SE Freising - TSV Kastl 2:0

TSV Kastl in Freising mit zweiter Saisonniederlage!

+
Kaum etwas ausrichten konnten Timo Pagler (vorne), Michael Langenecker (hinten) und die Offensive des TSV Kastl (schwarz) im Auswärtsspiel bei einer starken Eintracht aus Freising (gelb).

Freising - Im Nachholspiel am Dienstagabend in der Domstadt Freising gab es für einen passiven und ideenlosen TSV Kastl ohne offensive Durchschlagskraft nichts zu holen. Die Gastgeber vom SE Freising hingegen sind gerade so etwas wie das Team der Stunde in der Landesliga Südost - sie gewannen verdientermaßen auch ihr drittes Spiel nach dem Wiederbeginn der Punkterunde im Frühjahr.

Das Spiel im weiten Rund des Stadions Savoyer Au glich zunächst ein wenig der Partie der Kastler im emotionslosen Derby letztes Wochenende gegen den SV Erlbach - zumindest wenn man nach der Anzahl der Torabschlüsse des TSV, bei dem sowohl Alois Straßer als auch Sebastian Spinner nicht von Anfang an aufliefen, in der ersten Halbzeit geht. Von diesen gab es nämlich in 45 Minuten keinen einzigen.


Die Null steht - vorne wie hinten

Vorne stand also die Null. Hinten allerdings auch - eine Tatsache auf die der Coach des Aufsteigers Sven Vetter ja gerade auswärts immer gesonderten Wert legt. Defensiv sah das also gewohnt solide aus bei den Kastlern in diesem Auswärtsauftritt in Freising - nach vorne ging vorerst gar nichts.

Service:

Die Gastgeber vom SEF spielten sich ein wenig einen Wolf in diesem ersten Durchgang. Versuchten mehr spielerische Linie in das relativ ereignisarme Geschehen zu bringen, ließen den Ball von links nach rechts zirkulieren und suchten Lücken in der dicht gestaffelten Abwehr der Gäste. In ungefährlichen Räumen sah das zum Teil ganz gefällig aus - durchschlagenden Erfolg hatten sie damit aber nicht. Zu ideenlos war das dann doch zu oft - zu wenig um die defensivstarken Kastler nachhaltig in Bedrängnis zu bringen.


Die wenigen Möglichkeiten in Halbzeit Eins hat der SEF

Zwei gute Gelegenheiten in größerem zeitlichen Abstand hatte sie dann aber doch die Eintracht: Gleich zu Beginn wurde Freisings Andreas Hohlenburger durch einen langen Flachpass über die rechte Seite frei gespielt, zog nach innen, vergab jedoch aus spitzem Winkel (8.). Dann setzte sich Mesut Toprak ebenfalls über rechts durch, gab fast von der Grundlinie scharf herein - und am langen Pfosten verpassten Hohlenburger nur äußerst knapp (30.).

SE Freising - TSV Kastl

SE Freising - TSV Kastl
SE Freising - TSV Kastl © Beinschuss
SE Freising - TSV Kastl
SE Freising - TSV Kastl © Beinschuss
SE Freising - TSV Kastl
SE Freising - TSV Kastl © Beinschuss
SE Freising - TSV Kastl
SE Freising - TSV Kastl © Beinschuss
SE Freising - TSV Kastl
SE Freising - TSV Kastl © Beinschuss
SE Freising - TSV Kastl
SE Freising - TSV Kastl © Beinschuss
SE Freising - TSV Kastl
SE Freising - TSV Kastl © Beinschuss
SE Freising - TSV Kastl
SE Freising - TSV Kastl © Beinschuss
SE Freising - TSV Kastl
SE Freising - TSV Kastl © Beinschuss
SE Freising - TSV Kastl
SE Freising - TSV Kastl © Beinschuss

Da sich sonst vor den Toren reichlich wenig tat, ging es mit einem - trotz der leichten aber eben nicht entscheidenden Vorteile der Gastgeber gerechten - torlosen Unentschieden in die Halbzeitpause. Offensiv war da noch viel Luft nach oben - auf beiden Seiten.

Elfmeter bringt Freising die Führung

Als Brustlöser für die Hausherren erwies sich unmittelbar nach dem Seitenwechsel ein Strafstoß: Nachdem die Kastler im Mittelfeld den Ball nicht unter Kontrolle bekamen und gleichzeitig für einen Moment auch hinten in Unordnung waren und nicht gut standen, reagierten die Freisinger blitzschnell und schickten Burak Özdemir auf die Reise.

Der wurde im Laufduell mit Kastls Philipp Grothe, der irgendwie versuchte noch zu retten was zu retten war, zu Fall gebracht und Schiedsrichter Patrick Höpfler entschied auf Elfmeter. Özdemir ließ sich die Chance nicht entgehen, trat selbst an - und vollstreckte zum 1:0 (48.). Kastls Torhüter Egon Weber, der nach seine Rotsperre abgesessen hatte, war zwar in der richtigen Ecke - aber ob des zu gut geschossenen Strafstoßes machtlos.

Kastl mit Doppelwechsel nach dem Rückstand

Vetter reagierte - brachte in einem Doppelwechsel Straßer und Sebastian Pietsch für Tobias Urban und Leonhard Thiel (52.). Am Spielverlauf änderte das nichts. Die Kastler waren hier einfach erschreckend harmlos. Viel zu harmlos jedenfalls um am Spielstand irgendetwas zu ihren Gunsten zu verändern.

