Landesliga Südost: Vorschau 18. Spieltag

Duell SBR - Töging, machbare Aufgaben für Kastl und Traunstein

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Die Kicker des SB Rosenheim - hier vor dem Spiel in Deisenhofen, wo an diesem Wochenende die Freilassinger ran müssen.
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Rosenheim/Kastl/Traunstein - Am Freitagabend kreuzen der SB Rosenheim und die Töginger im Kampf um Klassenerhalt und den Sprung ins Mittelfeld die Klingen. In Kastl müssen sie sich langsam daran gewöhnen vor so genannten "Pflichtaufgaben" zu stehen - noch dazu daheim im "Gallischen Dorf". Nach einer eben solchen sieht es auch für den SB Chiemgau aus - die Minimalisten aus Traunstein reisen favorisiert zu ihrem Auswärtsspiel. Für die Freilassinger wird es auswärts wieder schwer - und auch wenn sie so dringend Punkte brauchen, vor Wochenfrist lösten sie eine noch schwerere Aufgabe mit Bravour. Die Vorzeichen der Partie des SV Erlbach am Sonntag sehen denen des Freitagsspiels zum Verwechseln ähnlich.

SB DJK Rosenheim - FC Töging (Freitag, 19:30 Uhr)

Bereits am Freitag eröffnen der Sportbund aus Rosenheim und der FC Töging mit einem Inn/Salzach-internen Duell den Landesliga-Spieltag. Aus Spielkreis-Sicht natürlich die Top-Ansetzung des Wochenendes. Und auch beim Blick auf die Tabelle wird offenbar, dass die Begegnung neben der lokalen auch gehörig sportliche Brisanz besitzt.

Denn die an zwölfter Stelle liegenden grünen Rosenheimer (17 Punkte) und die mit Platz Vierzehn auf einem Abstiegs-Relegationsrang stehenden Töginger (16 Punkte) trennt nur ein einziger Zähler. Ein außerordentlich wichtiges Aufeinandertreffen also - in dem es im "Stellungskrieg" um den Klassenerhalt einmal wieder um mehr geht, als nur drei Punkte.

Gelingt der Heimelf ein dringend benötigter Erfolg, kann sie den jüngsten Negativtrend stoppen, sich den Rivalen vom Leib halten und den Vorsprung auf den FCT ausbauen. Gewinnen aber die Töginger, so kann die Truppe vom Wasserschloss am SB Rosenheim vorbeiziehen und den gefährdeten Tabellenplatz somit zumindest vorerst verlassen. Ein Punkt dürfte für beide Kontrahenten eigentlich zu wenig sein - aber es fänden sich sicherlich jede Menge lachende Dritte im Tabellenkeller. Hochspannung pur also am Sportbund-Campus!

TSV Kastl - TSV Eching (Samstag, 14:00 Uhr)

Die "Wundermannschaft" der diesjährigen Landesliga Südost liegt weiterhin auf dem Platz an der Sonne. Das Dorf auf Platz eins - in Kastl kneifen sie sich jede Woche aufs Neue. Der Wahnsinn nimmt - zumindest bisher - kein Ende: Der TSV ist auch nach mittlerweile fünfzehn absolvierten Begegnungen ungeschlagen.

Mit dem TSV Eching kommt die derzeitige Schießbude der Liga in den Landkreis Altötting. Ein Team, welches sich momentan Woche für Woche eine Klatsche nach der anderen abholt. Seit nunmehr sage und schreibe neun Spielen haben die Münchner Vorstädter nicht mehr gewonnen. Nur ganze vier Punkte konnten sie in diesem Zeitraum ergattern. Unvergessen das heftige 1:11 Debakel gegen die SpVgg Landshut auf eigenem Platz - doch auch direkte Duelle im Abstiegskampf wie gegen Freising, Töging oder am letzten Spieltag den SV Erlbach wurden ebenso sang- und klanglos wie hoch verloren.

