VfB Hallbergmoos - TSV Kastl 3:1

Kastl verliert auch in Hallbergmoos!

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Sein Tor reichte in Hallbergmoos nicht - Kastls Sebastian Pietsch, der die 1:0 Führung für den TSV erzielt hatte.

Hallbergmoos - Aufsteiger TSV Kastl verlor auswärts beim VfB Hallbergmoos erst sein drittes Saisonspiel - allerdings das zweite in Serie. Die Erfolgswelle ist vorerst abgeebbt. Die Kastler, die in der ersten Halbzeit eine richtig ordentliche Partie zeigten und sogar in Führung gehen konnten, brachten sich durch mehrere individuelle und mannschaftliche Fehler um einen möglichen Punkterfolg. Einmal im Rückstand, gelang es ihnen nicht mehr einen Gang hoch zu schalten und die Niederlage noch abzuwenden.

Noch ohne Sieg nach dem Winter (3:3 beim SB Rosenheim, 0:0 daheim gegen Erlbach, 0:2 in Freising), wollten die Kastler auswärts in Hallbergmoos nun endlich ein Erfolgserlebnis mit nachhause nehmen. Und vor allem nach zwei eigenen Nullnummern wieder ein Tor erzielen. Dass dies ein ambitioniertes Unterfangen sein würde, wurde schon beim Blick auf die Aufstellung der Gäste klar - Alois Straßer fehlte, beide Langeneckers ebenso, auch Marcell Arnold war nicht dabei. Sie alle fehlten angeschlagen oder beruflich verhindert.


Ersatzgeschwächte Kastler sind gut in der Partie

Und doch waren die Kastler gleich von Beginn an eigentlich gut im Spiel. Auf jeden Fall klar wacher als in den letzten beiden Begegnungen (das Duell beim SB Chiemgau Traunstein am vergangenen Wochenende war ja ausgefallen). Schon in der sechsten Minute die erste Gelegenheit für die Dorfkicker: halblinks im Strafraum der Hausherren kam Dominik Grothe ans Leder, stand eigentlich recht frei, hätte auch abziehen können. Doch er versuchte mit einem Pass Richtung Elfmeterpunkt seinen Bruder Philipp in Szene zu setzen. Der stand allerdings im Abseits - Chance vertan.

An sich war es ein relativ ausgeglichenes Spiel hier in unmittelbarer Nähe des Münchner Flughafens. Von der Spielanlage her kamen sich beide Teams entgegen. Der VfB wollte das Spiel aufziehen, auf die gewohnte Art gestalten - gerade auf der eigenen Anlage. Der TSV hingegen setzte genau da an - und auf sein, ebenfalls gewohntes, schnelles Umschaltspiel. Der Ansatz beider führte zu einer recht offenen, schnellen Partie. Es war ein ansehnlicher Kick. Und im Gegensatz zu den letzten Matches der Kastler endlich auch eines mit Torchancen für die Gallier.


Spinner bedient den mitgelaufenen Pietsch - Führung Kastl

Nach einer Viertelstunde dann die Führung für die Gäste: Balleroberung im Mittelfeld, dann ging es schnell - und blitzsauber. Spinner wurde auf halblinks schön durch die Schnittstelle freigespielt, brach durch und legte gegen die unsortierte Hallbergmooser Abwehr in der entstandenen Überzahlsituation den Ball fein quer auf den völlig freien Sebastian Pietsch. Der musste nur noch zum 0:1 einschieben.

Service:

Dass das Spiel eine ausgeglichen Angelegenheit war, bei der jede der beiden Mannschaften ihre Möglichkeiten suchte und auch hatte, zeigte der Fakt, dass nur fünf Minuten darauf der Ausgleich fiel: Nach einem Freistoß von Hallbergmoos' Andreas Kostorz von der rechten Seite etwas mehr als 20 Meter vor dem Tor auf Höhe der Trainerbank der Kastler, schlief die Defensive der Gäste - und ließ Sebastian Hofmaier am kurzen Fünfereck unbedrängt zum Kopfball kommen. Der bedankte sich, ließ sich die Chance nicht nehmen - und wuchtete das Leder zum 1:1 in die kurze Ecke (20.).

Ausgleich - und Riesenchance für Spinner im Gegenzug

Der TSV zeigte sich seinerseits von diesem Gegentreffer nicht lange geschockt - und setzte umgehend zum Konter an. Gleich der nächste Angriffsversuch der Dorfkicker hätte ihnen fast die erneute Führung gebracht: Timo Pagler wurde mit einem präzisen langen Flachpass über den linken Flügel geschickt und gab scharf flach zurück an die Strafraumgrenze. Dort wollte der heranstürmende Pietsch aus vollem Lauf draufziehen, sein Schussversuch wurde jedoch von einem im letzten Moment hereingrätschenden Abwehrspieler abgefälscht - und landete halbrechts im Strafraum bei Sebastian Spinner. Der stand dort ganz allein, hatte Zeit, hätte sich die Ecke aussuchen können - schoss jedoch bei seinem Abschluss auf die lange Ecke weit vorbei (22.).

Danach waren es aber die Hausherren, welche jetzt stärker wurden, sich über gelungene Kombinationen - die mit der entsprechenden Ballsicherheit vorgetragen wurden - nach und nach Vorteile erspielten. Diese führten auch zu zwei, drei vielversprechenden Abschlussgelegenheiten, welche die Kastler nicht verhindern konnnten, die aber allesamt nicht in Zählbares verwandelt werden konnten. Dennoch drehten die Gastgeber dieses Spiel noch vor der Halbzeit - allerdings musste ihnen dabei wieder ein Standard helfen.

