Wander-Tipp: Auf den Spuren der Geschichte

Von der Kaiserbuche um den Haunsberg

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Unscheinbar vor den Salzkammergut-Bergen erhebt sich der Haunsberg rechts von den Pallinger Windrädern.

Obertrum – Jeden Freitag lesen Sie hier unseren Wander-Tipp. Dieses Mal geht es auf die Kaiserbuche und den Haunsberg.

Ein Berg voller Kontraste – der Haunsberg zwischen Salzachtal und Trumer Seen. Von Deutschland aus ist er aufgrund seiner Radarkuppel, die für den Flughafen Salzburg Verwendung findet, auszumachen. Auf dem Haunsberg selber steht, bzw. stand die Kaiserbuche, die als das Wahrzeichen des nördlichen Flachgaus gilt. Die „originale“ aus dem Jahr 1779, die in Gedenken an einen inoffiziellen Besuch von Kaiser Joseph II. gepflanzt wurde, wurde 2004 Opfer eines Sturms. Nachdem an der Stelle eine zweite Buche vom ältesten Sohn des österreichisch-ungarischen Kaisers, Otto von Habsburg, gepflanzt wurde, fiel diese einem Vandalenakt zum Opfer. Mittlerweile steht eine dritte Buche – sicher eingezäunt, um eine dritte Beschädigung zu vermeiden. Neben der bekannten Kaiserbuche befinden sich auch noch etliche frühgeschichtliche Fundstellen, eine Sternwarte sowie Infotafeln auf dem Rundweg, die den Besuch des Haunsbergs attraktiv machen.

Die Wanderung im Überblick

Berg/Gipfel: Haunsberg, Salzkammergut-Berge, 835 Meter

Höhenmeter der Wanderung: circa 150 Meter

Wanderparkplatz/Adresse fürs Navi: Kaiserbuche, 5162, Obertrum am See

Gehzeit: 1 – 1 3/4 Stunden

Schwierigkeit: wenig schwierig

Einkehrmöglichkeiten: Gasthof Kaiserbuche, Start- und Endpunkt der Tour.

Wann sollte man aufpassen? Ungefähr ab der Hälfte wird der Weg etwas unwegsamer, ansonsten keine gefährlichen Stellen.

Ist die Wanderung für Anfänger geeignet? 5/5 Punkte: Lediglich an erwähntem Punkt ist etwas Vorsicht geboten – ansonsten überfordert die Tour aufgrund ihrer Kürze auch Anfänger nicht.

Für Familien mit Kindern geeignet? 4/5: Auch für Familienausflüge eignet sich der Haunsberg gut. Lediglich bei ganz kleinen Kindern, die noch im Kinderwagen geschoben werden müssen, ist die Tour abzuraten.

Für Hunde geeignet? 5/5: Sofern angeleint ist die Tour für Hundebesitzer überaus geeignet!

Lohnt der Gipfel-Ausblick? 3/5: Der viele Baumbewuchs stört leider an vielen Stellen. Dennoch ist bei guter Sicht ein Ausblick der Bergwelt von Inntal bis Totem Gebirge, bzw. im Norden bis zum Mühlviertel/Bayerischer Wald möglich!

Drei Gründe, warum sich die Wanderung lohnt

Kontraste: Wie erwähnt, wartet der Haunsberg mit vielen Erkundungsmöglichkeiten auf. Zudem können in einigen Schutthalden am Berg auch Fossilien gefunden werden, weswegen der Haunsberg auch getrost als Tagesauflug eingeplant werden kann. Zudem befindet sich seit 2018 mit der Sternwarte Vega eine Außenstelle des Hauses der Natur auf dem Berg.

Essen mit Aussicht: Ob Brotzeit (bei unseren österreichischen Nachbarn „Jause“ genannt), oder Einkehr im Gasthof Kaiserbuche, eins haben sie gemeinsam: eine tolle Aussicht auf die Berge des Salzkammerguts und den Dachstein!

Kürze: Durch die Dauer von nicht mal zwei Stunden bietet sich die Tour auch für unter der Woche nach dem Feierabend an.

Let's go!

Wir starten am großen Parkplatz, an dem es an sonnigen Tagen mitunter ziemlich zugehen kann. Mit Panorama auf die Berge des Salzkammerguts und bei guter Sicht sogar bis zum Mühlviertel passieren wir zuerst den Gasthof Kaiserbuche, dann eine Schranke. Auf dem gut angelegten und jüngst von Unwetterschäden befreiten Weg geht es weiter. 

Eine "kaiserliche" Rundtour an der Kaiserbuche

Die 2018 eröffnete Sternwarte Vega des Hauses de Natur.

Zahlreiche Infotafeln werden uns auf dem Weg unterkommen, die uns entweder die Aussicht, die Geologie, die Radarkuppel, die Sagen oder die Flora und Fauna des Berges erklären werden. Nach etwa fünf Minuten gelangen wir an die neu errichtete Sternwarte, diezwischen Oktober und Februar jeden Montag ab 20 Uhr bei klarer Sicht oder bei vorher vereinbarten Terminen besichtigt werden kann. Zudem gehört das Ein-Meter-Teleskop zu denleistungsstärksten in ganz Mitteleuropa! Nicht viel später haben wir schon die weithin sichtbare Radarkuppel der Austro Control vor uns und nach einem etwas steileren Stück sind wir schon da. Mit Blick aufs Bayerische Alpenvorland gehen wir zügig weiter, bis uns ein Wegweiser einen Stichweg zum Gipfel ausweist. Das steilste Stück bergauf überwinden wir in nicht mal fünf Minuten und stehen am 2014 errichteten Gipfelkreuz des Haunsbergs. Durch merkwürdige Codes in einem der Gipfelbücher können wir feststellen, dass dort auch ein Treffpunkt der Funkerszene ist. Da der baumbewachsene Gipfel sonst keine Aussicht bietet, gehen wir den gut ausgetretenen Pfad in Richtung Süden weiter. 

Blick auf das Salzburger Becken mit der angrenzenden Bergwelt.

Mäßig steil geht es nun bergab und an der nächsten Infotafel, die die Bedeutung des Flysch-Massivs für die Bevölkerung im Mittelalter porträtiert, treffen wir wieder auf den Weg, den wir genommen hätten, hätten wir uns nicht für die Besteigung des Gipfels entschieden. Weiter bergab gelangen wir über einen weiteren Stichweg an die Gabrielen-Aussicht. Aussicht ist hier jedoch relativ, denn anstatt eines schönen Blickes auf Salzburg bekommen wir nur eine auf die Bäume. Über einen nach Niederschlägensehr matschigen Weg gelangen wir an eine Weggabelung, die uns rechts nach Anthering runter führen würde. Wir nehmen den linken Weg und steigen auf dem Forstweg sanft wieder auf. Zwischendurch ergeben sich tatsächlich mal Ausblicke auf das Salzburger Becken, den Hohen Göll, den Watzmann, den Hundstod und den Hochkalter. 

Langsam aber sicher nähern wir uns wieder der Radarkuppel, passieren sie und gelangen alsbald an der Weggabelung wieder auf den Ausgangsweg. Kurz noch an der Sternwarte vorbei und wir stehen wieder dort, wo unsere Tour begann. Gemütlich auf der Wiese oder im Gasthof können wir nun den Tag ausklingen lassen.

Die passende Bekleidung und Ausrüstung zum Wandern und für andere Outdooraktivitäten, finden Sie bei McTREK im Aicherpark Rosenheim.

Simon Schmalzgruber

Quelle: rosenheim24.de

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