Vom Enzingerboden um den Weißsee und zum Sonnblickkees

Das ewige Eis und was daraus wird

Der Schmelzwassersee, der vom spaltenreichen Sonnblickkees gespeist wird, ist der Höhepunkt unserer Tour!
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Der Schmelzwassersee, der vom spaltenreichen Sonnblickkees gespeist wird, ist der Höhepunkt unserer Tour!

Uttendorf – Jeden Freitag lesen Sie hier unseren Wander-Tipp. Dieses Mal geht es um den Weißsee.

Letzte Woche ging es auf einen Fast-Dreitausender am „ewigen Eis“, heute wird es etwas niedriger: Anstatt einen hohen Berggipfel zu ersteigen, geht’s um den Weißsee, der hauptsächlich vom frischen Quellwasser des Sonnblickkeeses gespeist wird. Dieses wiederum ist der Höhepunkt der heutigen Tour. Eine familienfreundliche Tour für jeden Geschmack wartet auf uns!


Rund um den Weißsee

Der Morgen erwacht über dem Enzingerboden.
Der Morgen erwacht über dem Enzingerboden. © Simon Schmalzgruber
Ein ordentliches Stück Weg liegt vor uns.
Ein ordentliches Stück Weg liegt vor uns. © Simon Schmalzgruber
Auf die Seilbahn können wir uns heute nicht verlassen. Die ist nämlich in Revision.
Auf die Seilbahn können wir uns heute nicht verlassen. Die ist nämlich in Revision. © Simon Schmalzgruber
Einmal rechts...
Einmal rechts... © Simon Schmalzgruber
...und schon geht‘s steil bergauf!
...und schon geht‘s steil bergauf! © Simon Schmalzgruber
Durch eine kleine Schlucht...
Durch eine kleine Schlucht... © Simon Schmalzgruber
...und über eine kleine Brücke...
...und über eine kleine Brücke... © Simon Schmalzgruber
...und schon sind wir am Grünsee!
...und schon sind wir am Grünsee! © Simon Schmalzgruber
Links der Seilbahntrasse geht‘s weiter...
Links der Seilbahntrasse geht‘s weiter... © Simon Schmalzgruber
...und wieder über eine kleine Brücke...
...und wieder über eine kleine Brücke... © Simon Schmalzgruber
...geht‘s komfortabel weiter!
...geht‘s komfortabel weiter! © Simon Schmalzgruber
Dank sehr guter Markierung ist ein Verlaufen schwierig!
Dank sehr guter Markierung ist ein Verlaufen schwierig! © Simon Schmalzgruber
Wo heut noch Wanderer wandeln, fahren im Winter Skifahrer.
Wo heut noch Wanderer wandeln, fahren im Winter Skifahrer. © Simon Schmalzgruber
Immer weiter der Baumgrenze entgegen...
Immer weiter der Baumgrenze entgegen... © Simon Schmalzgruber
...bis wir schon auf knapp 2.000 Metern sind.
...bis wir schon auf knapp 2.000 Metern sind. © Simon Schmalzgruber
Here comes the sun!
Here comes the sun! © Simon Schmalzgruber
Und eine Gams zeigt sich auch!
Und eine Gams zeigt sich auch! © Simon Schmalzgruber
Durch einen Canyon...
Durch einen Canyon... © Simon Schmalzgruber
...und über Wiesen...
...und über Wiesen... © Simon Schmalzgruber
...kommt die Staumauer bald in Sicht.
...kommt die Staumauer bald in Sicht. © Simon Schmalzgruber
Auch Granatspitze (rechts, 3.086 Meter) und Stubacher Sonnblick (3.088 Meter) zeigen sich jetzt!
Auch Granatspitze (rechts, 3.086 Meter) und Stubacher Sonnblick (3.088 Meter) zeigen sich jetzt! © Simon Schmalzgruber
Jetzt haben wir die Wahl:
Jetzt haben wir die Wahl:  © Simon Schmalzgruber
Rechts zur Staumauer runter und davor links...
Rechts zur Staumauer runter und davor links... © Simon Schmalzgruber
...oder links zur Rudolfshütte hinauf...
...oder links zur Rudolfshütte hinauf... © Simon Schmalzgruber
...um diesen schönen Tiefblick zu genießen!
...um diesen schönen Tiefblick zu genießen! © Simon Schmalzgruber
Auch die Gipfel der Hohen Fürleg präsentieren sich hier schön!
Auch die Gipfel der Hohen Fürleg präsentieren sich hier schön! © Simon Schmalzgruber
An der Rudolfshütte vorbei...
An der Rudolfshütte vorbei... © Simon Schmalzgruber
...entscheiden wir uns für ein Mittelding und steigen zum Ufer ab.
...entscheiden wir uns für ein Mittelding und steigen zum Ufer ab. © Simon Schmalzgruber
Das Wasser hat eine herrliche Farbe!
Das Wasser hat eine herrliche Farbe! © Simon Schmalzgruber
Wir gelangen an ein steinernes Toilettenhäuschen...
Wir gelangen an ein steinernes Toilettenhäuschen... © Simon Schmalzgruber
...und an einem burgartigen Gebilde...
...und an einem burgartigen Gebilde... © Simon Schmalzgruber
...geht‘s auf die Hohe Riffl (3.338 Meter) zu.
...geht‘s auf die Hohe Riffl (3.338 Meter) zu. © Simon Schmalzgruber
Wir gelangen an Rastplätze...
Wir gelangen an Rastplätze... © Simon Schmalzgruber
...ebenso wie an schöne „Stoamandl“.
...ebenso wie an schöne „Stoamandl“. © Simon Schmalzgruber
Eine Fülle an Touren ist von hier aus möglich!
Eine Fülle an Touren ist von hier aus möglich! © Simon Schmalzgruber
Jetzt geht‘s über die Brücke...
Jetzt geht‘s über die Brücke... © Simon Schmalzgruber
...und die Wege trennen sich.
...und die Wege trennen sich. © Simon Schmalzgruber
Wir bleiben auf dem breiteren Weg.
Wir bleiben auf dem breiteren Weg. © Simon Schmalzgruber
Wir folgen dem Wegweiser in Richtung „Gletscherweg Sonnblickkees“...
Wir folgen dem Wegweiser in Richtung „Gletscherweg Sonnblickkees“... © Simon Schmalzgruber
...und tanzen knapp überm Ufer.
...und tanzen knapp überm Ufer. © Simon Schmalzgruber
Mal direkt am Ufer...
Mal direkt am Ufer... © Simon Schmalzgruber
...mal drüber...
...mal drüber... © Simon Schmalzgruber
...dann wieder runter...
...dann wieder runter... © Simon Schmalzgruber
...geht es weiter!
...geht es weiter! © Simon Schmalzgruber
Wir halten uns wieder rechts...
Wir halten uns wieder rechts... © Simon Schmalzgruber
Wir folgen dem Steilaufschwung...
Wir folgen dem Steilaufschwung... © Simon Schmalzgruber
...bis wir am Sonnblickkees angelangt sind!
...bis wir am Sonnblickkees angelangt sind! © Simon Schmalzgruber
Wir verlassen wieder die Außenzone des Nationalparks.
Wir verlassen wieder die Außenzone des Nationalparks. © Simon Schmalzgruber
Ein letzter Blick zurück zum Hans-Gruber-Weg...
Ein letzter Blick zurück zum Hans-Gruber-Weg... © Simon Schmalzgruber
...und die Rudolfshütte ist schon wieder zum Greifen nahe!
...und die Rudolfshütte ist schon wieder zum Greifen nahe! © Simon Schmalzgruber
Servus, Weißsee!
Servus, Weißsee! © Simon Schmalzgruber

