Beinschuss-Serien-Interview vor dem Re-Start

Kastls Thiel: „Wir nehmen die Entscheidung als Verein so hin“

Leonhard Thiel vom TSV Kastl im Spiel gegen den TSV Ampfing
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Leonhard Thiel vom TSV Kastl ist heiß auf das Derby gegen Ampfing, welches nach der Pause direkt ansteht.

Kastl - Langsam kehren die bayerischen Vereine und Fußballer zur Normalität zurück. Training mit Körperkontakt und Testspiele sind wieder erlaubt. beinschuss.de hat bei Leonhard Thiel vom TSV Kastl nachgefragt, wie groß die Vorfreude auf das erste Training war und wie er zum Start des Spielbetriebs steht.

Die Corona-Zwangspause ist nun auch für die bayerischen Amateurfußballer vorbei. Bereits Anfang Juli hat die bayerische Staatsregierung entscheiden, dass Training mit Körperkontakt erlaubt ist. Damit konnten die Vereine und Spieler nach Monaten wieder richtig trainieren. Am Mittwoch, den 29. Juli, gab das bayerische Innenministerium dann auch den Spielbetrieb wieder frei, sodass die Klubs nun endlich die ersten Testspiele austragen können.


beinschuss.de fragt bei den Spielern aus der Region nach, wie sie die fußballfreie Zeit verbracht haben, ob einem Teamkameraden der Trainingsrückstand anzumerken war, wie groß die Vorfreude auf das erste Spiel ist und wie sie zum Ligapokal stehen. Leonhard Thiel vom Landesligisten TSV Kastl stellt sich nun den Fragen.

Hallo Herr Thiel, wie haben Sie die Corona-Zwangspause ohne Fußball überstanden?

Zu Beginn war es sehr komisch, dass sowohl unsere Spiele, als auch die der Profi-Ligen nicht mehr stattfinden konnten. In dieser Zeit habe ich mich Dingen gewidmet, welche sonst eher hinten anstanden. Natürlich habe ich auch viel Zeit mit Familie und Freunden verbracht. Kurzzeitig habe ich mal komplett vom Sport abgeschalten, nach ein paar Wochen hat man sich dann auch wieder getroffen und ist mit Teamkollegen beispielsweise zusammen Laufen gegangen und hat auch wieder die Bundesliga verfolgt.
Es herrschte wochenlange Trainingspause: Wie sehr haben Sie sich auf das erste Mannschaftstraining gefreut und wie war das Wiedersehen mit den Teamkameraden? Hat man einem Mitspieler den Trainingsrückstand angemerkt?
Je länger die Pause andauerte, umso größer war selbstverständlich die Vorfreude, endlich wieder zum Mannschaftstraining zurückkehren zu können. Die ersten Trainingseinheiten bereiteten ebenso viel Spaß wie das Wiedersehen der Kollegen, wobei ich Einige auch in der Pause sehr regelmäßig antraf. Manche Spieler sind fitter aus der Pause gekommen als Andere, aber insgesamt kann man erkennen, dass sich schon jeder am Fitness-Programm des Trainers für die Pause orientiert hat. Unser Coach Jürgen Gal wählte für die ersten zwei Wochen ein spaßorientiertes Training mit vielen Spielen und Wettbewerben, insofern kann man erst in den kommenden Tagen und Wochen sehen, wie fit jeder Spieler ist. 
Haben Sie in ihrem Verein besondere Hygiene-Maßnahmen getroffen?
Wir alle vom TSV Kastl halten uns an die vorgegebenen Hygiene-Vorschriften, wie zum Beispiel das Desinfizieren der Trainingsutensilien nach der Einheit, die grundsätzliche Desinfektion der Hände oder auch die Nicht-Benutzung der Duschen. Der Verein hat dafür sehr gute Voraussetzungen geschaffen und legt hohen Stellenwert darauf, diese zu befolgen. 
Wie groß ist Ihre Vorfreude auf das erste Spiel?
Ich freue mich sehr auf die Vorbereitungsspiele, aber vor allem auf die Ligaspiele, da es bei uns noch um Einiges geht. Im ersten Spiel erwartet uns gleich ein Derby in Ampfing, welches wir unbedingt gewinnen wollen.
Glauben Sie, dass die Saison im September fortgeführt werden kann und der Spielbetrieb problemlos verläuft?
Meiner Meinung nach ist es schon möglich, jedoch muss in erster Linie die Sicherheit aller Beteiligten im Vordergrund stehen. Dafür sind Hygiene-Konzepte notwendig. Man weiß nicht, wie sich die Pandemie entwickelt. Aber wenn ich mir ansehe, was mittlerweile schon wieder alles möglich und erlaubt ist, sollte auch schon bald der Fußball wieder den Weg zur Normalität finden. 
War es aus Ihrer Sicht richtig, die Saison 2020/21 zu streichen und die aktuelle Saison fortzuführen?
Ich denke, dass es auf diese Frage die unterschiedlichsten Antworten gibt. Es herrschen verschiedene Ansichten. Man sollte versuchen, diese nachzuvollziehen. Dennoch spricht es meiner Meinung nach für sich, wenn nahezu alle Verbände in Deutschland die Saison abbrechen. Für mich persönlich etwas fragwürdig, jedoch nehmen wir als Verein diese Entscheidung so hin und bereiten uns nun voll konzentriert vor, die Saison erfolgreich zu beenden. 
Wie lautet Ihre Meinung zum Ligapokal? Ist das für Sie ein interessanter Zusatzwettbewerb?
Zunächst dachte ich mir, ob das wirklich eine Lösung zum Auffüllen der Spiele ist? Aufgrund der Entscheidung der Fortführung der Saison war aber klar, dass die Vereine weitere Spiele, als nur die restlichen Saisonspiele bis zum Sommer 2021 brauchen. Insofern ist die Entscheidung eines Ligapokals nachvollziehbar. Der Reiz dieses Turnier zu spielen, könnte jedoch größer sein. 
Haben Sie Bedenken aufgrund des Coronavirus‘ wieder Fußball zu spielen oder machen Sie sich dahingehend keine Gedanken?
Ehrlich gesagt mache ich mir dahingehend keine Gedanken. Wenn man beim Fußball spielen an eine potenzielle Ansteckung denkt, sollte man auch beispielsweise beim Einkaufen daran denken, denn hier werden Abstände und Hygiene auch nicht immer gewährleistet.
Zum Abschluss: Was sind Ihre persönlichen Ziele für die restliche Saison und welche Ziele habt ihr euch als Mannschaft gesteckt?
Ich persönlich wünsche mir in erster Linie, dass die Saison zu Ende gespielt werden kann. Ich möchte verletzungsfrei bleiben und wieder zur alten Form zurückkehren. Mannschaftlich ist das primäre Ziel des TSV Kastl der Klassenerhalt. 
Danke für das Interview!

dg

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