Service:

Was dafür spricht, dass sich das an diesem Wochenende ändern sollte? Genau genommen gar nichts - außer vielleicht die oft bemühte Unwägbarkeit des Fußballs. Schrieben wir schon letzte Woche über eine - angesichts sowohl des Saisonverlaufs, als auch der Tabellensituation - (erste) Pflichtaufgabe für die Kastler, so gilt dies vor dieser Partie in noch größerem Maße. Doch wie das Heimspiel der Dorfkicker gegen die abstiegsbedrohte Eintracht aus Karlsfeld ausging ist bekannt - 0:0. Kein Beinbruch für die Kastler sicherlich - aber dennoch ein Hinweis, dass es jede Mannschaft schaffen kann, auch bei dem Überraschungsteam der Liga etwas zu holen. Und darauf, dass auch die Kastler jede Woche um Alles kämpfen müssen!

Auszuschließen ist auch ein erneutes Unentschieden nicht. Aber dass es ausgerechnet diese so sehr schwächelnden Echinger sein sollen, welche der tollen Truppe von Coach Sven Vetter die erste Saisonniederlage beibringen, liegt außerhalb jeder Vorstellungskraft. Der Begriff Wunder erscheint angesichts aller Wahrscheinlichkeitsabschätzungen wie eine Untertreibung. Und doch muss jedes Spiel erst einmal gespielt werden. Ein klarer Heimerfolg für den TSV Kastl und damit die Behauptung der Tabellenspitze wäre aber alles - nur keine Überraschung mehr.

FC Deisenhofen - ESV Freilassing (Samstag, 14:30 Uhr)

Eine ganz schwere Aufgabe hat der ESV aus Freilassing vor der Brust. Auswärts bei den spielstarken Deisenhofenern - ohnehin nie eine leichte Aufgabe. Auch dann nicht, wenn die heimischen Blauhemden in dieser Saison zu so etwas wie einer kleinen Wundertüte der Landesliga mutiert sind - mal gewinnen sie überraschenderweise gegen ein Top-Team, mal lassen sie in einem Spiel in dem man es nicht unbedingt erwarten würde gegen schwächer eingeschätzte Mannschaften sogar alle drei Punkte liegen.

Die besondere Schwere liegt für die Eisenbahner aber vor allem in der eigenen Performance, im eigenen Lauf der letzten Wochen. Die Freilassinger befinden sich in einer Krise, haben sich zusehends in eine kleine Abwärtsspirale gespielt - die es dringend zu durchbrechen gilt. Spielt man gut oder zumindest passabel reicht es dennoch unter dem Strich oft nur zu einem Punkt, wie bei einer guten Landesliga-Truppe wie Hallbergmoos (1:1) - spielt man schlecht, setzt es auch zuhause deftige Pleiten wie zuletzt gegen Türkgücü-Ataspor (0:4).

Dass die Grenzstädter allerdings jederzeit dazu in der Lage sind, auch in der Landesliga zu punkten, zeigten sie erst am vergangenen Spieltag - als sie überraschend auswärts beim im oberen Tabellendrittel platzierten ASV Dachau gewannen. Ein Big Point für den ESV! Und einer der bitter nötig war. Doch daran gilt es jetzt anzuknüpfen - einerseits um weitere so wichtige Punkte einzufahren, andererseits um nicht gleich wieder daran zu denken, dass man sich über einen längeren Zeitraum gesehen doch in einem Negativtrend befindet.

Und unmöglich ist es keineswegs, in Oberhaching das Feld nicht als Verlierer zu verlassen. Zu unbeständig agierten die Hausherren vom FCD dazu im bisherigen Saisonverlauf auf eigenem Geläuf. Und zu sehr kommt es den Freilassingern und ihren Stärken eigentlich entgegen, bei einer eher favorisierten Truppe aufzulaufen - die versucht das Spiel in die Hand zu nehmen, dabei aber in der laufenden Spielzeit noch nicht richtig und vor allem nicht kontinuierlich in Tritt gekommen ist - wie wiederum das Auswärtsspiel in Hallbergmoos bewies, als die Eisenbahner nahe dran waren an einem Dreier. Näher jedenfalls als die höher bewerteten Gastgeber. Mit diesem Wissen im Hinterkopf und dem frischen Schwung durch den Erfolg in Dachau im Rücken gelingt es dem ESV vielleicht auch in Deisenhofen etwas mitzunehmen.

