Salzburgs alleiniger Hausberg

Wanderung mit fantastischer Aussicht: Von Koppl auf den Gaisberg

+

Salzburg/Koppl – Jeden Freitag lesen Sie hier unseren Wander-Tipp. Dieses Mal geht es von Koppl auf den Gaisberg.

Der Titel dieser Tour mag etwas irreführend sein, stehen doch der Gaisberg auf der einen und der Untersberg auf der anderen Seite Salzburgs. Allerdings erstreckt sich letzterer über die Landesgrenze, weswegen er auch getrost als Hausberg der Grödiger, Bayerisch Gmainer oder Marktschellenberger bezeichnet werden könnte. Der Gaisberg allerdings liegt aufgrund seines geringen Umfangs quasigänzlich auf Salzburger Gemeindegebiet, nur sein Nordausläufer, der Nockstein gehört zur Gemeinde Koppl. Und von dort geht es auch zu unserem heutigen Ziel hinauf!


Die Wanderung im Überblick

Berg/Gipfel: Gaisberg, Salzkammergut-Berge, 1.287 Meter

Höhenmeter der Wanderung: Circa 500 Höhenmeter.


Wanderparkplatz/Adresse fürs Navi: Wanderparkplatz Koppl, Endpunkt der Nocksteinstraße im Ortsteil Weißbach (etwas schwierig zu finden).

Gehzeit: Eineinhalb bis zweieinhalb Stunden.

Schwierigkeit: Wenig schwierige und mäßig steile Tour, die teilweise mit Treppen entschärft wurde.

Einkehrmöglichkeiten: Mehrere Restaurants auf dem breiten Gaisberggipfelplateau.

Wann sollte man aufpassen? Durch Forstarbeiten und Unwetterschäden ist der Weg nicht immer zu finden, weswegen der Weg über den Nockstein als am sichersten erscheint.

Ist die Wanderung für Anfänger geeignet? 5/5 Punkte: Nicht nur der Aufstieg ist kurz, der Abstieg kann gar ganz entfallen: Dadurch, dass seit 1928 eine Straße bis auf den Gipfel führt, kann der Rückweg in die Stadt mit dem Bus zurückgelegt werden.

Für Familien mit Kindern geeignet? 5/5: Selbiges gilt für Familien: Sollten die Kinder keine Lust auf den Abstieg mehr haben, kann mit dem Bus zurückgefahren werden. Allerdings sollte dann wegen der Abgeschiedenheit des Parkplatzes nicht in Koppl gestartet werden.

Für Hunde geeignet? 5/5: Auch Hundebesitzer kommen am Gaisberg auf ihre Kosten: Der Weg ist nie zu steil und zu anstrengend, somit ist die Tour für Vierbeiner aller Art zu meistern!

Lohnt der Gipfel-Ausblick? 5/5: Dadurch, dass der Gaisberg exponiert als erste große Erhebung am Stadtrand steht, ist einerseits der Blick auf Salzburg und das Alpenvorland toll, andererseits zeigen sich auch Dachstein, das Salzkammergut, Göllstock, Watzmann und sogar der Großglockner. Bei guter Sicht ist gar der Blick bis zum Bayerischen Wald und ins Mühlviertel möglich!

Drei Gründe, warum sich die Wanderung lohnt

Die Aussicht: Der Gaisberg wird seiner Rolle als Hausberg der Stadt Salzburg voll und ganz gerecht. Scheinbar jedes Haus der 154.000 Einwohner-Stadt ist zu sehen, besonders stechen aber die Burg Hohensalzburg, der Dom, Europark und EM-Stadion sowie der Flughafen heraus. Und wie schon erwähnt, die Aussicht auf die Berge ist auch nicht schlecht.

Das kulinarische Angebot: Zwar gibt es keine Einkehrmöglichkeit auf der Tour, sehr wohl aber auf dem breiten Gipfelplateau. Durch die leichte Erreichbarkeit des Berges und somit ein erhöhtes Personenaufkommen muss allerdings mit höheren Preisen gerechnet werden.

Sonnenuntergänge: Selten sind die Sonnenuntergänge über einer europäischen Großstadt beeindruckender: Während Städte wie Innsbruck oder Klagenfurt damit zu kämpfen haben, dass die Berge den westlichen Horizont versperren oder wie in München über nicht ausreichend exponierte Punkte existieren, sind Sonnenuntergänge über Salzburg ein mehr oder weniger exklusives Privileg: Über 850 Meter ist man über der Mozartstadt und kann somit über die Häuser und über dem bayerischen Alpenvorland die Sonne untergehen sehen, die außerdem an einem der wenigen Zeiten am Tag den Chiemsee als schmalen Streifen am Horizont sichtbar werden lässt.

