Test: ESV Freilassing - SV Austria Salzburg 6:3

ESV-Express lässt Austria Salzburg keine Chance!

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ESV-Kapitän Albert Deiter(blau) und seine Eisenbahner waren von der überforderten Austria nicht zu bremsen.

Freilassing - Im letzten Test seiner Saisonvorbereitung schlug der ESV Freilassing die Austria aus dem benachbarten Salzburg klar und deutlich mit 6:3. Das Ergebnis hätte dabei noch höher ausfallen können - und war am Ende für die Gäste, die überraschender Weise nicht mit der ersten Elf ihrer Kampfmannschaft angetreten waren, schmeichelhaft. Bei den Freilassingern gefielen vor allem das brandgefährliche Umschaltspiel, das Herausspielen der Torchancen und die Konsequenz im Abschluss. Zum Auftakt der Punkterunde empfangen die Eisenbahner am kommenden Samstag die "Spiele" aus Landshut.

Es war ein einseitiger Test, der im Freilassinger Max-Aicher-Stadion geboten wurde. Allzu deutlich war die Überlegenheit des heimischen Landesligisten ESV. Hauptgrund dafür waren Terminplan und Kaderzusammenstellung der Salzburger. Die Austria, deren Saison erst Anfang August beginnt, hatte sich ein Doppelpack-Wochenende ausgesucht und bereits am Vortag im eigenen Stadion in Maxglan gegen den Oberösterreichligisten SV Bad Ischl getestet. Dabei war der im abgelaufenen Spieljahr wieder in die Viertklassigkeit abgestiegene Traditionsverein mit der vollen Kapelle angetreten – während in Freilassing nur die zweite Garnitur ergänzt mit einigen Nachwuchsspielern auflief.


Salzburger mit 1b-Formation - kein Härtetest für die Eisenbahner

Laut Markus Schneidhofer, dem neuen Coach der Violetten aus der Mozartstadt, der in den Neunzigern selbst für die „alte Austria“ in der österreichischen Bundesliga aktiv war, wird wohl kaum einer der Kicker aus seiner Startelf in den Pflichtspielen zur Anfangsformation gehören. Sein Gegenüber bei den Eisenbahnern Josef Aschauer, ebenfalls neu im Amt, war darüber leicht erstaunt – und von dieser Tatsache auch nicht unbedingt angetan. Hatte er sich doch eine wesentlich stärkere Truppe von jenseits der Grenze erwartet - und einen härteren Testgegner für die Generalprobe vor dem Landesligastart am Samstag gegen die nach personellen Umbrüchen schwer einzuschätzende „Wundertüte“ SpVgg Landshut (15:00 Uhr) erhofft.

Service:

Dabei hätte es eigentlich durchaus ein vielversprechendes und auch interessantes Testspiel werden können, dieses grenzübergreifende „Derby“. Denn es gibt durchaus einige Verbindung zwischen beiden Vereinen. Denn mit Damir Borozni und Safet Ikanovic zählen zwei Spieler zum Team des ESV, die in der vergangenen Saison noch für die Violetten aufliefen. Auch sie kamen jedoch allesamt nicht zum Einsatz. Dafür war bei der Austria immerhin Angreifer und Ex-Freilassinger David Ogunlade mit von der Partie.


ESV-Express rollt - 3:0 nach nur siebzehn Minuten

So aber wurde es eine mehr als klare Angelegenheit für den deutschen Landesligisten, welcher der 1b-Elf aus dem Nachbarland nicht den Hauch einer Chance ließ. Allzu schwer machten die Österreicher den Eisenbahner dies allerdings nicht. Schon nach drei Minuten stand es 1:0 für die Hausherren: Eine Ecke der Freilassinger von rechts wurde flach und scharf vor den Sechzehner zurückgelegt, dort erreichte das Leder ESV-Kapitän Albert Deiter – und dessen strammer Schuss aus etwa achtzehn Metern schlug leicht abgefälscht im Gehäuse der Gäste ein.