Die Wanderung im Überblick


Berg/Gipfel: Keiner.

Höhenmeter der Wanderung: Circa 1.100 Höhenmeter.

Wanderparkplatz/Adresse fürs Navi: Enzingerboden, 5723 Österreich, kostenlos

Gehzeit: Vier Stunden hinauf, zweieinhalb hinab.

Schwierigkeit: Technisch einfache, aber lange Tour, die ein gewisses Maß an Kondition erfordert.

Einkehrmöglichkeiten: Pizza Paletti, am Ausgangspunkt, Berggasthof Grünsee, circa 1.750 Meter, Berghotel Rudolfshütte, 2.310 Meter.

Wann sollte man aufpassen?

Ist die Wanderung für Anfänger geeignet? 5/5 Punkte: Da die meiste Wegstrecke auch durch die Seilbahn abgekürzt werden kann, ist diese Tour auch Anfängern zu empfehlen. Allerdings ist diese Option erst wieder ab dem 13.10. möglich, da sich die Seilbahn in Revision befindet.

Für Familien mit Kindern geeignet? 5/5: Auch für Familien ist die Tour zu empfehlen, allerdings sollte innerhalb der Revisionszeiten die Länge beachtet werden.

Für Hunde geeignet? 4/5: Im Gegensatz zur Hohen Fürleg müssen keine größeren Kletterstellen zurückgelegt werden. Allerdings könnten die Eisenstiegen am Hans-Gruber-Weg problematisch werden.

Lohnt der Gipfel-Ausblick? 3/5: Die große Fernsicht kann man im Hochtal leider nicht erwarten. Dennoch ergeben sich tolle Ausblicke auf die umliegende Bergwelt: Kitzsteinhorn und Hocheiser im Norden, Hohe Riffl, Johannisberg und Großglocknermassiv im Osten, Granatspitze, Stubacher Sonnblick und Hohe Fürleg im Westen.

Drei Gründe, warum sich die Wanderung lohnt

Eine Tour für (fast) alle: Durch den komfortablen Aufstieg (entweder per Seilbahn oder den gut präparierten Steig) und keiner großen Ausgesetztheit um den Weißsee herum ist die Tour im Grunde für jeden machbar!