Möge die Bergfahrt beginnen!

Wir starten unsere Tour am kleinen und etwas schwer zu findenden Wanderparkplatz im Koppler Ortsteil Weißbach. Schilder warnen uns vor, dass der eigentliche Weg zum Gaisberggipfel durch Forstarbeiten gesperrt ist. Diese Warnungsollte man auch ernst nehmen, denn selbst wenn am Wochenende nicht im Wald gearbeitet wird, so versperren dutzende Bäume den Weiterweg, der schließlich irgendwo im Nirgendwo endet. Somit sollte der Umweg über den Nockstein in Kauf genommen werden, wenn wir noch weiter hinauf wollen. Zum Glück gibt es von hier zwei Optionen: Entweder gehen wir gleich rechts auf den Bauernhof zu und von dort aus den Weg weiter direkt auf den Nockstein zu oder wir folgen erst einmal dem Wegweiser in Richtung „Gaisbergspitze“. 

Nach gut zehn Minuten trennt sich der eigentliche, nicht zu empfehlende Weg zum Gaisberg und der zum Nockstein. Um eine größere Odyssee zu vermeiden, schlagen wir den rechten Weg ein. Zum Glück gewinnen wir zügig an Höhenmeter und gute 45 Minuten später treffen sich wieder alle Wege auf einem nun gut instand gehaltenen Pfad wieder. Das muss auch so, schließlich sind Nockstein und Gaisberg durch ihre Nähe zur viertgrößten Stadt Österreichs sehr beliebte Ziele und werden demnach häufig begangen. Und letzterer hat durchaus prominente Freunde: Bereits zum vierten Mal erwanderte Ende Juli der österreichische Bundespräsident Alexander van der Bellen zusammen mit Naturfreunden und Jugendlichen den Gaisberg. 

