TuS lässt sich nicht von der Tabellenspitze verdrängen

Prien schlägt wieder zu - knapper Sieg auch in Ostermünchen

Ostermünchen - Den Kickern des Tabellenführers TuS Prien gelang nach Rückschlägen auf eigenem Platz im Derby gegen Bad Endorf (0:1) und den ASV Großholzhausen (0:3) im Match bei Bezirksliga-Absteiger SV Ostermünchen der nächste Auswärtscoup. Wieder stand am Ende ein knapper, fast schon Prien-typischer 1:0 Sieg. Wieder waren eigene Effizienz und defensive Kompaktheit der Mannschaft von Trainer Christoph Ewertz die ausschlagebenden Faktoren. Wie weit die Füße die Priener am Ende tatsächlich tragen, weiß wohl keiner so genau - aber es macht die Kreisliga 1 so richtig spannend.

Beide Teams legten gleich mit Spielbeginn flott los - und waren darauf aus Tempo zu machen. Erste Gelegenheiten ergaben sich ebenfalls für beide: Schon nach vier Minuten musste sich SVO-Keeper Hannes Schenk ganz lang machen - konnte einen Freistoß der Priener aus 28 Metern aber gekonnt herausfischen. Eine Klasse-Parade.


Flotter Beginn - Anzinger gelingt das "Traum-Comeback"!

Kurz darauf Freistoß aus ähnlicher Distanz auf der Gegenseite: Nach dessen Ausführung nahm Ostermünchens Michael Paccagnel den abprallenden zweiten Ball volley - und zwang den Schlussmann der Gäste zu einer Glanztat. Armin Ceman konnte das Leder gerade noch über die Latte lenken (12.).

Nach achtzehn Minuten gelang dann den in dieser Spielzeit zu Meistern der Effizienz mutierten Prienern der Lucky Punch zur rechten Zeit. Und das auch noch durch einen "Comebacker": Gegen den SV Ostermünchen stellte Priens Dampfwalze Franz Anzinger sofort wieder unter Beweis, wie wichtig er für die Chiemseer ist - und donnerte im entscheidenden Moment den Ball ins Netz. Wunderbar angespielt, fackelte Anzinger im Sechzehner der Hausherren nicht lange - und setzte das Spielgerät ins linke untere Eck. Keine Chance für Torhüter Schenk - 1:0 für den TuS aus Prien.


Einsetzender Regen macht das Spiel zur Rutschpartie

Kurz darauf setzte der Regen ein und wurde kontinuierlich stärker. Das machte beiden Mannschaften sichtlich zu schaffen und nicht nur denen - auch dem Geläuf an der Sportanlage am Berg setzte das viele Nass von oben gehörig zu. Das Ganze wurde zur Rutschpartie - die ein oder andere wilde Szene der sich beharkenden Konkurrenten war dabei.

Service:

Mit den widrigen Bedingen kamen, wie sich herausstellen sollte, zunächst die in Führung liegenden Gäste etwas besser zurecht. Zwar geriet das ganze zu einem nicht immer berechenbaren offenen Schlagabtausch - doch die besseren Gelegenheiten konnten die Priener für sich verbuchen. Und das trotz ihrer Aversion gegen Kälte und Regen, sowie ihrer "Koan Sonntag"-Kampagne. Ins Tor fand der Ball jedoch auf keiner Seite mehr - es ging mit 0:1 zum Aufwärmen und Abtrocknen in die Kabinen.

Ostermünchen probiert es - Prien verteidigt seine Führung

Die zweite Halbzeit lässt sich im Wesentlichen unter der Überschrift "Ostermünchen bemüht sich, Prien sehnt das Ende herbei" zusammenfassen. Kurz gesagt: Die Hausherren versuchten noch einmal anzuschieben, alles in die Waagschale zu werfen um die drohende Niederlage abzuwenden und das Spiel zu drehen - und die Gäste versuchten ihrerseits alles um das Fortune des Führungstreffers bestmöglich zu nutzen, ungeschoren über die Runden zu kommen und die so wichtigen weiteren drei Punkte einzutüten, welche den TuS auf Rang Eins des Kreisligatableaus überwintern lassen würden.

Nach einer guten Stunde stellte sich heraus, dass es mittlerweile die Gastgeber waren, welche mit den weiterhin schwierigen Platzverhältnissen besser zurecht kamen. Der SVO hatte das Match angenommen, sich reingekämpft - und war jetzt besser in der Partie. Zu massiven Chancen führte das allerdings gegen die kompakt und humorlos verteidigenden Priener nicht. Der TuS seinerseits verlegte sich aufs Kontern - das gelang nicht allzu oft, aber war nicht ohne Gefahr.