TSV Vilsbiburg - SB Chiemgau Traunstein (Samstag, 15:00 Uhr)

"Hinten alles dicht - und vorne macht es der Probst!", war in den letzten Wochen öfter das Motto des SB Chiemgau. Ob es auch diese Woche wieder gelingt? Lässt man die Verletzungssorgen, welche die Traunsteiner plagen, einmal beiseite - und blickt nur auf die Tabelle - dann muss man sagen, dass die Mannen von SBC-Coach Jochen Reil als klare Favoriten nach Niederbayern reisen.

Denn trotz diverser Ausfälle und Jungs aus der zweiten Reihe oder gar der A-Jugend, die in die Bresche springen mussten - und dies meist mit Bravour lösten - haben die Traunsteiner derzeit einfach einen Lauf. Dass sie dabei manchmal als arge Minimalisten unterwegs waren - wer will es ihnen verdenken? Die Ergebnisse dieser schweren Wochen stimmten jedenfalls par excellence. Zwar oft nur mit einem einzigen Tor Unterschied - aber die Chiemgauer gewannen ihre Partien. Allein die drei Heimsiege in Serie sprechen Bände. Es ist schon richtig stark welche Effizienz die Traunsteiner zur Zeit an den Tag legen. Lohn dafür ist ein - in Anbetracht der Möglichkeiten - hervorragender Platz Fünf nach sechzehn absolvierten Spieltagen.

Die Hausherren aus Vilsbiburg hingegen können davon nur träumen. Nach einem anfänglich ganz passablen Saisonstart, grüßt der Aufsteiger nach der gleichen Anzahl von Spielen vom Tabellenende. Letzter Platz, nur zwei Siege überhaupt, bei schon zwölf Niederlagen - und mit nur elf Treffern bisher mit weitem Abstand die wenigsten Tore erzielt. Eine katastrophale Bilanz. Die eines Teams, welches sich heftig um den direkten Wiederabstieg in die Bezirksliga bewirbt. Auf den Vorletzten sind es momentan vier Punkte Rückstand, dass die Vilsbiburger tatsächlich noch acht Zähler aufholen können, um sogar von den Abstiegs-Relegationsrängen zu springen, erscheint derzeit unvorstellbar.

Klare Sache also - könnte man meinen. Wäre da - trotz des goldenen Laufs der Traunsteiner im Moment - nicht das wahrscheinlich einzige große Aber vor diesem Spiel: Denn einen ihrer nur zwei Siege konnten die Niederbayern ausgerechnet gegen wen einfahren? Richtig - gegen den Sportbund Chiemgau! Und das auch noch auf dessen eigenem Platz im Jakob-Schaumaier-Sportpark. Ob die Traunsteiner im Hinspiel den Gegner einfach nicht für voll genommen haben oder ob sie völlig von der Rolle waren - Beobachter bescheinigten dem SBC eine der schlechtesten Leistungen seit langer, langer Zeit. Doch genau mit diesem Wissen im Hinterkopf werden die Traunsteiner in dieses Rückspiel gehen - und mit Sicherheit versuchen ein paar Dinge wieder gerade zu rücken! Alle Vorzeichen sprechen also für den SB Chiemgau.

SV Erlbach - SE Freising (Sonntag, 14:30 Uhr)

Das alle Vorzeichen für sie sprechen würden gerne auch die Erlbacher für sich behaupten können, welche erst am Sonntag ins Geschehen eingreifen. Wieder zuhause - diesmal gegen den SE Freising. Doch davon kann keine Rede sein. An der Ausgangslage der Holzland-Elf hat sich nichts geändert. Schlecht gestartet und auch danach nicht recht vom Fleck gekommen, geht es für die - von vielen Verletzten und anderem Unbill heimgesuchten - Erlbacher bis zum Winter weiterhin nur um Eines: Mühsam so viele Pünktchen wie möglich sammeln, um einerseits kurzfristig das Überleben zu sichern - und andererseits in Schlagdistanz zu bleiben und eine Basis zu schaffen, auf deren Grundlage sich im Frühjahr die Möglichkeit bietet, mit frischen Kräften endlich voll durchzustarten. Dann wäre vielleicht zum Ende einer brutal harten Saison sogar ein versöhnlicher Platz im gesicherten Mittelfeld drin.

