Irre Partie in Amerang: Vier Platzverweise und ein glücklicher SVA

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Die Begegnung zwischen Amerang und Heimstetten begann alles andere als positiv für die Gastgeber: Bereits in der 3. Spielminute versenkte Marko Tomicic einen durch Alex Kleinhuber völlig unnötig verursachten Foulelfmeter (offensichtliches Halten im Strafraum) sicher zur Führung für die Heimstettener. Die Hausherren verbuchten in der sechsten Spielminute die erste Einschussmöglichkeit. Eine Volleyabnahme von Michael Pfeilstetter konnte Torhüter Adem Ünver jedoch klären. Mit dem nächsten darauf folgenden Angriff des Gäste-Teams dann aber schon das zweite Tor für die Baumgärtner-Elf. Torhüter Andi Dumpler konnte einen Schuss von Christoph Schleger gerade noch abwehren, aber Stürmer Ibrahim Aydemir steht goldrichtig und schiebt den Abpraller unbedrängt ein.

Das Ameranger Team war nun ziemlich bedient und versuchte die anbahnende Niederlage möglichst noch einzugrenzen. Die Heimstettener dagegen spielten locker weiter und konnten bis zum Halbzeitpfiff noch ein paar Torchancen verzeichnen. Aber entweder entschärfte der überragende Dumpler die Gelegenheiten der Gäste, u.a. kurz vor dem Halbzeitpfiff sensationell per Fußabwehr aus wenigen Metern, oder der Ball landet auf dem Eck der Torbegrenzung.

Mit der beruhigenden und hochverdienten 2:0 Führung der zweiten Garde vom SV Heimstetten ging es dann in die Pause. Ab der 46. Spielminute bekam das Angriffsspiel der Hausherren mit den Einwechslungen der beiden Stürmer Matthias Schmid und Florian Stöcklhuber deutlich mehr Schwung. Schon fünf Zeigerumdrehungen nach Wiederbeginn hätte Fabian Rußwurm den Anschlußtreffer erzielen können, als dieser nach schönem Zuspiel vom Schmid in die Gasse frei vor TW Ünver auftaucht und ihn zu einer Glanzparade zwingt. Im Gegenzug setzt Ali Kartal eine Granate aus ca. 25m ab, die Dumpler fantastisch aus dem Winkel holt. Nun war das Spiel deutlich offener. Die Gäste waren sichtlich überrascht, dass sich die SVA-Kicker auf einmal derart dagegenstemmten. Der Auswärtsdreier war nach der Halbzeitführung fest eingeplant.

 

Doch mit dem Anschlusstreffer durch Fabian Seidel in Minute 58. kam noch mehr Brisanz in die Begegnung. Als dann der kurz zuvor eingewechselte Thomas Kasparetti nach erneuter schöner Vorarbeit von Schmid in der 64 Minute den Ausgleich erzielte, war die Partie wieder völlig offen. Schon wenige Minuten später hätte die Führung der Hausherren fallen können, ja müssen. Ein toll vorgetragener Konter von Schmid auf Kasparetti, der wiederum auf Lindner weiterleitet kann in letzter Sekunde von einem SVH-Abwehrbein geklärt werden. Der Innenverteidiger der Gäste, Amin Toure, wurde in der 75. Minute durchaus verdient nach einer Notbremse des Feldes verwiesen. Den fälligen Freistoß zimmerte der SVA-Kapitän Christian Voit aus 18m an der Mauer vorbei ins Kreuzeck des Gästetores zum vielumjubelten Führungstreffer für die Heimelf. Bemerkenswert war diese Bude des SVA-Rudelführers vor allem, weil dieser mit gerissenem Außenband auflief und sich trotz starker Schmerzen für sein Team aufopferte – ein unersetzliches Vorbild in Kampf und Einsatz für die SVA-Elf!

Nun lagen die Nerven beim haushohen Favoriten aus dem Münchener Vorort völlig blank. Man konnte es im Lager der Gäste kaum fassen, dass man die Partie gegen einen anscheinend harmlosen Aufsteiger über lange Zeit völlig im Griff hatte, aber eine beruhigende Zwei-Tore-Führung noch aus der Hand gab. Man versuchte zwar wieder die Schlagzahl zu erhöhen, tat sich aber schwer aus der Lethargie wieder zu erwachen. Nachdem der SVA-Goalie Andi Dumpler zum wiederholten Male gegen einen tollen Freistoß von Leonard Mayer hervorragend reagierte, konnte sich Marko Tomicic nicht mehr im Zaum halten und beleidigte den Schiedsrichter  – somit der zweite verdiente Platzverweis für die Gäste.

Als Dumpler erneut einen Freistoß aus kurzer Entfernung entschärfte (90.), waren die Gäste total demoralisiert. Im Gegenzug darauf noch ein Konter der Heimelf. Daniel Auer, der einen sehr starken Auftritt und wohl sein bestes Spiel im SVA-Dress hinlegte, brachte jedoch den Ball nicht im SVH-Tor unter. Als nun in der 92. Spielminute ein weiterer Angriff des Aufsteigers gegen die entblößte Verteidigung der Gäste geführt wurde, konnte sich Christopher Assmann nur mehr per halber Notbremse von hinten wehren und ging mit dem dritten Platzverweis vom Feld. Darauf pfiff der Unparteiische die Begegnung ab.

 

Nach 13 Partien fuhr der SVA endlich wieder einen Dreier ein. Höchstwahrscheinlich aber zu spät, da der Rückstand auf das rettende Ufer bereits zu weit entfernt ist. Der Sieg war ein Resultat der überragenden Moral der Ameranger. Zwar unterm Strich auch ein wenig glücklich, aber durchaus nicht ganz unverdient. Nun kann man deutlich befreiter die letzte Begegnung vor der Winterpause gegen den TSV Kastl angehen. (sr)

Quelle: rosenheim24.de

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