Schellenberg fordert Konzentration aufs Wesentliche

Ist Wacker Burghausen gelähmt von der hohen Erwartungshaltung?

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Muhamed Subasic überspringt Stefan Müller, in dieser Szene Wacker obenauf, am Ende gingen die Punkte aber nach Rain.
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Burghausen - Der SV Wacker Burghausen muss einen Fehlstart in die neue Saison der Fußball-Regionalliga Bayern aufarbeiten. Nach dem unerwarteten 2:4 bei Fast-Absteiger TSV 1860 Rosenheim kassierte die Mannschaft von Trainer Wolfgang Schellenberg am Freitag eine noch überraschendere 0:1-Niederlage gegen Aufsteiger TSV Rain.

Waren es in Rosenheim in erster Linie individuelle Fehler, die zur Niederlage führten, so präsentierte sich der Dritte der Vorsaison gegen Rain insgesamt schwach, wie auch Schellenberg feststellte: „Die Jungs haben sich bemüht, da kann man ihnen keinen Vorwurf machen, insgesamt haben wir es aber nicht gut gemacht.“ In seiner Analyse kritisierte der Coach, der Top-Einkauf Sammy Ammari 55 Minuten auf der Bank schmoren ließ und erneut auf den diesmal ebenso fehlerlosen wie unbeschäftigten Keeper Ludwig Zech setzte, die vielen einfachen Ballverluste: „Wir haben oft überhastet gespielt. Die Staffelung war auch nicht gut, deswegen sind wir nicht in die Räume gekommen.“ Viel zu häufig versuchten es die Gastgeber mit langen Bällen, die von den beiden gut funktionierenden Ketten der Rainer aber immer wieder abgefangen wurde. Kamen die Bälle dann doch mal in die Nähe der Box war spätestens beim starken Innverteidiger-Duo Fabian Triebel und David Bauer Endstation.

Subasic vergibt Chance zur Führung

Nach Warnschüssen von Andrija Bosnjak und Christoph Maier hätte Felix Bachschmid in der 19. Minute nach perfektem Zuspiel von Muhamed Subasic die Führung erzielen müssen, schob die Kugel aber an Kevin Maschke und dem langen Pfosten vorbei. „Für mich eine der Schlüsselszenen des Spiels“, so Schellenberg, dessen Team mit der ersten nennenswerten Möglichkeit der Gäste in Rückstand geriet. Nach einem Standard zog Blerand Kurtishaj aus acht Metern ab, Kapitän Lukas Aigner verhinderte den Einschlag auf der Linie, doch Michael Knötzinger, in der Jugend mit Emre Can bei Bayern ausgebildet, drückte den Abpraller über die Linie (35.).

Wacker soll sich wieder aufs Wesentliche konzentrieren

„Das Tor hat uns natürlich in die Karten gespielt, danach ist es genauso gelaufen, wie wir uns das erhofft hatten“, freute sich Rains junger Trainer Alexander Käs über seinen Einstandssieg. Rain konzentrierte sich in der Folge mit großer Disziplin auf die Sicherung des Vorsprungs. Außer ein paar Halbchancen brachten die Gastgeber im zweiten Durchgang nicht Nennenswertes zustande, erst in der Nachspielzeit musste Maschke einen Kopfball von Christoph Buchner aus dem Winkel holen.

„Wir müssen uns jetzt wieder auf das konzentrieren, was uns letzte Saison stark gemacht hat“, fordert Schellenberg und legt nach: „In der Vorbereitung ist viel geredet worden, da müssen sich jetzt mehrere Leute zurücknehmen und auf das konzentrieren, was auf dem Platz wichtig ist.“ Inwieweit der dritte Platz der Vorsaison Phantasien angestachelt hat, ist schwer zu beurteilen, allerdings musste Wacker zwischen dem bärenstarken Start mit fünf Siegen und dem tollen Saisonfinish auch in der vergangenen Saison diverse Rückschläge hinnehmen und längere Durststrecken verkraften. Vielleicht hat sich die Mannschaft ja tatsächlich zu viel vorgenommen und tut sich jetzt unter Umständen am Dienstag in Schweinfurt, wo die Favoritenbürde beim Gegner liegt, sogar leichter.

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MB/dg

Quelle: rosenheim24.de

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