ESV Freilassing - Austria Salzburg

Testspiel: ESV Freilassing - SV Austria Salzburg
Testspiel: ESV Freilassing - SV Austria Salzburg © Toni Deiter
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Testspiel: ESV Freilassing - SV Austria Salzburg
Testspiel: ESV Freilassing - SV Austria Salzburg © Toni Deiter
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Testspiel: ESV Freilassing - SV Austria Salzburg © Toni Deiter
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Testspiel: ESV Freilassing - SV Austria Salzburg
Testspiel: ESV Freilassing - SV Austria Salzburg © Toni Deiter
Testspiel: ESV Freilassing - SV Austria Salzburg
Testspiel: ESV Freilassing - SV Austria Salzburg © Toni Deiter
Testspiel: ESV Freilassing - SV Austria Salzburg
Testspiel: ESV Freilassing - SV Austria Salzburg © Toni Deiter
Testspiel: ESV Freilassing - SV Austria Salzburg
Testspiel: ESV Freilassing - SV Austria Salzburg © Toni Deiter

Spätestens nach zehn Minuten deutete sich an, dass dies an diesem Tag zu einem Scheibenschießen werden würde: Freilassings Marcus Laasch spielte einen schönen Schnittstellenpass aus dem rechten Mittelfeld heraus, Rückkehrer Simon Schlosser war halb rechts durch, zog schnell und entschlossen in die Mitte und wollte noch einen Gegner ausspielen. Dies gelang ihm nur halb – aber der Ball kam dennoch quer auf Robert Schiller, der aus sechs Metern einschob.

In der dreizehnten Spielminute knallte Mario Switil das Spielgerät an die Latte der heillos überforderten Austria-Auswahl. Nur kurz darauf stillten die Eisenbahner ihren Torhunger erneut: Wieder ging es über halbrechts, wieder viel zu schnell für die Salzburger. Deiter machte es richtig clever, steckte herrlich durch auf Schiller – und der hatte aus kurzer Distanz erneut keine Probleme zum 3:0 einzuschießen (17.).

Deiter nicht zu halten - Austria heillos überfordert

Der nächste Freilassinger, der an der Reihe war sich zu versuchen, war Daniel Leitz. Der pfeilschnelle Offensivmann zog von der zentralen Strafraumgrenze flach ab – und verfehlte nur ganz knapp das linke Eck des Austria-Tores (24.). Der drückenden Überlegenheit gegen Gäste, die es kaum einmal aussichtsreich in die Hälfte der Eisenbahner schafften, Ausdruck zu verleihen und die Führung in die Höhe zu schrauben übernahm dann wieder sein Kollege Deiter: Nach einem exakt getimeten hohen Ball in die Spitze waren die Salzburger vollkommen desorientiert, Deiter war durch – und überlupfte aus etwa zwölf Metern Austria-Keeper Adu Bauer zum 4:0 (29.).

Das ging alles erschreckend einfach. Sicherlich, die Freilassinger zeigten sich in ihrem Offensivspiel variabel, waren gut aufgelegt und machten vor allem nach den zahlreichen Ballgewinnen sofort ordentlich Tempo – aber was die Elf, welche die Salzburger Austria hier aufs Feld geschickt hatte, an Verteidigungsleistung anbot, war auch abenteuerlich. Die Österreicher spielten hinten mit einer Viererkette, die agierte ohne sich zur Absicherung fallen zu lassen. Ein Pass durch die Schnittstelle, ein langer Ball – und schon lief der Gegner allein aufs Tor zu.

Nach 35 Minuten schlugen die Eisenbahner den Ball erneut in die Spitze. Diesmal war ein Salzburger Abwehrspieler zur Stelle, konnte allerdings in halblinker Verteidigerposition das Spielgerät nicht verarbeiten und verstolperte es in einer Slapstick-Einlage. Leitz schnappte sich das Leder, ging noch ein paar Meter – und traf humorlos zum 5:0.

Salzburg mit 0:5 zur Pause noch gut bedient

Das war dann auch der Halbzeitstand. Wobei es gut und gerne auch 8:0 für die Hausherren hätte heißen können. Denn diese hatten noch weitere gute Möglichkeiten. Dabei war auch der ESV nicht einmal in Bestbesetzung angetreten. Die Mayer-Brüder im Mittelfeld fehlten beispielsweise, Denis Krojer war nicht dabei – und auch sonst waren einige Akteure verletzt oder verhindert. Trotzdem hatte die Austria hier nichts zu melden. Auch in puncto Zweikampfverhalten und Schnelligkeit waren die viel intensiver agierenden Gastgeber haushoch überlegen.

Nach dem Seitenwechsel fand der Torreigen in der 52. Minute seine logische Fortsetzung. Wieder hatte der ESV leichtes Spiel: Deiter steckte aus zentraler Position hinter der Spitze durch für Schiller, der war halbrechts auf und davon, legte acht Meter vor dem Gehäuse quer – und Leitz vollendete zum 6:0.