Doch das ist Zukunftsmusik. Für die Elf von Cheftrainer Robert Berg geht es zuvorderst darum, sich auf das hier und jetzt zu konzentrieren. Woche für Woche. Genug warnende Beispiele als dies nicht gelang, haben die Erlbacher von den vergangenen Spieltagen noch zu gut in Erinnerung. Am letzten Wochenende gelang es ihnen aber: Dank einer endlich einmal richtig guten und überlegen geführten ersten Halbzeit bezwangen sie im heimischen Waldstadion Kellerkind und Schießbude der Liga TSV Eching mit einem klaren und zu keiner Zeit gefährdeten 4:0. Balsam für die geschundene Erlbacher Seele! Und ein dringend benötigter deutlicher Erfolg - für die Moral und dafür, sich einen direkten Konkurrenten im Abstiegskampf vom Leib zu halten. Der Dreier musste her - gegen wen, wenn nicht gegen ein Team wie Eching - und der Dreier kam. Die Holzland-Truppe hatte geliefert.

Damit soll es weitergehen. Denn nur das garantiert einigermaßen Ruhe und bewahrt vor wöchentlichem Selbstzweifel. Mehr als ein kurzer Moment der Zufriedenheit, des Durchschnaufens und der geistigen Erholung war also nicht. Dann richtete der Blick des SVE sich sofort wieder nach vorne. Auf die nächste Aufgabe. Etwas anderes lässt der enge Abstiegskampf, der jede Woche Blüten in eine andere Richtung treibt, auch gar nicht zu. Ganz genauso sah es nach dem tollen Heimerfolg gegen Eching auch Berg, der seinen Jungs auch sofort die dementsprechende Marschroute mit auf den Weg gab: "Die drei Punkte waren extrem wichtig!", zeigte sich der Coach erleichtert: "Allerdings haben wir jetzt auch noch nichts gewonnen. Das war jetzt der Anfang - damit wir in den nächsten Wochen voll angreifen können!”, blickte er gleich auf die kommenden Aufgaben.

Gleich die erste könnte leichter sein. Es geht gegen die ebenfalls krisengeschüttelte Eintracht aus Freising, die bei einem absolvierten Spiel mehr den Erlbachern nur zwei Zähler auf dem Punktekonto voraus hat. Eine Angelegenheit auf absoluter Augenhöhe also. Ein weiteres direktes Kellerduell. Wieder ein "Sechs-Punkte-Spiel" gewissermaßen. Und so gesehen wieder ein Spiel in dem man - gerade auf eigenem Platz - eigentlich gewinnen muss, um unten heraus zu kommen. Und auf gar keinen Fall verlieren darf, will man nicht, dass all der schöne moralische Auftrieb aus dem jüngsten Heimsieg schon wieder für die Katz ist - und im Holzland sofort wieder der Baum brennt.

Es bleibt mit Spannung abzuwarten, was den Gastgebern gegen die Domstädter die sich gerade selbst in einem bemerkenswerten Aufschwung befinden, gelingt. Nachdem die Freisinger ihren Saisonstart vollkommen verpatzt hatten, lieferten sie auch danach eine erstaunliche Serie von Pleiten, Pech und Pannen ab - die in einem 0:4 Debakel im eigenen Stadion gegen den ebenfalls abstiegsbedrohten FC Töging gipfelte.

Vielleicht war dieser krasse Moment aber sogar so etwas wie ein Wendepunkt in der Saison der Eintracht. Ein letzter Weckruf, der die Freisinger - welche vor der Saison eher zu den Teams gezählt wurden, die höchst wahrscheinlich wie in den Vorjahren oben mitspielen werden - dazu veranlasste, sich aufzuraffen. Denn die folgenden beiden Ergebnisse, welche die Freisinger ablieferten, waren definitiv Bretter - echte Ausrufezeichen: Sensationeller Weise wurde Bis-dato-Tabellenführer TuS Holzkirchen mit einem 4:1 nachhause geschickt und in der Vorwoche beim SB Rosenheim gleich mit einem ebenso deutlichen 3:0 nachgelegt. Sicherlich nicht unbedingt das Momentum, welches sich die Erlbacher für den Freisinger Gastauftritt bei ihnen gewünscht haben dürften.

Quelle: rosenheim24.de

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