Keiner Mannschaft gelingt mehr ein Treffer - der SVO rutscht ab

Die größten verbleibenden Aufreger in der geschilderten Konstellation ereigneten sich gut zwanzig Minuten vor dem Schlusspfiff: Erst trafen die glücklosen Ostermünchner nach 73 Minuten nur die Latte - dann bekam der TuS eine Abschlusschance auf das leere Tor, doch das Leder ging ganz knapp rechts am Kasten der Einheimischen vorbei.

Danach ereignete sich nichts mehr Erwähnenswertes, außer dass es in einer emotional geführten Partie in der Schlussphase noch einige Gelbe Karten auf beiden Seiten zu verzeichnen gab. Die unglaublichen Priener blieben wieder einmal ihrer Linie treu - brachten das Match über die Zeit und nahmen auch diesen knappen Auswärtserfolg dankend mit nachhause.

Am Ende war es in der Tat nur der eine Anzinger-Treffer, welcher unter dem Strich den Unterschied ausmachte. Wieder einer dieser "Magic Moments", von denen es dem TuS in dieser bislang für ihn so fabelhaft verlaufenden Saison 2017/18 nicht mangelt. Doch den Ostermünchnern nutzt es wenig, dass es ein enges Match war: Der letzte Dreier liegt für den mit anderen Ambitionen in das Spieljahr gestarteten SVO bereits drei Partien zurück. Durch die Niederlage gegen Prien rutscht der Bezirksliga-Absteiger in der Tabelle auf einen enttäuschenden Platz Zehn.

Priener Erfolgsfaktoren? Teamgeist, Abwehrstärke - und Effizienz

Wer nach dem "Erfolgsgeheimnis" der Priener sucht, deren brutal starke bisherige Saisonbilanz sich - sie selbst eingeschlossen - keiner so ganz genau erklären kann, hört aus dem Umfeld des Vereins Folgendes: Vereinsliebe, Zusammenhalt, Freundschaft und Teamgeist. Und das auch nach einem verlorenen Derby gegen Endorf, welches den Verfolger aus Bruckmühl wieder hat aufschließen lassen. Beim TuS scheinen sie sich nach den ein oder anderen Querelen der gar nicht allzu lange zurückliegenden Vergangenheit endgültig zusammengerauft zu haben. Und Erfolg verbindet ja bekanntlich noch einmal zusätzlich. Sicherlich alles Faktoren, die eine Rolle spielen.

Nicht aus der Acht lassen sollte man aber vor allem Eines: Mit nur vierzehn Gegentoren stellt der TuS Prien die sicherste Abwehr der Liga. Dieser statistische Fakt spiegelt sich auch wieder, wenn man sich ansieht, wie die Chiemsee-Elf ihre Punkte ergattert hat: Defensiv stabil, vorne relativ treffsicher - so lautet das Motto beim TuS. Denn wer hinten kaum Treffer kassiert, braucht vorne auch nicht so viele zu schießen um seine Spiele zu gewinnen.

Die Unterschiede was das Torverhältnis angeht sind jedenfalls signifikant, was den Vergleich der Spitzenteams angeht: Prien hat 24:14 Treffer erzielt - Bruckmühl 48:15 und Westerndorf 48:27. Eine derartige Effizienz ist jedenfalls eine Hausnummer und neben allem Glück und einem Lauf den es natürlich auch braucht, immer auch Ausdruck von Qualität. Den Titel des "Effizienz-Meisters" haben sie am See schon in der Tasche - ob es im Verlauf der restlichen Saison zur ganz großen Überraschung reicht, wird sich im Frühjahr zeigen. Nach dem errungenen Erfolg in Ostermünchen haben die Grün-Weißen jedenfalls allen Grund hoffnungsfroh in die Zukunft zu schauen.

Beide müssen vor dem Winter nochmals ran!

Weiter geht es für beide Mannschaften noch mit jeweils einem Nachholspiel ehe die Winterpause wartet. Und die Matches haben es noch einmal richtig in sich, wie der Blick auf die Tabelle verrät: Der SV Ostermünchen empfängt am Samstag erneut daheim den Priener Rivalen TSV Bad Endorf (14:30 Uhr). Und für den TuS steht am gleichen Tag das Duell mit dem TSV Peterskirchen an (16:30 Uhr), der zuletzt in Endorf federn lassen musste, aber in die Verfolgergruppe zurückkehren möchte. Können die Priener das verhindern, haben sie die Chance noch vor dem Winter an der Tabellenspitze ein paar Punkte zwischen sich und die Nächstplatzierten zu legen. 

Quelle: rosenheim24.de



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