Nach Leitz-Treffer zum 6:0 nimmt der ESV den Fuß vom Gas

Das Ganze wäre wahrscheinlich so weitergegangen hätten die Eisenbahner bei brütend heißen Temperaturen von 28°C nicht ein wenig die Lust verloren und den Fuß vom Gas genommen. Zum Ende einer anstrengenden Vorbereitung ließen sie jetzt sichtlich nach und schonten ihre Kräfte. Es schlichen sich Unkonzentriertheiten ein und häuften sich – und so kamen auch die Salzburger zu ersten Möglichkeiten: Nach 58 Minuten tauchte Ogunlade am Fünfer ganz allein vor Freilassings Torhüter Stefan Schönberger auf – doch der parierte die Direktabnahme des Ex-ESV'lers mit einem starken Reflex per Fuß.

In der 62. Minute nahm Aschauer dann Leitz und Marco Weishäupl vom Platz, wenig später hatte auch Deiter genug. Die Austria kam jetzt etwas mehr zur Geltung – und hatte ihre nächste Gelegenheit: Salzburgs Captain Patrik Mayer wurde im Sechzehner bedient – zog aber aus bester Einschussposition sechs Meter vor dem Tor weit drüber (64.).

Kurioses Gegentor - Spiel plätschert zu Ende

Ihren ersten eigenen Treffer bekamen die Gäste dann geschenkt: Einen lang in den Strafraum geschlagenen Ball, fing der junge ESV-Ersatzkeeper Stefan Nöhmer ab, warf das Leder allerdings sofort wieder weg. Jedoch ohne ihm eine in irgendeiner Weise sinnhafte Richtung mitzugeben. Der wenige Meter neben ihm stehende Salzburger Sylvester Heuberger wunderte sich nicht lange – und bedankte sich mit dem 6:1 (65.). Auch dies war Slapstick vom Feinsten. Was für ein Fauxpas – und was für eine kuriose Szene.

Bedingt durch die große Hitze tat sich im Anschluss nicht mehr viel. Das Spiel war jetzt endgültig nur noch ein Muster von begrenztem Wert. Die Freilassinger hatten offensichtlich genug gesehen – und stellten weitgehend das konstruktive Spielen ein. Ihre Abspielfehler mehrten sich, die Nachlässigeiten im Spielaufbau nahmen zu, die Ballzirkulation war jetzt nicht mehr gut – und auch die berühmten letzten Meter wurden jetzt nicht mehr gemacht.

Austria betreibt Ergebniskosmetik - Heuberger mit dem Tor des Tages

Den Eisenbahnern tat es nicht weh – und der Ersatztruppe der Salzburger Austria reichte es hinten raus für etwas Ergebniskosmetik: Das 6:2 resultierte aus einem schweren Fehlpass des ESV im Aufbau. Nach dem Ballverlust in der eigenen Hälfte gelangte der Ball zu Salzburgs Dominik Borozni, der noch zwei Gegenspieler täuschte und via Schnittstelle Mayer bediente – der die Kugel aus halblinker Position im Strafraum im Tor unterbrachte (83.).

Das schönste Tor des Tages erzielte dann Austria-Akteur Heuberger: Kurz vor Ende der Testpartie kam ein Corner der Salzburger von der linken Seite ganz weit hinüber in die Nähe des rechten Strafraumecks. Dort nahm Heuberger den Ball wunderbar an – und knallte ihn aus einer Bewegung heraus perfekt zum 6:3 ins linke Eck (89.). Ein wunderschönes Tor! Und der Schlusspunkt hinter ein Vorbereitungsmatch mit vielen Treffern – aber ohne jede Spannung.

ESV-Trainer Aschauer lobt Offensivspiel seiner Truppe

Auch wenn ESV-Coach Aschauer nicht den erhofften fordernden Abschluss der Saisonvorbereitung geboten bekam, konnte er trotzdem die ein oder andere Erkenntnis mitnehmen und zeigte sich im Anschluss an die Partie zufrieden: „Wir hatten ein tolles Umschaltspiel. Das hat mir gefallen. Nicht zu viel den Ball halten und vielleicht in einer gefährlichen Zone verlieren – sondern sofort zielorientiert umschalten. Wir erobern den Ball und dann geht es blitzschnell nach vorne. Und das auch noch präzise. Das sah schon sehr gut aus.“

Quelle: rosenheim24.de




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