Beinschuss-Direkt mit Sven Vetter (TSV Kastl)

"Es kann nicht immer nur nach oben gehen"

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Der Erfolgstrainer des TSV Kastl: Sven Vetter

Kastl - Der Aufsteiger aus Kastl mischt zwar weiter vorne mit, ein kleiner Durchhänger ist dennoch zu beobachten. In unserer neuen Ausgabe von Beinschuss-Direkt haben wir nachgefragt, woran das liegt:

Drei Spiele im neuen Jahr, zwei Punkte. Der TSV Kastl kommt 2017 etwas weniger spektakulär daher. Beinschuss-Reporter Max Böning hat sich in einem sehr ehrlichen Gespräch mit dem Trainer, Sven Vetter, über die Gründe, die gestiegene Erwartungshaltung im Umfeld und das Spitzenspiel mit Traunstein am Samstag unterhalten:



Beinschuss: Am Dienstag gab es für euch im Nachholspiel die zweite Pleite der Saison. Trotzdem ist das für Euch und den TSV Kastl sicher kein Weltuntergang gewesen. 


Sven Vetter: Naja, wer verliert schon gerne. Aber ein Beinbruch war das sicher nicht für uns. Als Aufsteiger stehen wir trotzdem noch super da. 

Im neuen Jahr gab es bisher in den drei Spielen keinen Sieg. Seid Ihr noch nicht wieder richtig im Rhythmus drin? 

Vetter: Zumindest vorne sind wir noch nicht wieder richtig im Flow. Vorne fehlt derzeit etwas die Durchschlagskraft, da müssen wir wieder etwas kaltschnäuziger werden. 

Da spielt bestimmt auch der Kopf eine Rolle. 

Vetter: Ja klar, wir müssen uns einfach wieder bewusstmachen, was wir alles erreicht haben. Wir waren über eineinhalb, zwei Jahre in einer brutalen Phase, haben starken Fußball gespielt und den sensationellen Aufstieg erreicht. Dass es nicht immer nur nach oben gehen kann, ist doch auch logisch.

Wie wollt Ihr wieder in diese starke Phase zurückkommen? 

Vetter: Derzeit sind wir vielleicht bei 70, 80 Prozent unserer Leistung angekommen. Wir werden jetzt weiter Gas geben, aber vor allem wieder mehr an uns glauben. Dann werden wir auch die 100 Prozent erreichen. 

Große Sorgen braucht Ihr Euch ja auch nicht machen, mit 36 Punkten steht ihr als Aufsteiger sehr komfortabel da. 

Vetter: Allerdings, wir sind momentan immer noch Vierter – als Aufsteiger! 40 Punkte zu erreichen, also den Klassenerhalt zu schaffen, ist weiterhin unser Ziel: Wir wissen, dass eigentlich nicht mehr so viel passieren kann. Trotzdem müssen wir jetzt wieder konzentrierter arbeiten, dann können wir immer noch über neue Ziele reden. 

Die Erwartungshaltung wurde nach der grandiosen Runde im Herbst immer größer. 

Vetter: Das stimmt, das nervt auch ein bisschen. Die Ansprüche von außerhalb wurden immer größer, immer mehr Journalisten und Zeitungsvertreter haben angerufen und wollten wissen, wie es sich anfühlt, durch die Landesliga durchzumarschieren. Wir wurden schon ein paar Mal in in die Bayernliga geschrieben. Die Medien haben die gestiegene Erwartungshaltung noch weiter gepusht. Solche hochgesteckten Ziele haben aber weder ich, noch der Vorstand oder die sportliche Leitung von Kastl. 

Wie sehen das Deine Jungs? 

Vetter: Die wissen auch, dass wir von Spieltag zu Spieltag weiterschauen müssen! Das Ziel sind die 40 Punkte. Den Erfolg hat sich die Mannschaft erarbeitet.

Euer nächster Konkurrent auf dem Weg zu den 40 Punkten ist der Sportbund aus Traunstein. Wie schätzt Du den SBC ein. 

Vetter: Wir schauen auf uns, am Samstag müssen erstmal wir wieder unsere Leistung bringen. Die Favoritenrolle liegt ganz klar bei Traunstein, die wollen ja vorne angreifen.

Auf jeden Fall ist es ein echtes Topspiel, wenn der Dritte gegen den Vierten spielt. Und der Aufsteiger den Favoriten ärgern kann. 

Vetter: Klar, im Hinspiel konnten wir auch gut mithalten (0:0; Anmerkung der Redaktion). Traunstein kocht ja auch nur mit Wasser, nach 90 Minuten wissen wir am Samstag dann mehr. 

Wir bedanken uns für das Gespräch und wünschen dem TSV Kastl weiterhin alles Gute beim Erreichen der Ziele!

Quelle: rosenheim24.de




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