Direkt: Kampfspiele, Kopfsache und klare Vorstellungen

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Willi Bonke (li.) und Richard Neumeier

Beinschuss-Direkt kommt in dieser Woche mit einer Doppelausgabe daher. Vor dem Rosenheimer Stadtderby geben Sportbund-Abteilungsleiter Willi Bonke und der sportliche Leiter Richard Neumeier Rede und Antwort.

Derby-Direkt Teil 2. Nach dem Gespräch mit den Verantwortlichen des TSV 1860 (hier gehts zum Interview) hat Beinschuss-Redakteur Tobias Ruf auch mit den Verantwortlichen vom Sportbund-DJK Rosenheim gesprochen. Abteilungsleiter Willi Bonke und der sportliche Leiter Richard Neumeier standen im Interview Rede und Antwort:

Beinschuss.de: Willi, Richard. Am Sonntag steht das Rosenheimer Stadtderby auf dem Programm. Wie groß ist die Vorfreude?

Willi Bonke: Das ist für mich kein besonderes Spiel. Es geht mir immer nur darum, dass wir drei Punkte holen. Das ist auch gegen den TSV 1860 der Fall.

Richard Neumeier: Es ist schlicht und ergreifend ein Sechs-Punkte-Spiel. Und das hat in erster Linie mit der Tabellenkonstellation zu tun.

Was stimmt Euch zuversichtlich, dass Ihr als Sieger vom Platz gehen werdet?

Bonke: Wir werden alles in die Waagschale werfen, um das Derby siegreich zu gestalten. Die Mannschaft wird mit voller Leidenschaft in dieses Spiel gehen, das wird sich hoffentlich auszahlen. Es wird ein richtiges Kampfspiel werden. Wer die meisten Zweikämpfe gewinnt, wird am Ende auch die drei Punkte einfahren.

Neumeier: Ich bin sehr optimistisch. Zwar haben wir das Hinspiel verloren, aber zum damaligen Zeitpunkt war unsere Mannschaft noch nicht so weit wie sie heute ist. Die Sechziger übrigens auch nicht, von daher erwarte ich von beiden Seiten eine deutliche Leistungssteigerung. Beide Teams kennen sich gut, die richtige Taktik wird eine große Rolle spielen.

Geht es um beide Rosenheimer Bayernligisten, liegt das Thema Fusion immer nahe. Is das ein realistischer Gedanke?

Bonke: Zum jetzigen Zeitpunkt ist eine Fusion nicht möglich. Wir sind ein DJK-Verein, der stark von der Kirche unterstützt wird. Das darf man nicht vergessen und macht eine Fusion nahezu unmöglich.

Trotzdem haben sich die Vorstände beider Vereine getroffen. . .

Bonke: Das war eine reine Vorstellungsrunde. Wir haben den neuen Vorstand des TSV 1860 kennengelernt und unsererseits das Konzept des Sportbundes-DJK präsentiert. Wir haben über das Miteinander in der Vergangenheit gesprochen und auch über die zukünftige Zusammenarbeit geredet.

Kam es in der Vergangenheit zu Reibereien?

Bonke: Das nicht, aber die Zusammenarbiet beider Vereine kann sicherlich verbessert werden. Ob es sich um Spielerwechsel oder sonstige Maßnahmen handelt, die gegenseitige Absprache und Unterstützung muss besser werden. Das haben wir in der Gesprächsrunde vereinbart und wollen wir künftig auch umsetzen.

Blicken wir auf die Hinrunde zurück. Wie fällt Euer Fazit aus?

Bonke: Nach den Niederlagen gegen Kötzting und im Nachholspiel gegen Wolfratshausen können wir nicht zufrieden sein. Unser Ziel war ein einstelliger Tabellenplatz, jetzt hängen wir mit 18 Punkten auf dem Relegationsplatz fest. Die Situation ist brandgefährlich, wir dürfen die Lage nicht unterschätzen.

