Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Es sollen homophobe Äußerungen gefallen sein

„Überrascht von diesem Ausmaß“: Tögings Scott wird von Spielern und Fans angefeindet

Tögings Kapitän Christopher Scott.
+
Tögings Kapitän Christopher Scott.

Der FC Töging feierte im Spitzenspiel gegen die SK Srbija München einen wichtigen 2:1-Auswärtserfolg. Doch während der Partie wurde FCT-Kapitän Christopher Scott von Spielern und Fans der Münchner wegen seiner Regenbogen-Kapitänsbinde angefeindet. beinschuss.de sprach mit Scott über dieses Spiel und warum er zur Zielscheibe wurde.

Töging am Inn - Im Spitzenspiel der Bezirksliga Ost setzte sich der FC Töging am vergangenen Samstag mit 2:1 gegen den Aufsteiger SK Srbija München durch und feierte damit den dritten Sieg in Folge.

Tögings Huber erzielte den 2:1-Siegtreffer

Dabei gingen die Gastgeber bereits in der 14. Minute durch Andrej Skoro in Führung. Doch bereits nach knapp einer halben Stunden glich der FC Töging durch Stefan Denk aus. Den viel umjubelten Siegtreffer erzielte Alexander Huber zehn Minuten vor dem Ende. Durch den Auswärtssieg bleibt der FC Töging in der Bezirksliga Ost Tabellendritter und hat jetzt nur noch einen Punkt Rückstand auf die Münchner, die auf dem zweiten Tabellenplatz liegen.

Tögings Kapitän Scott: „Richtig schlimm wurde es erst in der zweiten Halbzeit“

Während des Top-Spiels kam es allerdings zu unschönen Vorfällen. Denn Christopher Scott wurde von gegnerischen Spielern und Zuschauern angefeindet und es kam laut dem Töginger Kapitän zu homophobe Äußerungen gegen ihn. Der Grund: seine Regenbogen-Kapitänsbinde.

„Von Anfang an habe ich gemerkt, dass meine Kapitänsbinde komisch angeschaut und auf sie gezeigt wird“, blickt Scott im Gespräch mit beinschuss.de auf dieses Spiel zurück. „Richtig schlimm wurde es aber erst in der zweiten Halbzeit.“

„Für mich leben diese Menschen noch in der Steinzeit“

Dabei sei er zunächst von Spielern bezüglich seiner Kapitänsbinde angesprochen worden. „Ein Spieler kam zu mir und meinte, dass ich meine Kapitänsbinde abnehmen solle, weil er sich dadurch provoziert und angegriffen fühlt“, erzählt der Töginger Kapitän. Im Laufe der Partie bekam Scott immer wieder homophobe Äußerungen in seine Richtung zu hören.

Durch den spannenden Spielverlauf wurde auch das Spiel immer umkämpfter und ruppiger. „Solche Zweikämpfe gehören aber auch dazu“, sagt Scott, fügt aber auch hinzu: „Diese offen schwulenfeindlichen Äußerungen dagegen kann und will ich nicht tolerieren. Für mich leben diese Menschen noch in der Steinzeit.“ Dabei tätigten die Spieler die Äußerungen offenbar so versteckt, dass der Schiedsrichter diese nicht ahnden konnte.

„Ich war überrascht und erschreckt von diesem Ausmaß“

Beim Treffer zum 2:1 durch Huber zeigte Tögings Kapitän beim Jubel ein Herz in Richtung der Zuschauer und zeigte auch auf seine Kapitänsbinde. „Das waren Emotionen. Ich sehe darin aber keine Art von Provokation“, sagt Scott. Im Zuge des Führungstreffers tätigte auch ein Zuschauer homophobe Äußerungen. „Der Schiedsrichter hat versucht, diese Person zu identifizieren, doch am Ende konnte der Schuldige nicht gefunden werden“, sagt Scott.

Dabei betont der Töginger Kapitän, dass nicht alle Spieler, Fans und Verantwortliche des Vereins solche Äußerungen tätigten. „Dennoch war ich überrascht und erschreckt von diesem Ausmaß. Das habe ich noch nie erlebt“, sagt Scott. „Dennoch bin ich auch nicht ganz überrascht. Leider gibt es diese Schwulenfeindlichkeit auch in unserem Land noch immer.“

Scott setzt ein Zeichen: „Jeder soll in unserem Verein willkommen sein“

Zivoad Belusevic, Abteilungsleiter Herren des SK Sribja München, sagt auf Nachfrage von beinschuss.de. „Ich habe von solchen Vorfällen nichts bekommen. Deshalb kann ich dazu nichts sagen.“

Alle Ergebnisse des 17. Spieltags aus der Bezirksliga Ost im Überblick.

Mit dem Tragen der Regenbogen-Kapitänsbinde will der Töginger Kapitän ein Zeichen setzen. „Jeder soll in unserem Verein willkommen sein, egal wer er ist oder woher er kommt. Alle sollen gleichberechtigt sein und sich offen zeigen können. Das ist doch das normalste der Welt“, sagt Scott. „Vor allem, wenn man aktuell die Diskussionen rund um die WM in Katar sieht, zeigt sich, wie wichtig dieses Thema ist.“

ma

Kommentare