Bereits 9.000 Unterschriften - Rufe nach Lockerungen werden lauter

Kreisligist fordert in einer Petition die Wiederaufnahme des Sportbetriebs

Fußball und Fußballschuhe (Symbolbild)
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Fußball und Fußballschuhe (Symbolbild)

Die Rufe nach Lockerungen im Amateursport werden lauter. Ein Nürnberger Kreisligist hat nun eine Online-Petition gestartet und fordert die Wiederaufnhame des Sportbetriebs im Freien, vor allem für Kinder und Jugendliche. Nach drei Tagen haben bereits 9.000 Personen die Petition unterschrieben.

Bayern - Seit November herrscht im Amateur- und Breitensport Stillstand. Zuletzt wurden die Rufe nach Lockerungen immer lauter, allen voran für die Kinder und Jugendliche. Auch die Sportverbände wie der Bayerischer Fußball-Verband und der Bayerische Landessportverband haben auf die Folgen hingewiesen, wenn Heranwachsende keinen Sport betreiben können.


„Die Sportvereine tragen zur Fitness und Gesundheit aller Sportler bei“

Nun hat ein Verein aus Bayern eine Online-Petition gestartet und kämpft darin gegen den Lockdown im Sport. Der Post SV Nürnberg, der in der Kreisliga spielt, hat unter dem Titel „Sport ist Teil der Lösung und nicht des Problems in der Coronapandemie“ im Namen des Abteilungsleiter Michael Luntz die Unterschriftenaktion ins Leben gerufen - und das mit Erfolg. Nach drei Tagen haben bereits über 9.000 Menschen die Petition unterschrieben (Stand: Donnerstagvormittag), bei 24.000 Unterschriften soll das Anleigen dem Landtag vorgetragen werden.


„Wir fordern die sofortige Wiederaufnahme des Sport- und Trainingsbetriebes im Freien in den Vereinen, vor allem für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren“, beginnt der Kreisligist in seiner Petition. Der Post SV Nürnberg weist daraufhin, dass viele Menschen bereits über körperliche Schmerzen klagen. „Seit dem 1. November 2020 – seit nunmehr bald vier Monaten - befinden sich die Sportvereine Bayerns im Corona-Lockdown. Darunter leiden wir Sportler, allen voran Kinder und Jugendliche, massiv. Die Sportvereine tragen mit ihrem Angebot zur Fitness und Gesundheit aller Sportler bei.“

„Die Maßnahme ist weder zielführend noch effizient“

Vor allem für die Kinder und Jugendliche sei der Sport als Ausgleich und Betätigung wichtig. „Bereits nach dem kürzeren Lockdown im Frühjahr waren die Trainer schockiert, wie sehr sich z.B. motorische Fähigkeiten bei Kindern und Jugendlichen in wenigen Wochen verschlechtert haben. Neben den unübersehbaren körperlichen Problemen, die ein so langes Sportverbot mit sich bringt, gibt es zunehmend psychische Probleme“, schreibt der Verein aus Nürnberg weiter.

In der Petition macht der Kreisligst aber auch deutlich, dass es wichtig sei die Ausbreitung des Virus zu verhindern und jeder Tote einer zu viel ist. „In einer Pauschallösung macht es vordergründig Sinn, den Breitensport zu verbieten. Die Maßnahme, den kompletten Vereinssport zu verbieten, ist jedoch weder zielführend noch effizient, wenn die dadurch verursachten Kollateralschäden in die Waagschale gelegt werden. Sie ist weder geeignet, noch erforderlich oder verhältnismäßig.“

Der Post SV München weist auf das geringe Ansteckungsrisiko hin

Der Post SV München weist zudem daraufhin, dass das Ansteckungsrisiko beim Fußball im Gegensatz zu einem Besuch im Supermarkt deutlich geringer ist. „Bei einem Fußballspiel sind inklusive Wechsler maximal 30 Spieler beteiligt, die auf einem ca. 7000 qm großen Feld spielen. Das sind rund 230 qm pro Spieler! Eine dänische Studie hat zudem aufgezeigt, dass bei einem 90minütigen Spiel die Zeit der engen Begegnungen (also Abstand unter 2m) bei gerade einmal 88 Sekunden liegt. Das Spiel findet im Freien statt, wo laut Studien die Ansteckungsgefahr um den Faktor 19 reduziert ist.“

Zuletzt haben 14 bayerische Großvereine in einem Positionspapier einen Stufenplan anhand einer Sportampel für die schrittweise Lockerung im Sportbereich vorgestellt. Doch von der Politik gibt es bislang keine konkreten Aussagen, wann und wie die Rückkehr zum Sportbetrieb aussehen soll.

ma

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