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Die Klubs spüren deutliche Auswirkungen - etwa 1300 Teilnehmer

Die Folgen von Corona für die Vereine aus der Region: Auswertung der Umfrage

Zwei Spieler kämpfen um den Ball.
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Fußball (Symbolbild)

Knapp 1.300 Personen haben an der großen Umfrage von beinschuss.de und der Sportredaktion der OVB-Heimatzeitungen teilgenommen. Im zweiten Teil der Auswertung zeigen wir euch das Meinungsbild über die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Vereine. Dabei geht es um finanzielle Aspekte, über den Austritt von Mitgliedern, fehlende Nachwuchsfußballer und die Unterstützung von Seiten staatlicher Institutionen oder Verbände.

Die Corona-Pandemie dauert an – und von Woche zu Woche werden die prognostizierten Schäden im Amateursport bundesweit größer. Die geltenden Kontaktbeschränkungen haben weiterhin Einfluss auf den Trainings- und Wettkampfbetrieb. Sportstätten und Vereinsgaststätten sind geschlossen, was zu Einnahmeausfälle der Vereine, die mitunter existenzbedrohend sein können, führt.

In einer großen Umfrage von beinschuss.de und der Sportredaktion der OVB-Heimatzeitungen wollten wir wissen, wie es den Spielern und Aktiven aus unserer Region aktuell ergeht, welche Auswirkungen die Corona-Pandemie auf die Vereine hat und wie die Meinungen zum Saison-Abbruch und Anwendung der Quotientenregel sind.

Lesen Sie auch: Saison-Abbruch, Quotienten-Regel und Spielzeit 2020/21: Das sind die Ergebnisse der Umfrage - Teil eins

Insgesamt nahmen knapp 1.300 Personen an der Umfrage teil. Vorstände, Abteilungsleiter, Trainer, Spieler, Eltern und Fans gaben ihr Meinungsbild zur aktuellen Lage ab. Im zweiten Teil der großen Auswertung zeigen wir euch, wie sich die Corona-Pandemie auf die Vereine aus der Region auswirkt. Dabei gehen wir auf die finanziellen Aspekte ein, sowie den Verlust von Nachwuchsspielern, das Miteinander im Verein und das ehrenamtliche Engagment. Zudem zeigen wir auf, ob die Vereine mit der Unterstützung durch Bund, Länder und Verband zufrieden sind und welche Hilfe sie sich erhofft hätten.

Allgemeine Daten zur Umfrage:

Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Vereine aus der Region

Spüren die Klubs aus unserer Region die Auswirkungen der seit mehr als einem Jahr vorherrschenden Corona-Pandemie? Und in welchen Bereich besonders?

Eine klare Mehrheit von 80,5 Prozent der Vereine spüren eine Auswirkung der Pandemie. Dabei handelt es sich allerdings um keine positiven, das gaben 80 Prozent an. Die negativen Folgen überwiegen, am meisten sind diese im Miteinander zu spüren. Gefolgt vom Verlust von Nachwuchsspielern, Verlust des ehrenamtlichen Engagement und Abmeldungen von Mitglieder.

Finanzielle Auswirkungen auf die Vereine aus der Region

Alfons Hörmann, Chef des Deutschen Olympischen Sportbunds, warnte bereits, dass mehrere Analysen gezeigt hätten, dass sich die Schäden im Sport hochgerechnet auf das ganze Land zwischenzeitlich im Bereich von mehreren Milliarden bewegen werden. Deshalb wollten wir wissen, wie sich die finanzielle Lage der Klubs darstellt und wie die Auswirkungen geschätzt werden.

Nur ein geringer Anteil von 8,5 Prozent bewerten die finanziellen Auswirkungen der Corona-Pandemie als „sehr hoch“, dennoch befanden 23,8 Prozent diese als hoch. Immerhin schätzen knapp 41 Prozent der Befragten die finanziellen Folgen als „gering“ oder „sehr gering“. Der Großteil der Vereinsverteter finden zudem, dass die aktuelle finanzielle Lage „neutral“ oder sogar „gut“ ist. Nur 1,2 Prozent sehen diese als „existenzbedrohend“ an. Allen voran die Fehlenden Einnahmen aus Veranstaltungen und dem Spielbetrieb machen den Klubs zu schaffen. 11,2 Prozent gaben an, dass auch die fehlenden Beiträge von ausgetretenen Mitgliedern sich negativ auf die finanzielle Lage auswirkt.

Rückgang von Mitgliedern in den Vereinen aus der Region

Bayerns Sportvereine haben im Corona-Jahr 2020 fast 100.000 Mitglieder verloren. Ende Dezember waren demnach noch gut 4,5 Millionen Menschen Mitglied eines Sportvereins, wie der Bayerische Landes-Sportverband (BLSV) zuletzt mitteilte. „Insbesondere bei den Kindern und Jugendlichen ist dieser Mitgliederrückgang mit fünf Prozent beziehungsweise 3,7 Prozent besonders besorgniserregend“, erklärte BLSV-Präsident Jörg Ammon. Deshalb wollten wir auch in unseren großen Umfrage wissen, ob sich der Rückgang von Mitgliedern und Nachwuchsspielern in den Vereinen aus der Region bemerkbar macht.