Held nach verunglückter Kopfballabwehr volley zum 2:1

Nach einer Ecke der Hallbergmooser von links bekamen die Kastler in der Mitte den Ball nicht vernünftig geklärt, brachten ihn per Kopf nicht weit genug weg - und genau in die gefährliche Zone. Auf Höhe des langen Pfostens kam das Leder genau zu Benjamin Held, der aus etwa achtzehn Metern ohne Umschweife volley draufhielt - sein Geschoss schlug mit Wucht und unhaltbar rechts unten im Gehäuse von Egon Weber ein. 2:1 - die Führung für die Gastgeber.

Nach einer ersten Halbzeit in der ein Remis ebenso gerecht und auch eine Gästeführung nicht unverdient gewesen wäre, kamen die Kastler irgendwie schlecht aus der Kabine. Und zwar spürbar schlecht. Die Anfangsviertelstunde des zweiten Durchgangs brachte dadurch eine klare Überlegenheit der Hausherren hervor - die stärkste Phase des VfB in dieser Partie. Die Kicker des TSV waren jetzt einfach noch nicht wieder voll auf dem Feld, in fast jeder Szene zu weit vom Mann entfernt - und alles andere als hellwach. Hallbergmoos war zwar gefährlich, die Kastler wackelten - aber Entscheidendes konnten die Gastgeber nicht vollbringen.

Kastl kann Gastgeber nicht mehr unter Druck setzen

Nach einer gespielten Stunde fanden die Gäste langsam wieder zu mehr Linie, das Geschehen normalisierte sich. Allerdings verflachte das Spiel auch zusehends, wurde beiderseitig immer zerfahrener - es war jetzt nicht mehr das gut anzuschauende Spiel aus Hälfte Eins. Hallbergmoos ließ nach - Kastl schaffte es nicht den nötigen Druck aufzubauen um zurückzukommen. Dazu waren sie gegen einen Gegner, der jetzt auf Verwalten, Sicher-stehen und Kontern umschaltete zu harmlos - und verloren in den zahlreichen Mittelfeldduellen einfach viel zu viele Zweikämpfe und zweite Bälle.

Den Gastgebern reichte das - den Gästen gelang so nicht ein einziger Torabschluss im gesamten zweiten Durchgang. Einzig erwähnenswertes Detail auf Seiten der Kastler war nach 65 Minuten die Einwechslung des Aufstiegshelden Amara Cole, der im nahen München lebt - die Gallier hatten Not am Mann, der Stürmer half aus und kam zu seinem ersten Landesliga-Einsatz.

Hallbergmoos verwaltet geschickt - fataler Ballverlust bringt Entscheidung

Im Gegensatz zu ihrem Heimspiel gegen den SB Rosenheim reichte es den Hallbergmoosern unaufgeregt zu verwalten, auf Konter zu setzen - und auf den einen entscheidenden Fehler der Gäste zu setzen. Denn die Kastler machten ihn: Nach einem vom VfB hoch aus dem eigenen Strafraum gedroschenen Befreiungsschlag ging Kastls Pascal Kaiser auf der rechten Seite etwa fünfzehn Meter innerhalb der Hälfte der Gastgeber ganz schlecht zum Ball, konnte das Leder nicht kontrollieren - und fiel bei seiner Slapstick-Einlage auch noch hin.

Sein Gegenspieler war weg - und leitete über die linke Angriffsseite des VfB den Anfang vom Ende ein: Nach einer schnellen Kombination über zwei, drei Stationen kam der Schnittstellenpass gegen die in der Rückwärtsbewegung befindliche Kastler Hintermannschaft ins Zentrum. TSV-Kapitän Martin Göppinger versuchte im Sechzehner noch zu retten, was zu retten war, brachte dabei aber den angespielten Hallbergmooser Angreifer zu Fall - und durfte sich beim Versuch den Fehler seines Mannschaftskameraden auszubügeln auch noch die zweite gelbe Karte und damit den Platzverweis abholen. Den fälligen Strafstoß verwandelte Kostorz rechts unten zum 3:1 (81.). Weber war in der richtigen Ecke - aber machtlos.

Je eine Ampelkarte - und ein Heimsieg für den VfB

Das war die Entscheidung. Kurz darauf war Schluss. Dass auf Seiten der Gastgeber in der 87. Minute auch Thomas Edlböck noch die Ampelkarte sah, wurde kaum registriert und tat nichts mehr zur Sache. Der TSV Kastl - der hier an und für sich eine gelungene erste Halbzeit gezeigt hatte - blieb also auch in seinem vierten Spiel dieses Frühjahrs ohne Sieg - und kassierte die dritte Saisonniederlage. Und die zweite in Folge. Der Aufsteiger tut sich derzeit schwer ohne die sommerliche und herbstliche Euphoriewelle.

Dies sah auch Kastls Trainer Sven Vetter so: "Wir bringen uns hier einfach selbst um den Erfolg. Durch gleich mehrere dumme Fehler, die so einfach nicht passieren dürfen. Die Gegentore wären leicht vermeidbar gewesen. Und vorne machen wir in den entscheidenden Situationen die Dinger nicht. Dann kannst Du so ein Spiel nicht gewinnen. Rein spielerisch war ich mit der ersten Halbzeit zufrieden - da haben wir verglichen mit den letzten Auftritten ein wirklich gutes Spiel hingelegt. In der zweiten Halbzeit und hinten raus war es dann so naja - aber man sieht dann eben auch, dass uns derzeit, wen Dinge gegen uns laufen, das Selbstvertrauen fehlt.".

Quelle: rosenheim24.de




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