Urteil könnte Signalwirkung auslösen

Nach brutalem Foul in der Kreisklasse: Übeltäter muss Schadensersatz zahlen

Schiedsrichter zeigt rote Karte.
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Rote Karte Fußball (Symbolbild)

Wer seinen Gegenspieler beim Fußball brutal foult und so eine schwere Verletzung billigend in Kauf nimmt, könnte in Zukunft mit einer Schadensersatzpflicht rechen. Das entschied das Schleswig-Holsteinische Oberlandesgericht.

Im Fußball gehören Fouls dazu, das weiß jeder Kicker. Doch auf den Plätzen kommt es auch häufig zu brutalen Fouls, bei denen ein Spieler seine Gegner vorsätzlich verletzten will. Wie das Schleswig-Holsteinische Oberlandesgericht nun entschied, kann bei solchen Vergehen Schadensersatz fällig werden.


„Er hatte keine realistische Möglichkeit, den Ball zu erobern“

Geklagt hatte ein Kreisklassenspieler, der nach acht Minuten auf Höhe des Mittelkreises gefoult wurde und dabei erhebliche Verletzungen erlitt. Der Schiedsrichter zeigte dem Gegner folgerichtig die rote Karte, nun muss der Täter auch Schadensersatz bezahlen.  „Nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme steht fest, dass der Beklagte ein ‚brutales Spiel‘ im Sinne der Regel 12 des DFB begangen hat. Er hat dieses grobe Foul begangen, ohne dass die Spielsituation einen Anlass dafür bot. Er hatte keine realistische Möglichkeit, den Ball zu erobern“, führt das OLG aus.


Die Entscheidung könnte Signalwirkung haben

Die Richter stellten aber auch klar, dass der Grad des Regelverstoßes und das Maß des Verschuldens entscheidend sei. Damit führt nicht jeder Verstoß gegen eine Regel zu einer Schadensersatzpflicht. In diesem Fall habe der Übeltäter eine schwere Verletzung des Kläger in Kauf genommen.

Diese Entscheidung könnte aber bundesweit für Signalwirkungen sorgen. Und das auch auf dem Platz.

ma/dpa

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