Nur drei Prozent der Befragten gaben an, dass die Rückgang von Mitgliedern im Verein „sehr hoch“ sei, der Großteil von 43,9 Prozent bewertet die Folgen als „gering“ bis „sehr gering“ ein. Ganz anderes ist die Lage bei den Jugendspielern. Hier bewertet eine deutliche Mehrheit von 62,2 Prozent die Folgen als „sehr hoch“ beziehungsweise „hoch“. In den meisten Vereinen gab es Abmeldungen von 0 bis 50 Personen, allerdings verzeichneten die Klubs aus deutlich weniger Neuanmeldungen. Über die Hälfte gaben an, dass es keine neuen Mitglieder gab.

Miteinander und ehrenamtliches Engagement im Verein

Die Corona-Pandemie hat auch zur Folge, dass seit Monaten Stillstand in den Vereinen herrscht. Dies wirkt sich auch auf das Miteinander im Verein aus und auch die Folgen für die ehrenamtliche Arbeit sind nicht zu unterschätzen.

Eine klare Mehrheit von 81,1 Prozent alle Befragten Vereinsverteter gaben an, dass die Auswirkungen der Pandemie auf das Miteinander im Klub „sehr hoch“ bis „hoch“ sind. Auch für das ehrenamtliche Engagement schätzen 38,4 Prozent die Folgen der Pandemie als „hoch“ ein. Vor allem im Bereich der Trainer merken viele Vereine einen Rückgang.

Herausforderungen für die Vereine in den kommenden Monaten

Wir wollten von den Vereinsvertetern ebenfalls wissen, in welchen Bereichen sie die größten Herausfordrungen in den kommenden Wochen und nach der Pandemie sehen.

Die Aufgaben sind vielfältig, eine Mehrheit sieht die größte Herausforderung darin, aktive Mitgleider im Verein zu halten und neue zu akquirieren. Zudem geht es auch darum neue ehrenamtliche Mitarbeiter und Trainer zu finden und bereits vorhande zu halten.

Unterstützung der Vereine durch Institutionen

Eine deutliche Mehrheit von 61 Prozent der Befragten gaben an, dass die Institutionen wie Bund, Länder und Verbände die Vereine während der Pandemie nicht genügend unterstützt haben. Nur 14 Prozent gaben an, dass sie mit der Hilfe zufrieden waren.

Auf die Frage, welche Hilfe sich die Vereinsvertreter von den Institutionen gewünscht hätten, äußerten die meisten der Befragten den Wunsch nach mehr finanzieller Hilfe, mehr Planungssicherheit, weniger Bürokratie sowie klarere Entscheidungen und bessere Kommunikation von Seiten des Verbandes.

Nun folgen einige Statements der Befragten:

  • Die Konzepte sollten so ausgelegt werden, dass sich auch für kleinere Vereine umsetzbar sind. Nicht nur für Bayernliga aufwärts.
  • Finanzierungsspritze für notleidende Vereine (je nach finanzieller aktueller Stand viel, mittel oder wenig Unterstützung).
  • Erleichterungen für den Trainingsbetrieb unter Pandemiebedingungen. Direkte finanzielle Unterstützung. Anreize für Übungsleiter auch über die Pandemie hinweg aktiv zu bleiben.
  • Unterstützung beim Ausfüllen von Formularen zur Erlangung von Subventionen und finanzieller Unterstützung. Direkter Draht zum lokalen Gesundheitsamt. Weniger Richtungsänderungen bei den Corona-Regeln.
  • Klare und eindeutige Aussagen und eine nachvollziehbare Vorgehensweise
  • Ich hätte mir gewünscht und wünsche mir immer noch, dass der BFV die fußballose Zeit nutzt, um zusammen mit Vereinsvertretern den Fußball an sich zukunftsfähig zu machen. Zudem sieht man in der Pandemie, dass alle Sportvereine die Kommunen brauchen, nicht nur als Herausgeber von Regeln. Auch hier hätte man schon im vergangenen Jahr im Herbst aktiv werden können, damit sich eigentlich alle Vereine nicht so alleine gelassen fühlen wie in den letzten sechs Monaten. Die Installierung von hauptamtlichen Koordinatoren für Sportvereine in größeren Städten oder zumindest Landkreisen wäre dringend erforderlich.
  • Mehr Einsatz gegenüber der Regierung , da es ist wissenschaftlich längst erwiesen ist, dass sich die Möglichkeit einer Ansteckung auf dem Platz nur im Promillebereich bewegt.
  • Mehr Unterstützung, um Training zu erlauben. Wir reden vom Sport an der frischen Luft und jeder Experte schätzt, dass das Risiko einer Infektion im Promille Bereich ein.
  • Zusätzliche Unterstützung von Nachwuchsförderung wegen Corona pro Jugendlicher bis zum 18 Lebensjahr in Euro.
  • Dezidiertere Betrachtung des Vereinssports in Sachen Freigabe des Sportangebotes. Beweise, dass der Sport eine Corona Hotspot war oder ist, wurden nie belegt, aber pauschal verboten.
  • Bessere Erläuterung der Corona-Konzepte und finanzielle Leistungen für Corona-bedingte Einnahmenverluste.

Der dritten Teil der Auswertung der großen Umfrage von beinschuss.de und der Sportredaktion der OVB-Heimatzeitungen folgt in den nächsten Tagen. Darin geht es um die Maßnahmen der Politik und über die Auswirkungen auf die Amateurfußballer.

ma

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