Beinschuss-Direkt mit Robert Berg (SV Erlbach)

"Dem Fußball muss vieles untergeordnet werden"

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Erlbach-Coach Robert Berg kann nach zwei Siegen in Serie wieder positiver in die Zukunft blicken.
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Erlbach - Sie haben endlich wieder ihre wahre Stärke gezeigt: Der SV Erlbach steht nach zwei Kantersiegen wieder über dem Strich. Ein guter Grund mit Robert Berg, dem Trainer des Landesligisten, über die aktuelle Form zu sprechen. Eine neue Ausgabe von Beinschuss-Direkt:

19 Punkte nach 16 Spielen, mit sechs Zählern aus den letzten beiden Partien konnte sich der SV Erlbach erstmals wieder nach langer Zeit aus dem Tabellenkeller befreien. Zumindest vorerst! Beinschuss-Reporter Max Böning hat sich mit dem Trainer des Landesligisten Robert Berg über die gute Form der Erlbacher, das veränderte Spielsystem und eine ganz besondere Kabinenansprache unterhalten:

Beinschuss: 4:0 gegen Eching, 5:0 gegen Freising. Die letzten zwei Wochenende habt Ihr richtige Fußballfeste daheim feiern können. Wann hat der SV Erlbach das Toreschießen für sich entdeckt?

Robert Berg: Das ist schwierig zu sagen. Natürlich merkt man, dass wir wieder ein paar mehr Spieler im Kader haben, die uns vorher gefehlt haben. Jetzt wo wir auch im Training wieder mehr Leute zur Verfügung haben, merkt man auch, dass wir wieder im Saft stehen – genug Spieler, die kicken können, haben wir ja.

Und Ihr habt etwas an eurer Spielweise verändert.

Ja, wir setzten jetzt wieder mehr auf eigene Ballkontrolle. Zu Bayernliga-Zeiten haben wir dann doch auf unser schnelles Umschaltspiel vertraut. Eine Umstellung mit neuen Leuten braucht auch Zeit, vielleicht waren wir zu Beginn aber auch zu passiv.

Schlecht gespielt habt Ihr ja trotzdem eigentlich nicht, trotzdem kommt der Erfolg eigentlich zu spät. Warum?

Vorne müssen auch mal die Tore fallen – und zwar zum richtigen Zeitpunkt. Das ist jetzt die letzten zwei Male passiert. Aber jetzt konzentrieren wir uns mehr auf uns und unsere Leistung. Wenn jeder in der Mannschaft alles gibt, dann ist es auch in Ordnung. Das habe ich gegen Karlsfeld auch in der Pause meiner Truppe gesagt.

Was ist in der Kabine noch angesprochen worden?

Dass jeder in der Mannschaft endlich alles geben muss. Fehler werden verziehen, wenn die Einstellung zu 100 Prozent stimmt! Natürlich ist das auch ein bisschen frustrierend, wenn man dennoch keine Punkte holt, aber so ist halt manchmal Fußball. Die Mannschaft muss sich wieder mehr in die Pflicht nehmen, da muss ich mich selber auch etwas zurücknehmen können.

Ihr habt ja erwartet, dass es kein einfaches Jahr wird nach dem Abstieg. Habt Ihr aber befürchtet, dass es so schwierig  wird?

Ja, eigentlich schon. Die Vorbereitung hat uns durch die lange Relegationsphase komplett gefehlt, eine richtige Sommerpause hatten wir ja so wie so nicht. Die negativen Erlebnisse mussten wir erstmal alle verkraften, das kratzt natürlich schon ein bisschen an der Psyche, wenn man nach so vielen Entscheidungsspielen doch runter muss in die Landesliga. Der Start mit vier Punkten aus zwei Partien war ja auch voll in Ordnung, doch danach agierten wir zu wenig.

Nach der eigenen Fehleranalyse: Wie optimistisch kann der SV Erlbach in die Zukunft blicken?

Der Anschluss ans Mittelfeld ist jetzt schon mal geschafft. Jetzt gilt es so schnell wie möglich weitere, wichtige Punkte einzufahren. Ziel ist natürlich weiterhin der Klassenerhalt, wir wollen uns frühzeitig retten. Die Qualität dafür haben wir allemal!

Welche Faktoren sind dafür wichtig?

Es kommt natürlich auch darauf an, dass wir so gut es geht verletzungsfrei bleiben. Dann wird es schon um einiges einfacher für uns. Das Selbstvertrauen haben wir uns auf jeden Fall zurückgeholt nach den beiden Erfolgen gegen Eching und Freising. Dennoch muss uns auch klar sein, dass dem Fußball vieles untergeordnet werden muss und es noch eine heiße Restsaison wird.

Gleich am Samstag geht es schon weiter gegen Töging.

Das wird ein schweres Spiel mit zwei Teams auf Augenhöhe, nicht nur mit Blick auf die Tabelle. Töging ist natürlich individuell sehr gut besetzt. Sicher wird es auf dem Platz heiß hergehen, aber zumindest von meiner Seite ist es kein „vergiftetes“ Spiel. Ich komm mit den Tögingern Verantwortlichen gut klar, die finde ich alle sympathisch. Ich wünsche mir, dass beide Mannschaften die Liga halten.

Worauf kommt es an am Samstag?

Die Platzverhältnisse werden sicher auch eine Rolle spielen, dementsprechend werden wir auch unsere Spielweise dem Rasen anpassen müssen. Es wird ein enges Spiel, in dem wir wieder die Zweikämpfe annehmen müssen und kämpfen müssen.

Ist ein Sieg Pflicht?

Mit der Einstellung fahren wir nicht nach Töging. Es ist natürlich auch vom Spielverlauf abhängig, mit einem Unentschieden könnte ich auch ganz gut leben gegen einen starken Gegner.

Und im Idealfall schönen Fußball spielen.

Ja, das hat zumindest zuletzt geklappt. Das macht dann auch Spaß, wenn unser Spiel schön und erfolgreich ist – das wollen wir in Zukunft auch weiter verbinden. Aber am wichtigsten sind natürlich die Punkte!

Vielen Dank für das Gespräch und eine erfolgreiche Rückrunde mit einem möglichst frühen Klassenerhalt.

Quelle: rosenheim24.de

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