Das Aufbauspiel des Dorfklubs war zu behäbig, zu ideenlos, auch lange Bälle brachten rein gar nichts, da sie vorne nicht festgemacht werden konnten - und dadurch, dass die clever spielenden Freisinger ihnen nichts anboten, kam es auch nicht zu den Umschaltmomenten, welche die Kastler normalerweise so gern haben. Grundsätzlich waren die Gäste einfach auch immer einen Schritt zu langsam, kamen in des Gegners Hälfte nicht in die Zweikämpfe und agierten, wenn sie sich einmal im Aufbau versuchten, viel zu schleppend und langatmig. So konnte das nichts werden.

Freising setzt sich durch - Hohlenburger markiert das 2:0

Nach 68 Minuten bestraften die Hausherren die Passivität der Gäste ein zweites Mal und erhöhten ihre Führung. Und mittlerweile war dies ob der besseren Spielanlage der Eintracht auch hoch verdient. Ohne irgendetwas Spezielles zu machen, dominierten die Freisinger mit ihrer ruhigen Spielweise hier mit Leichtigkeit das Geschehen. Wenn ein Team gefährlich wurde waren es die Gastgeber: Steckpass von Özdemir durch die Schnittstelle auf Hohlenburger - der lief noch etwa fünfzehn Meter, schüttelte Philipp Grothe ab, der es bei seiner Grätsche im Sechzehner nicht mehr schaffte den Ball weg zu bekommen, blieb alleine vor Weber eiskalt und setzte die Kugel zum 2:0 ins Netz.

Auch auf diesen Gegentreffer reagierte Vetter mit einem Wechsel: Spinner kam für "Laser" Timo Pagler (69.). Auch dies beeinflusste den Spielverlauf nur unwesentlich. Die Kastler versuchten zwar noch einmal etwas - aber auch dies eher halbherzig. Vielleicht war an diesem Abend auch einfach nicht mehr drin, jedenfalls gelang es ihnen eher schlecht als recht, so etwas wie Druck aufzubauen.

Kastl nur mit einem einzigen torgefährlichen Moment

Immerhin - eine einzige torgefährliche Szene gelang ihnen dann doch in den neunzig Minuten. Allerdings erst, als das Spiel schon fast vorbei war. Nach einem Freistoß von der rechten Seite gewann Andreas Lahner im Strafraum das Kopfballduell - der Ball landete jedoch direkt in den auffangbereiten Armen von Freisings Keeper Stefan Wachenheim (88.).

Mehr war nicht - dann war Schluss. Der SE Freising gewann völlig verdient sein drittes Spiel in Folge und kann mit Recht von einem perfekten Start in die Frühjahrsrunde sprechen. Obendrein wurden alle drei nach dem Winter absolvierten Partien zu null gewonnen. Der TSV Kastl hingegen enttäuschte, brachte offensiv leider wiederholt überhaupt nichts zustande und verlor folgerichtig sein zweites Saisonspiel. Für den wackeren Aufsteiger, der ja nach wie vor - ungeachtet dieser Niederlage - sensationell in der Landesliga unterwegs ist, war es ein gebrauchter Abend in der Domstadt.

Offensivflaute bringt Vetter nicht aus der Ruhe

TSV-Coach Vetter ordnete die zweite Saisonniederlage gelassen ein: "Ja, es stimmt: Offensiv und generell ist bei uns gerade so ein klein wenig der Wurm drin. Vielleicht ist das jetzt so eine Phase von der klar war, dass sie irgendwann kommt. Es war ja logisch, dass das nicht unbegrenzt immer so weiter geht mit unserer Erfolgssträhne. Jetzt tun wir uns grad etwas schwerer - aber das ist normal. Wir wissen das einzuschätzen und ziehen unser Ding weiter durch. Nervös macht das hier keinen. Warum auch - da gibt es ja weiß Gott keinen Grund dafür. Wir machen ganz normal weiter - und früher oder später, wenn wir mal treffen, dann tun wir uns auch wieder leichter!".

Sein Gegenüber, Freisings Trainer Michael Schütz, konnte ein positiveres Fazit ziehen: "Wir haben gegen einen starken Gegner sehr geordnet und sehr kompakt gespielt", lobte er seine Elf, "wir waren die klar bessere Mannschaft, haben geduldig auf unsere Momente gewartet - und haben von Anfang an den Willen gezeigt, dieses Spiel zu gewinnen!". Mit 30 Punkten steht der SE Freising nun auf Platz Acht der Tabelle und hat den Landkreisrivalen VfB Hallbergmoos überholt. „Das interessiert mich nicht“, sagte Schütz dazu, „mich interessiert nur, dass wir so schnell wie möglich unten raus kommen!“.

Freising empfängt Freilassing - Spitzenduell Traunstein gegen Kastl

Gelegenheit, ihr Punktekonto weiter zu verbessern, haben die Freisinger bereits am Freitag. Dann kommt es um 19:30 Uhr in der Savoyer Au zum Spiel gegen den ESV Freilassing. Der TSV Kastl hingegen hat am kommenden Wochenende eine ganz schwierige Aufgabe vor sich - am Samstag müssen die Gallier zu einem weiteren Team der Stunde: Im Traunsteiner Jakob-Schaumaier-Sportpark kommt es um 15:00 Uhr zum Aufeinandertreffen mit dem SB Chiemgau Traunstein. Momentan sind die Traunsteiner einen Punkt voraus, der Dritte gegen den Vierten - nicht nur ein Spielkreis-internes Duell, sondern ein echtes Spitzenspiel!

Quelle: rosenheim24.de



Top-Artikel der Woche: Landesliga Südost

Mit sofortiger Wirkung: SB Chiemgau Traunstein verkleinert Vorstandschaft
Mit sofortiger Wirkung: SB Chiemgau Traunstein verkleinert Vorstandschaft

Kommentare