Beinschuss-Direkt: Wieso Söllhuben? "Meine Frau ist schuld"

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Matthias Linnemann (re.) mit Christoph Herberth

Söllhuben's Spielertrainer Matthias Linnemann über seine neue Herausforderung in der A-Klasse und die "wahren" Gründe für sein Engagement beim SV.

Beinschuss-Direkt war in dieser Woche beim SV Söllhuben zu Gast. Der neue Spielertrainer Matthias Linnemann traf sich mit Beinschuss-Reporter und Ex-Teamkollegen Christoph Herberth zum Interview an seiner neuen Wirkungstätte, dem Sportplatz in Söllhuben.

Beinschuss.de: Hallo Matze, nach einem Jahr Pause stehst du nun wieder auf dem Platz, wie kam es zu diesem Sinneswandel?

Linnemann: Nach der Geburt von meinem Sohn habe ich beschlossen, nicht mehr weiter zu machen. Wenn man allerdings so lange Fußball gespielt hat, dann kommt man nicht so einfach davon weg. Der eigentlich Grund warum ich jetzt wieder auf dem Platz stehe, ist jedoch meine Frau. Sie hat mich dazu animiert wieder anzufangen, nachdem ich dreimal beim SV Söllhuben im Training war und das Angebot vorliegen hatte. Besonders gereizt hat mich die neue Aufgabe als Trainer, das hat mich schon immer interessiert. Das ich als Spielertrainer nun beides kombinieren kann, ist natürlich umso besser.

Beim SV Söllhuben fungierst du seit dieser Saison als Spielertrainer in der A-Klasse, wie gefällt dir die neue Herausforderung?

Linnemann: Besser wie erwartet! Am Anfang war ich etwas skeptisch, da ich nicht wusste, was mich als Trainer erwartet. Mit der Zeit habe ich dann jedoch gemerkt, dass ich mich in meiner neuen Rolle sehr wohl fühle.

Wie ist das Verhältnis zu deinen Spielern/ Mannschaftskollegen?

Linnemann: Eher freundschaftlich, da ich ja auch selber noch auf dem Platz stehe und das Ganze sonst nicht wirklich funktionieren würde. Die Jungs sind aber auch super und ziehen voll mit, das macht es mir natürlich auch einfacher.

Beim TSV 1860 München und beim FC Kufstein hast du jeweils unter professionellen Bedingungen gespielt, nun fängst du wieder ganz unten an. War das für dich eine große Umstellung?

Linnemann: Natürlich war das am Anfang eine große Umstellung. Wir trainieren zweimal die Woche, dabei geht es vor allem um den Spaß und die Gemeinschaft, für die Jungs ist das ganze nur ein Hobby. Wenn du immer nur höherklassig gespielt hast, musst du dich am Anfang erst einmal daran gewöhnen. Das ist mir aber ganz gut gelungen, mittlerweile gibt es für mich eben auch Wichtigeres als den Fußball.

Welcher Trainer hat dich in deiner Karriere am meisten geprägt, von wem hast du dir am meisten abgeschaut?

Linnemann: Im technisch/taktischen Bereich hat mir das Training von Marco Schmidt beim TSV 1860 Rosenheim sehr gut gefallen, obwohl ich in dieser Saison lange verletzt war. Ansonsten hatte ich viele gute Trainer. Auf Anhieb fallen mir noch Andreas Singer und Tom Sitter ein, die mich in jungen Jahren sehr geprägt haben. Natürlich versucht man das Positive an einem Trainer zu übernehmen und das, was einem selber nicht gefallen hat, wegzulassen. Doch ich glaube, dass jeder seinen eigenen Stil entwickeln muss um auf seine Mannschaft authentisch wirken zu können.

Wie würdest du dich als Trainer beschreiben?

Linnemann: Nach sechs Wochen ist das noch zu früh. Außerdem sollen das lieber andere übernehmen. Natürlich wünscht man sich als Trainer, dass seine eigene Handschrift erkennbar ist, doch dafür ist die Saison noch zu jung. In ein paar Wochen werden wir sehen, wohin die Reise geht.

Du hast sowohl für den TSV 1860 Rosenheim als auch den Sportbund Rosenheim gespielt. Für welchen Verein schlägt dein Herz in der Bayernliga?

Linnemann: Am liebsten wäre es mir, wenn sich beide Vereine irgendwann einmal zusammentun würden, ansonsten wird das Interesse am Rosenheimer Fußball in Zukunft weiter sinken. Wenn ich rein nach den Jahren gehe, dann schlägt mein Herz natürlich noch etwas mehr für die „Sechziger“, vor allem weil ich auch in der Jugend dort gespielt habe. Ich hatte beim SBR allerdings auch eine schöne Zeit, weshalb ich beiden Vereinen die Daumen drücke.

Was traust du den beiden Vereinen dieses Jahr zu?

Linnemann: Für den TSV 1860 Rosenheim wird es auch in diesem Jahr sehr schwer, da die Mannschaft noch sehr jung und unerfahren ist. Für den Sportbund sollte der Klassenerhalt normalerweise kein Problem sein, dafür hat die Mannschaft zu viel Qualität.

Du bist mittlerweile 33 Jahre alt, hast Familie, wie lange hast du vor aktiv auf dem Platz zu stehen?

Linnemann: Solange es mein Körper und meine Knie mitmachen. Das werde ich eher spontan entscheiden.

Apropos. Wie geht es eigentlich deinem Knie nach der schweren Verletzung vor drei Jahren?

Linnemann: Eigentlich ganz gut. Natürlich macht sich mein rechtes Knie nach langer Belastung bemerkbar. Nach 90 Minuten merke ich dann schon, dass ich nichtmehr der jüngste bin und schon einige Verletzungen hinter mir habe. Das alles hält sich allerdings in Grenzen, es macht einfach nur Spaß wieder auf dem Platz zu stehen.

Zum Schluss, sechs Punkte aus zwei Spielen - du bist mit dem SVS erfolgreich in die neue Spielzeit gestartet und hast bereist dreimal eingenetzt. Was sind deine Ziele in dieser Saison?

Linnemann: Wir wollen auf jeden Fall vorne mitspielen. Ich selber möchte einfach nur verletzungsfrei bleiben und Spaß mit den Jungs haben. Das steht im Vordergrund. Natürlich will ich auch in die neue Aufgabe als Trainer hineinwachsen und mich in diesem Bereich weiterentwickeln. 

Vielen Dank Matze für das Interview und weiterhin viel Erfolg beim SV Söllhuben!

Quelle: rosenheim24.de

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