Debatte um DFB-Boss wegen Nazi-Vergleich

BFV-Vizepräsident Baier: „Keller entwürdigt Amt des DFB-Präsidenten“

DFB-Präsident Fritz Keller und der 1. DFB-Vizepräsident Dr. Rainer Koch wenden sich in einem gemeinsamen offenen Brief an die knapp 24.500 Fußballvereine in Deutschland.
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DFB-Präsident Fritz Keller und der 1. DFB-Vizepräsident Dr. Rainer Koch wenden sich in einem gemeinsamen offenen Brief an die knapp 24.500 Fußballvereine in Deutschland.

In der Debatte um den Nazi-Vergleich von Fritz Keller gegen Rainer Koch hat Vizepräsident Reinhold Baier vom Bayerischen Fußball-Verband (BFV) den DFB-Boss scharf kritisiert.

München (dpa) - „Völlig unabhängig davon, ob Rainer Koch (BFV-Präsident) als Person die Entschuldigung annimmt oder nicht, entwürdigt Fritz Keller mit diesem unsäglichen Vergleich das Amt des DFB-Präsidenten. Dass überdies das mit dem Sachverhalt befasste DFB-Gremium noch zu keiner Einschätzung dieses indiskutablen Vorgangs gelangt ist, erstaunt umso mehr. Hier geht es beileibe nicht um eine Bagatelle, die nach einem Sturm der Entrüstung dazu führen darf, dass man einfach so zur Tagesordnung übergeht“, erklärte Baier vor einem Treffen der DFB-Spitze mit den Landeschefs am Freitag.

„Ungeheuerlichen Entgleisung“

Die Führungsspitze des DFB und die Landesverbände müssten den „erst jüngst eingeschlagenen Weg der Aufarbeitung konsequent weitergehen“, forderte Baier und legte Keller einen Rücktritt nahe: „Aber darüber hinaus steht es doch außer Frage, dass einzig und alleine Fritz Keller selbst hinsichtlich seiner ungeheuerlichen Entgleisung das Heft des Handelns in Händen hält.“

Keller ist nach einem Nazi-Vergleich in einer DFB-Präsidiumssitzung in den vergangenen Tagen schwer unter Druck geraten. Er hatte DFB-Vize Koch „Bild“ und „Spiegel“ zufolge als „Freisler“ bezeichnet und so mit Roland Freisler, dem Vorsitzenden des Volksgerichtshofes im Nationalsozialismus, verglichen. Beim Treffen in Potsdam an diesem Wochenende will die zerstrittene DFB-Spitze mit den Bossen der Landesverbände das weitere Vorgehen besprechen.

dpa

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