ball, zog mit viel Dynamik los in Richtung Tor - und war halblinks im Sechzehner vom störenden Thomas Egger nur noch mit einem Foul zu bremsen. Klarer Elfer für Seeon! Beim fälligen Strafstoß blieb Axthammer ganz cool, verlud den Torwart - und verwandelte sicher ins linke Eck (36.)! Führungswechsel - 2:1 für den SVS.

Dem ließen die Grün-Weißen gleich den Doppelschlag folgen: Wieder ging es über die linke Offensivseite der Seeoner zu schnell für Inzell. Wieder war Linner durch, drang von links in den Strafraum ein und spielte in drei gegen eins Überzahlsituation clever quer auf Philipp Eder. Der blieb ebenfalls eiskalt, legte sich noch einmal den Ball zurecht - und markierte abgeklärt das 3:1 für die Seeon-Seebrucker (38.)!

Inzell schafft den erneuten Ausgleich

Wer jetzt gedacht hatte, dieser Doppeltreffer kurz vor der Halbzeitpause sei so etwas wie eine Art Vorentscheidung in diesem Match, sah sich getäuscht. Mitnichten. Denn nur Momente darauf wurde alles wieder auf den Kopf gestellt: Freistoß für Inzell von der linken Seite, etwa 25 Meter vor dem Tor. Die Abwehr des SVS verzichtete wundersamer Weise darauf eine Mauer zu stellen. Michael Schaffler führte aus, der Ball kam durch Freund und Feind hindurch halbhoch als Aufsetzer aufs Tor, wurde noch leicht abgefälscht – und Seeons irritierter Keeper Manuel Hömmerich ließ ihn ins lange Eck passieren (43.)! Nur noch 2:3 aus Sicht des SCI.

Service:

die Spielstatistik

Relegation im Überblick

Dem Wahnsinn die Krone auf setzte dann der Doppelschlag nach dem Doppelschlag: Abschlussversuch Inzell - der Ball kam zunächst nicht durch. Doch den zweiten Ball nahm Inzells Zeidler zentral im Rückraum auf, ging durch die wie ein Schweizer Käse verteidigende Abwehr der Seeoner hindurch nach halblinks in den Strafraum - und schloss trocken ins rechte Eck ab (45.)! Der Irrsinn war real – hier stand es plötzlich wieder unentschieden 3:3. Nach vier Treffern in weniger als zehn Minuten!

Auch in der zweiten Hälfte viele Chancen

Dann war erst einmal Pause. Was für ein durch und durch verrücktes Spiel! Was verdient oder unverdient war, ließ sich hier schwerlich sagen - ungerecht war der Zwischenstand jedenfalls nicht. Beide Teams mussten jetzt aber erst einmal tief Luft holen.

Auch in Halbzeit Zwei ging es weiter hin und her - wenn auch etwas langsamer als vor dem Seitenwechsel. Beide Mannschaften hatten in anstrengenden ersten 45 Minuten viel Kraft gelassen. Tore fielen jedoch weiterhin: Bei einem Vorstoß des SV Seeon-Seebruck aus dem linken offensiven Mittelfeld heraus machte Inzells Abwehr erneut wenig Anstalten einzugreifen. Seeons Philipp Eder trieb den Ball in die gefährliche Zone, ging ungehindert noch ein paar Meter über die Strafraumgrenze - und traf ohne Mühe zur erneuten Führung für die Grün-Weißen! 4:3 für den SVS!

Nächste Großchance für Inzell

Doch auch das hatte keine vorentscheidende Bedeutung. Dafür, dass hier eine der beiden Mannschaften mal von etwas hätte geschockt oder mitgenommen sein können, blieb schlichtweg keine Zeit. Die „wilde Hatz“ ließ es einfach nicht zu – die nächste Großchance bekam wieder Inzell: Andreas Panitz kam aus etwa dreizehn Metern zentral im Sechzehner zum Schuss und zimmerte das Leder aufs linke Eck - Glanzparade von SVS-Schlussmann Hömmerich (61.)!

In der Folge beruhigte sich das Geschehen in dieser Partie zum ersten Mal etwas. Jetzt mussten wohl doch beide dem hohen Tempo, welches sie gegangen waren, Tribut zollen. Aber dies soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass es weiter Chancen hüben wie drüben gab – in einem vollkommen offenen und ausgeglichenen Spiel.

Erneuter Ausgleich in der 78.

Und – es war nicht zu fassen - auch das Torspektakel ging weiter: Wieder reichte ein simpler hoher Ball in den Strafraum, die Fahne des Linienrichters blieb unten, Inzells Goalgetter Zeidler war an Seeons Torwart Hämmerich vorbei - und schob lässig zum 4:4-Ausgleich ein (78.)! Es war sein dritter Treffer des Tages!

Danach wartete alles darauf, ob das Spiel noch eine besondere Schlusspointe bereithalten – oder ob es erst einmal in die Verlängerung gehen würde. Irgendwann reichte die Tatsache, dass regulär nur noch fünf Minuten zu spielen waren, dann doch tatsächlich, um erstmals so etwas wie leichte Vorsicht aufkommen zu lassen. Beide agierten jetzt bedächtiger.

Seeon macht ganz knapp vor Schluss den Deckel drauf

Und doch fiel noch vor dem Ende der normalen Spielzeit die Entscheidung in diesem Wahnsinns-Match. Das vom wilden Hin und Her geprägte Schützenfest fand schließlich einen Sieger: Sekunden vor Schluss kam irgendwie Seeons Christian Zehetmaier am rechten Fünfereck der Inzeller an den Ball - und schob ihn zum vielumjubelten 5:4 ins Netz (89.)! Ein unglaublicher Jubelsturm in Grün und Weiß brach los!

In fünf Minuten Nachspielzeit tat sich nichts mehr. Das Ding war durch. Nach einem wahnsinnigen Höllenritt über die kompletten 90 Minuten! Der Kreisklassen-Zweite SC Inzell ist raus aus dem Aufstiegsrennen – der SV Seeon-Seebruck hat weiter die Chance, die Kreisliga noch zu halten. Am Montag um 18.30 Uhr trifft der SVS in Prien auf den SV Riedering.

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