Viele Rastmöglichkeiten: Etliche Bänke verteilen sich auf der Aufstiegsroute und um den See herum. Eine willkommene Gelegenheit also auch für diejenigen, deren Kräfte nicht ewig reichen.

Flora und Fauna: Da man sich am Rande des Nationalparks Hohe Tauern befindet, ist die Pflanzen- und Artenvielfalt am Weißsee groß: Nicht nur Gämsen können mit etwas Glück erspäht werden, sondern auch beispielsweise Murmeltiere und Gänsegeier, die hier öfters ihre Runden drehen.

Für wen die Tour nix ist

Außerhalb der Revisionszeiten herrscht hier oben durch die Seilbahn viel Betrieb. Wer die Einsamkeit sucht, wird höchstens auf den Dreitausendern drumherum fündig.

Und auf geht's!

Wir starten unsere Tour wie schon beim letzten Mal am Enzingerboden, der über eine 17 Kilometer lange, kehrenreiche Straße von Uttendorf zu erreichen ist. Von dort aus erreichen wir nach kurzem Marsch die Talstation der Weißsee Gletscherwelt Seilbahn, die allerdings durch die Revision momentan (13. September bis 13. Oktober) ihren Betrieb eingestellt hat. Also müssen wir über die steile und holprige Fahrstraße zu Fuß nach oben! Vorteilhaft ist aber, dass wir dadurch schnell an Höhe gewinnen. Nach spätestens einer Dreiviertelstunde haben wir schon die Mittelstation auf 1.780 Metern erreicht und das Berghotel Rudolfshütte rückt in greifbare Nähe. Dennoch müssen wir noch eine gute Wegstrecke bis dorthin zurücklegen: Bei den Schneekanonen, die die Skipiste bei schlechten Schneeverhältnissen im Winter beschneien, biegen wir nach links ab und wechseln auf den schmalen Steig.

Dadurch, dass er aber gut beschaffen sowie ausgezeichnet markiert ist, laufen wir kaum Gefahr, uns zu verlaufen. Wir bemerken kaum, wir wir fleißig Höhenmeter machen und gut eineinhalb Stunden, nachdem wir aufgebrochen sind, haben wir schon die Baumgrenze erreicht und befinden uns auf 2.000 Höhenmetern. Hin und wieder müssen wir Bachläufe überqueren und es wird etwas matschig. Aber keine Angst, im Schlamm versinken werden wir hier nicht!

Eine weitere halbe Stunde später steigen wir in einen kleinen Canyon ein, nun wird es etwas steiler. Diesen verlassen wir aber nach gut 20 Minuten wieder und bald schon kommt die Staumauer des Weißsees in Sicht. Ein paar Serpentinen später erblicken wir auch schon das Berghotel Rudolfshütte! Weitere 20 Minuten darauf haben wir zwei Optionen: Entweder, wir machen noch ein paar Höhenmeter und schauen beim Berghotel vorbei oder wir gehen kurz bevor wir die Staumauer überqueren nach links und wandeln auf dem kleinen Pfad, der direkt am Ufer entlangführt. Zuerst erreichen wir ein steinernes Toiletten- dann ein Wasserhäuschen, das wie eine kleine Burg im Wasser wirkt. Wir marschieren auf die Hohe Riffl mit ihren mächtigen Wänden und weißen Gletschern zu, doch keine Angst, den werden wir heute und auch in absehbarer Zeit nicht ersteigen. Kletterstellen im IIIer, kombiniert mit bis zu 40° Gletscherneigung über die Südwestflanke sind uns dann doch etwas zu taff!

Wir passieren die ersten kunstvoll im Wasser aufgerichteten Stoamandln und bewegen uns auf die zweite Staumauer zu. Diese überqueren wir nicht viel später über eine metallene Brücke und bewegen uns in Richtung des kegelförmigen Tauernkogels. Nach mehreren Abzweigungen, an denen wir uns stets rechts halten, befinden wir uns mal mehrere, mal weniger Meter über der Wasserkante. Hin und wieder müssen wiederum Bachläufe überquert werden, die gleich in den See münden. Nach einer weiteren Abzweigung, an der wir uns rechts halten, geht es bald ein paar Höhenmeter nach oben. Auch wenn das Sonnblickkees hier etwas versteckt erscheint, spätestens nach einer Stunde haben wir den Rand des Gletschers mit seinem türkisblauen Schmelzwassersee erreicht. Hier haben wir uns eine ausgiebige Rast verdient! Danach haben wir die Option, den Gletscherweg Sonnblickkees weiterzugehen, wir steigen allerdings über den Hans-Gruber-Weg wieder ab. Die Leitern hinunter und bald sind wir wieder auf Niveau des Wasserspiegels. Jetzt noch über die Staumauer und schon sind wir wieder am Berghotel Rudolfshütte. Jetzt noch zweieinhalb Stunden der Aufstiegsroute folgen und wir sind wieder am Ausgangspunkt!

Die passende Bekleidung und Ausrüstung zum Wandern und für andere Outdooraktivitäten, finden Sie bei McTREK im Aicherpark Rosenheim.

Simon Schmalzgruber

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