Die fehlende Konstanz ist offensichtlich. Wie ist so etwas zu erklären?

Neumeier: Das fällt mir schwer. Wir müssen ja nur die letzten Wochen betrachten. Gegen Landshut haben wir mit 5:1 gewonnen. Da sind wir über die Zweikämpfe gekommen und alles hat funktioniert. Das Spiel gegen Kötzting war nicht wirklich schlechter, einfache Fehler haben uns da letztlich um die viele Arbeit gebracht. Es ist eine reine Kopfsache, am Potenzial liegt es sicher nicht.

Bonke (lacht): Ich erkenne durchaus eine Konstanz. Und zwar die, dass wir nicht konstant sind. In meinen Augen ist die Defensivarbeit der Schlüssel. Wenn wir es nicht hinkriegen, unsere Abwehr auf Dauer zu stabilisieren, dann wird auch keine Besserung einkehren. Man muss sich ja nur die Tabelle anschauen. Fast alle Teams, die im Tabellenkeller stehen, haben zu viele Gegentore kassiert. Es gibt in meinem fußballerischen Grundverständnis drei Komponenten, die unerlässlich sind. Zweikampf, Kondition und Wille. Wenn diese Eigenschaften vorhanden sind, gewinnst du auch deine Spiele.

Saisonziel war ein einstelliger Tabellenplatz. Muss dieses jetzt korrigiert werden?

Bonke: Das Ziel sollten wir jetzt noch nicht ändern. Aber, wie bereits gesagt, wir müssen höllisch aufpassen.

Im Winter öffnet das Transferfenster. Wird der Sportbund aktiv?

Neumeier: Wir hatten und haben so viele verletzte Spieler und müssen davon ausgehen, dass nach der langen Winterpause wieder alle an Bord sind. Der Kader hat die Qualität, um in der Bayernliga zu spielen. Davon sind wir überzeugt.

Die zweite Mannschaft steckt tief im Tabellenkeller der Bezirksliga Ost fest. Plant Ihr schon für die Kreisliga?

Neumeier: Wir haben noch zwei Nachholspiele zu absolvieren. Die warten wir ab und dann setzen wir uns zusammen. Wenn wir die beiden Spiele verlieren sollten, müssen wir für die Kreisliga planen, das ist ganz klar.

Woran hapert es bei der Zweiten?

Neumeier: Die ist natürlich stark von der ersten Mannschaft abhängig. Je mehr Verletzte der Bayernliga-Kader hat, umso mehr Spieler aus der zweiten Mannschaft müssen in der Ersten aushelfen. Da greift dann ein Rad ins andere. Außerdem waren viele Spiele dabei, die erst in der Schlussphase verloren wurden. So schlecht wie die Mannschaft in der Tabelle dasteht, so schlecht hat sie sich sicher nicht präsentiert.

Was wären die Konsequenzen eines Abstiegs?

Bonke: Natürlich wünscht sich keiner einen Abstieg in die Kreisliga. Sollte dem aber so sein, müssen wir das von Vereinsseite akzeptieren und mit der neuen Situation entsprechend umgehen. An der grundlegenden Philiosophie des Vereins wird das nichts ändern.

Was steckt da dahinter?

Bonke: Die zweite Mannschaft fängt die Spieler ab, die aus der Jugend kommen. Dort werden sie aufgebaut und an die erste Mannschaft herangeführt. Man muss sich in der jetzigen Bezirksliga ja nur mal umschauen. Da gibt es viele Spieler bei vielen Vereinen, die aus unserer Jugend kommen. Das spricht für unsere Arbeit.

Eine Auflösung der Zweiten Mannschaft, wie es beim ein oder anderen Verein gemacht wurde, steht nicht zur Debatte?

Bonke: Ganz klares Nein! Wir sind ein Verein für den Breitensport. Daran wird sich nichts ändern.

Vielen Dank für das Gespräch

Quelle: rosenheim24.de

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