Trotz höherer Kosten

TSV Bernau stellt auf Bio-Dünger um – Rote Karte für Chemie auf dem Fußballrasen

Der Fußballverein des TSV Bernau stellt zunächst für drei Jahre mit Unterstützung der Gemeinde bei der Rasenpflege auf biologischen Dünger um. Die Kosten für beide Spielplätze verdreifachen sich damit jährlich auf rund 9000 Euro.

Bernau am Chiemsee – Abteilungsleiter Donat Steindlmüller freut sich speziell wegen der Kinder über den künftigen Verzicht auf chemische Mittel. Die Rasenpflege ist jedes Jahr eine große Herausforderung.

550 Stunden Arbeit für die Außenanlage

Rasenmähen, vertikutieren, abstriegeln, Tiefenlockerung, düngen, bewässern: Die Platzpflege nimmt das Jahr laut Steindlmüller etwa 550 Stunden in Anspruch. Auch Maulwurf und Maulwurfsgrille halten den neuen Platzwart Alois Hirmer in Schach.

Beide Plätze sind durch den starken Betrieb und von den kurzen, schnellen Bewegungen stark beansprucht. „Das ist wie mit dem Rasen im Garten, auch der muss gepflegt werden“, vergleicht Steindlmüller. Freilich sind die Dimensionen im Fußballverein ganz andere.

Biodünger wirkt nur bei entsprechender Sorgfalt

Jedes der beiden Fußballfelder umfasst etwa 7000 Quadratmeter Rasenfläche, hinzukommen die Außenflächen. Steindlmüller geht von einem Unterhalt von rund 17 000 Quadratmetern aus. „Das ist ein Riesenaufwand“, sagt er: „Kein Verein hat so viel Grund zu unterhalten.“

Damit die Pflege gut klappt, sei viel Herzblut notwendig, erklärt der Fußball-Abteilungsleiter. Speziell mit dem neuen Biodünger sei besonderes Augenmerk notwendig: „Der wirkt nur, wenn der Rasen entsprechend gepflegt wird.“

Rasen ist besser verwurzelt

Während der Kunstdünger für schnelleres Wachstum und Grün sorge, brauche der Rasen mit dem Biodünger länger, um sich zu entfalten. Laut Steindlmüller verbessert der biologische Dünger aber auf Dauer die Bodenverhältnisse, die Wurzeln wachsen besser und tiefer. Im Zusammenspiel mit einem Bodenaktivator kann sich der Rasen besser festigen, der Vereine erhofft sich wesentlich bessere Bodenverhältnisse.

Steindlmüller lobt das Entgegenkommen und die Unterstützung der Gemeinde Bernau.

Fußballplätze haben sich in Prien und Frasdorf deutlich verbessert

Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber (CSU) dazu: „Es spielen so viele Kinder auf den Plätzen, da macht die Umstellung auf den biologischen Dünger wirklich Sinn.“ Auch der Kindergarten am Sportpark nutze die Fußballplätze als „Auslauf“. „Alleine deshalb war es schon ein Grund für die Gemeinde, der Idee der Fußballer zuzustimmen und den Dünger umzustellen.“

Aussagen der Fußballvereine Prien und Frasdorf, dass sich die Qualität der Plätze dort deutlich verbesserte, seien für den Gemeinderat und sie selbst zusätzliche Argumente gewesen.

Ein gepflegter und gleichmäßiger Rasenplatz ist elementar wichtig fürs Fußballspiel. Der Zustand entscheidet darüber, wie gut er bespielbar ist. Momentan ist es auf den Fußballplätzen wegen Corona ruhig.

Trainings- und Spielbetrieb von Montag bis Sonntag

Wenn normaler Spielbetrieb herrscht, sieht dies ganz anders aus. Beim TSV Bernau trainieren laut Steindlmüller 16 Kinder- und Jugendmannschaften, die jüngsten Kicker sind gerade einmal vier Jahre alt. Hinzu kommen zwei Herren- und eine Altherrenmannschaft.

„Teilweise trainieren vier Mannschaften gleichzeitig“, so Steindlmüller. Montags bis sonntags tummeln sich die Saison über von März bis Mitte November große und kleine Fußballer auf den Feldern. Zu den Trainings von normalerweise täglich 16 bis 21 Uhr unter der Woche kommt der Spielbetrieb am Wochenende.

Außerdem ziehen viele junge und ältere Freizeitkicker gerne ihre Fußballschuhe an, um sich auf dem frei zugänglichen Gelände gegenseitig das runde Leder abzujagen, zu passen, dribbeln, loszusprinten und den Ball aufs Tor zu schießen.

Energiesparen beim Flutlicht mit LED

Der Fußballverein darf sich heuer noch über eine weitere Maßnahme freuen. Die Flutlichtanlage auf dem Trainingsplatz wird im Herbst für 80 000 Euro auf energiesparende LED-Beleuchtung umgestellt. Die gesamte Sanierungsmaßnahme wird von der Gemeinde Bernau, dem Bayerischen Landessportverband und dem Umweltministerium unterstützt. Das spart langfristig nicht nur Kohlendioxid, sondern auch Geld bei den Stromkosten ein.

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