Referee kämpft seitdem mit psychischen Problemen

Schiedsrichter brutal niedergeschlagen: Amateurspieler erhält Bewährungsstrafe

Dieburg - Ein 28-jähriger Amateurfußballer schlug im Oktober 2019 nach einer Roten Karte einen 22-jährigen Schiedsrichter bewusstlos nieder. Nun fiel am Amtsgericht Dieburg das Urteil.

Gewalt gegen Schiedsrichter ist kein neues Problem. Doch was im vergangenen Herbst auf den Amateurfußballplätzen passierte, sorgte in ganz Deutschland für Aufsehen und mediale Aufmerksamkeit. Nun hat in Hessen neben dem Sportgericht auch das Amtsgericht ein Urteil gegen einen Spieler getroffen.


28-Jähriger Spieler schlägt Schiedsrichter bewusstlos

Der Vorfall ereignete sich im Oktober 2019 im Spiel FSV Münster gegen dem TV Semd in der hessischen Kreisliga C. Als ein 28-jähriger Amateurspieler eine Rote Karte sah, verlor dieser völlig die Kontrolle und schlug den Schiedsrichter mit einem brutalen Faustschlag nieder. Der 22-jährige Referee blieb bewusstlos liegen und wurde mit einem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus gebracht. 

Bereits im November 2019 hat ein Sportgericht den Spieler für drei Jahre gesperrt. Zudem erhielt sein Verein, der FSV Münster, eine Geldstrafe in Höhe von 500 Euro und wurde sechs Monate vom Spielbetrieb ausgeschlossen. 


Das Gericht sah die Tat als gefährliche Körperverletzung

Nun wurde der Fall auch strafrechtlich abgeschlossen. Wie die dpa berichtet, wurde der 28-jährige Amateurfußballer vom Amtsgericht Dieburg wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten verurteilt. Die Strafe wird zur Bewährung ausgesetzt, wie das Gericht mitteilte. Der 28-Jährige muss zudem an einem Anti-Aggressionstraining teilnehmen und 200 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.

Das Gericht sah dabei die von der Staatsanwaltschaft geforderte gefährliche Körperverletzung gegeben. Der Schlag habe eine "das Leben gefährdende Handlung" dargestellt. Ein medizinischer Sachverständiger war ebenfalls der Ansicht, dass ein solcher Faustschlag gegen den Kopf für das Opfer lebensgefährdend gewesen sei. Es bleibt damit zu hoffen, dass von diesem Urteil eine Signalwirkung ausgeht.

Opfer kämpft mit psychischen Problemen

Wie hessenschau.de berichtet kämpft der 22-jährige Schiedsrichter seitdem mit psychischen Problemen. Eigentlich wollte er ein Zeichen setzen und weiter pfeifen, doch er schaffe es nicht mehr. Es tue ihm weh, nicht mehr seiner Leidenschaft nachgehen zu können, so der 22-Jährige.

ma

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa (Symbolbild)



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