Kommentar: Fall Alschinger - Es reicht!

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Stefan Alschinger (rot) vom TSV Buchbach

Über diese Szene dikutiert ganz Fußball-Deutschland: In der Regionalligapartie zwischen Fürth und Buchbach zog sich Torhüter Bastian Lerch ein offenes Schädel-Hirn-Trauma zu. Die Reaktionen darauf sind abscheulich. Ein Kommentar. . .

Ein Kommentar von Tobias Ruf

Über diese Szene diskutiert ganz Fußball-Deutschland: In der Regionalligapartie zwischen der SpVgg Greuther Fürth II und dem TSV Buchbach zog sich Fürth-Keeper Bastian Lerch ein offenes Schädel-Hirn-Trauma zu.

Was war geschehen? In der 27. Minute wurde ein langer Ball in den Fürther Strafraum gespielt. Lerch und der Buchbacher Offensivmann Stefan Alschinger wollen an den Ball. Beide stoßen unglücklich zusammen. Alschinger trifft Lerch mit seinem rechten Fuß so unglücklich am Kopf, dass sich der Stollen des Buchbachers in den Kopf des Fürthers drückt - offenes Schädel-Hirn-Trauma. Lerch muss ausgewechselt werden, wird noch am Abend notoperiert und befindet sich glücklicherweise auf dem Wege der Besserung.

Die Reaktionen auf diesen unglücklichen Zusammenprall sehen in den Folgetagen so aus: Alschinger und der TSV Buchbach werden öffentlich an den Pranger gestellt.

Von "Horror-Foul" ist die Rede, andere Medien sprechen von einem "Brutalo-Foul". In den Sozialen Netzwerken erreichen die Beschimpfungen gegenüber Alschinger und dem TSV ein Maß, das es nicht wert ist, an dieser Stelle zitiert zu werden.

Stefan Alschinger wird als blutrünstiger Verbrecher dargestellt, der auf den Fußballplatz geht, um seinen Gegenspieler lebensgefährlich zu verletzen. Alleine der Gedanke daran ist abscheulich!

Es reicht!

Fußball ist ein körperbetontes Spiel, in dem es zu schnellen Handlungen kommt, deren Ausgang nicht immer vorhersehbar ist. Jeder Spieler will gewinnen, Einsatz und Zweikampfhärte sind Grundtugenden.

Fürths-Trainer Thomas Kleine, der die Szene live und in mehreren Wiederholungen gesehen hat, spricht von einer "mehr als unglücklichen Szene", in der dem Buchbacher keine Absicht zu unterstellen ist.

Statt Alschinger wie eine Sau durchs Dorf zu treiben, nimmt ausgerechnet der Trainer des Geschädigten den als "Verbrecher" abgestempelten Alschinger in Schutz.

Und genau das ist die einzig richtige Vorgehensweise. Stefan Alschinger hat nicht vorsätzlich gehandelt, es war schlicht und einfach ein unglückliches Ende eines Zweikampfes, wie er so Woche für Woche vorkommt.

Der 26-jährige Buchbacher ist ein fairer Sportsmann, der sich in seiner Karriere nichts hat zu Schulden kommen lassen.

Doch kann er nach dieser medialen Hetzjagd weiterhin unvoreingenommen dem Sport nachgehen, den er mit Begeisterung ausübt? Wie werden Gegenspieler, Schiedsrichter und Zuschauer künftig auf den jungen Mann reagieren?

Gute Besserung Bastian Lerch und alles Gute an Stefan Alschinger!

Quelle: rosenheim24.de

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