Der Coach wechselt nach der Saison zum TSV Bad Endorf

Franz Pritzl im Interview: “Die zwei Jahre in Freilassing waren eine tolle Zeit"

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Franz Pritzl hofft mit seiner Mannschaft die restlichen neun Spiele bestreiten zu können, um sich von den Fans gebührend Verabschieden zu können.

Freilassing - Franz Pritzl, aktueller Trainer des ESV Freilassing, steht ab der kommenden Saison an der Seitenlinie des TSV Bad Endorf. Beinschuss.de hat mit dem 53-Jährigen über die Gründe des Wechsel gesprochen. Dabei verriet Pritzl, dass es sogar Angebote aus der dritten Liga in Österreich gab.

Im Winter verlor der ESV Freilassing seinen Toptorjäger Daniel Leitz. Der 27-Jährige wechselte nach Österreich zum SV Bürmoos. Zudem verkündete Trainer Franz Pritzl, dass er am Ende der Saison den Verein verlassen und den TSV Bad Endorf übernehmen wird. Im Interview mit Beinschuss.de spricht der 53-Jährige von seiner Zeit in Freilassing und über den Traum Landesliga.


Hallo Herr Pritzl, wie geht es Ihnen?

Franz Pritzl: “Mir und meiner Familie geht es gut soweit. Natürlich geht der Fußball derzeit ab, aber wir müssen jetzt Pause machen und geduldig sein.”


Ihr Wechsel zur kommenden Saison zum TSV Bad Endorf hat in der Winterpause für Aufsehen gesorgt. Was waren die Gründe dafür?

Pritzl: “Ich wohne in Bad Aibling und fahre 90 Kilometer nach Freilassing. Das Pendeln ging mir im zweiten Jahr an die Substanz, vor allem in der Vorbereitung. Der TSV Bad Endorf hat sich seit zwei Jahren immer wieder bei mir erkundigt und sich bemüht. Die gesamte Vorstandschaft hat mich dann in einem mehrstündigen persönlichen Gespräch dann letztendlich überzeugt, dass Bad Endorf für mich in der kommenden Saison der richtige Verein ist."

Gab es auch Angebote von anderen Vereinen?

Pritzl: “Ja. Sogar aus der dritten Liga in Österreich. Wenn ich keine Familie haben würde, wäre das Angebot für mich lukrativ gewesen und ich hätte es wahrscheinlich gemacht. Aber mit vier Trainingseinheiten sowie der Spiel Vor-und Nachbereitung und Trainingsgestaltung ist man dann beinahe schon ein Profitrainer. Da geht die Familie mit zwei schulpflichtigen Kindern vor."

Wie bewerten sie die Zeit in Freilassing?

Pritzl: “Die zwei Jahre in Freilassing waren eine tolle Zeit. Sportlich sind wir im ersten Jahr nach dem Abstieg und zahlreichen namhaften Abgängen völlig unerwartet Zweiter geworden. Leider fehlten zum ganz großen Wurf nur eine Minute, und wir wären im letzten Entscheidungsspiel gleich wieder aufgestiegen. Dieses Negativerlebnis war brutal, aber es hatte sicher auch seinen Grund. Ansonsten habe ich nette Spieler, ein tolles Umfeld sowie viele angenehme Menschen kennenlernen dürfen und bin immer offen empfangen worden. Auch die Zusammenarbeit mit der Abteilungsleitung und sportlichen Leitung war gut. Insofern hoffe ich, dass wir die restlichen Spiele noch bestreiten dürfen."

Wäre ein Aufstieg in die Landesliga ein gebührende Abschied?

Pritzl: “Na klar. In meiner Abschiedsrede an die Mannschaft habe ich aus Spaß gesagt, dass der ESV nächste Saison eine Liga höher spielen muss, damit ich keine sechs Punkte nächstes Jahr gegen sie holen muss (lacht).”

Im vergangenen Jahr scheiterten Sie mit ihrer Mannschaft denkbar knapp in der Relegation am Aufstieg. Wie groß ist die Hoffnung, dass es diesmal klappt?

Pritzl: “Wir haben derzeit einen Punkt Rückstand auf den Zweiten VfB Forstinning, die noch ein Spiel in der Hinterhand haben. Da ist natürlich Hoffnung da und wir haben nichts zu verlieren. Aber es wird für alle Vereine in der Rückserie nicht einfach, da wir derzeit eine zweite Vorbereitung absolvieren. Das ist für alle Trainer Neuland."

Was muss sich im Hinblick auf die Hinrunde verbessern, um den Traum Landesliga zu erreichen?

Pritzl: “Vor allem die Trainingsbeteiligung. In der Hinrunde waren viele im Urlaub oder verletzt, da hatten wir beinahe jede Woche eine neue Aufstellung. Deshalb waren wir nicht konstant genug. Dennoch sind wir aktuell Dritter und damit mehr als zufrieden. Wenn wir mehr Konstanz reinbringen und unsere Form erreichen, dann können wir nach vorne nochmals Druck ausüben."

Im Winter musstet ihr euren Toptorjäger Stefan Leitz ziehen lassen? Wie wollt ihr den Abgang auffangen?

Pritzl: “Der Kader ist nominell größer geworden. Wir haben einen erfahrenen Spieler aus der vierten österreichischen Liga verpflichtet, außerdem einen Stürmer und einen Sechser. Ob wir damit den Abgang von Leitz kompensieren können, werden wir sehen."

Wie halten sich Ihre Spieler derzeit fit?

Pritzl: “Wir haben den Spielern Trainingspläne an die Hand gegeben. Sie müssen pro Wochen zwei bis dreimal laufen und Stabilisations- und Kraftübungen absolvieren. Die kommenden drei Wochen haben wir mittwochs mit einem Fitnesstrainer ein live Training. Das soll für die Jungs einfach eine Abwechslung sein zum stupiden laufen. Die Situation ist zwar derzeit nicht einfach, aber wir müssen für eine eventuellen Start der Rückserie gerüstet sein.”

Also wäre es in eurem Sinne, dass die Saison zu Ende gespielt wird?

Pritzl: “In dieser Ausnahmesituation folgen wird natürlich der Entscheidung des BFV. Sollte es zu einem Abbruch kommen, dann respektieren wir das. Für mich wäre es aber das sinnvollste, die Saison zu Ende zu spielen, da es ansonsten für keinen gerecht ist. Wir hätten noch neun Spiele und die würden wir mit einigen englischen Wochen schnell zu Ende bekommen. Die neue Saison würde dann eben später starten."

Danke für das Interview

ma

Quelle: rosenheim24.de



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