Von Koppl auf den Gaisberg

Vom Ristfeuchthorn lässt sich die Exponiertheit des Gaisbergs gut erkennen! © Simon Schmalzgruber
Noch haben wir die Wahl: Gehen wir den Weg in Richtung Gaisbergspitze oder gehen wir geradeaus auf den Bauernhof zu? © Simon Schmalzgruber
Wir nehmen ersteren Weg... © Simon Schmalzgruber
...und gehen uns gemütlich ein. © Simon Schmalzgruber
Keine zehn Minuten später erreichen wir den Wald! © Simon Schmalzgruber
Noch sind wir auf dem richtigen Weg. © Simon Schmalzgruber
Nun teilt er sich. Der Weiterweg nach rechts ist empfohlen... © Simon Schmalzgruber
...denn sonst landet man in der Wildnis. © Simon Schmalzgruber
Diese Fahrstraße endet irgendwann in einer Sackgasse! © Simon Schmalzgruber
Aber immerhin können wir Laubfrösche entdecken! © Sim on Schmalzgruber
"Ich glaub' ich steh' im Wald": Dreimal müssen derartige Gräben in steilerem Gelände überwunden werden. © Simon Schmalzgruber
Zum Glück befinden auch wir uns bald wieder auf dem Normalweg... © Simon Schmalzgruber
...der gut hergerichtet ist! © Simon Schmalzgruber
Nun gehen wir ein kleines Stück auf dem Gaisberg-Rundwanderweg. © Simon Schmalzgruber
Mit steigender Höhe wird auch der Ausblick, wie hier auf den Nockstein (1.043 Meter) möglich! © Simon Schmalzgruber
Nach einer guten Viertelstunde verlassen wir wieder dem breiten Weg und steigen links auf. © Simon Schmalzgruber
Weiter durch den Wald... © Simon Schmalzgruber
...überwinden wir eine... © Simon Schmalzgruber
...zwei... © Simon Schmalzgruber
...drei Treppen. © Simon Schmalzgruber
Auf einmal taucht der Sender Gaisberg auf! © Simon Schmalzgruber
Ein letztes Mal geht's über eine Treppe... © Simon Schmalzgruber
...und wir sind auf dem Gipfel angelangt! © Simon Schmalzgruber
Das Abendlicht taucht die Salzkammergutberge mit dem Dachstein (2.995 Meter), das Tennengebirge (Maximal 2.430 Meter) und den Göllstock (2.522 Meter)... © Simon Schmalzgruber
...sowie den Rest der Berchtesgadener Alpen mit Hochkönig (2.941 Meter), Funtenseetauern (2.578 Meter), der Schönfeldspitze (2.653 Meter) und Watzmann (2.713 Meter) in fast schon psychedelische Farben. © Simon Schmalzgruber
Neben dem Dachstein... © Simon Schmalzgruber
...ist auch der Gosaukamm mit der Großen Bischofsmütze (2.458 Meter) zu erkennen. © Simon Schmalzgruber
Das Roßfeld, auf das die höchstgelegene Straße Deutschlands führt, ist dem Göllstock vorgelagert. © Simon Schmalzgruber
Rechts der Schönfeldspitze befinden sich Breithorn (2.504 Meter) sowie leicht erkennbar Großes Wiesbachhorn (3.564 Meter) und Großglockner (3.798 Meter). © Simon Schmalzgruber
Dürfen in der Gipfelparade nicht fehlen: Watzmann... © Simon Schmalzgruber
...und Hochkalter (2.607 Meter). © Simon Schmalzgruber
Der Hochkönig ist mit seinen 2.941 Metern höchster Berg der Berchtesgadener Alpen. © Simon Schmalzgruber
Hochgern (1.748 Meter), Hochfelln (1.74 Meter) und Kampenwand (1.669 Meter) in den Chiemgauer Alpen geben einen noch krasseren Kontrast in der abendlichen Landschaft im Westen. © Simon Schmalzgruber
Nach Osten sehen wir wiederum zu Schafberg (1.782 Meter)... © Simon Schmalzgruber
...Traunstein (1.691 Meter)... © Simon Schmalzgruber
...Schober (1.328 Meter) und Höllengebirge (maximal 1.882 Meter). © Simon Schmalzgruber
Ein Blick hinunter zu Salzburgring... © Simon Schmalzgruber
...und Nockstein (1.043 Meter) ist möglich... © Simon Schmalzgruber
...ebenso wie zum Wallersee... © Simon S chmalzgruber
...den Trumer Seen... © Simon Schmalzgruber
...und zum Kolomannsberg (1.114 Meter) mit dem Bayerischen Wald und dem Mühlviertel im Hintergrund... © Simon Schmalzgruber
...welche sich auch jenseits des Kobernaußerwalds mit seinen Windrädern zeigen. © Simon Schmalzgruber
Der Blick nach Salzburg hinunter zeigt uns wiederum markante Gebäude der Stadt: Das viereckige EM-Stadion, der rotgefärbte Europark und das Casino Salzburg. © Simon Schmalzgruber
Kurz bevor die letzten Sonnenminuten des Tages anbrechen, werden die Seen des bayerischen Alpenvorlands, Chiemsee, Tachinger und Waginger sowie Abtsee angestrahlt. © Simon Schmalzgruber
Die untergehende Sonne gibt uns wiederum schöne Motive! © Simon Schmalzgruber
Auch ein kleiner Blick in den Reichenhaller Kessel ist möglich! © Simon Schmalzgruber
Weiter geht's mit der Gebäudeschau: Die Festung Hohensalzburg mitsamt der Salzburger Altstadt rechts davon. © Simon Schmalzgruber
Die Festung Hohensalzburg gilt mit einer bebauten Fläche 7.000m² zu den größten Burgen Europas und ist außerdem Österreichs meistbesuchte Attraktion des Landes außerhalb der Stadt Wien. © Simon Schmalzgruber
Außerdem zu sehen: Die gelbe Stiegl-Brauerei, die das meistgetrunkene Bier Österreichs produziert, das Max-Aicher-Stadion des SV Austria Salzburg, dahinter die Landesfeuerwehrschule, Hangar 7 und der Salzburger Flughafen. © Simon Schmalzgruber
Ist die Sonne untergegangen, scheint auch schlagartig Ruhe in den Tennengau einzukehren. © Simon Schmalzgruber

Eine gute Stunde nach dem Start wird der Weg wieder breiter, denn er trifft auf den Gaisberg-Rundwanderweg. Durch den sich lichtenden Wald wird nun ein erster Blick auf den schroffen Nockstein und das Alpenvorland möglich. Mehrere Bänke auf dem Weg verführen uns zu einer Rast, allerdings ist der Weg großteils schattig und somit weniger anstrengend als andere Anstiege. Eine Viertelstunde später zweigt ein Steig nach links ab und wir befinden uns erneut auf einem schmalen Steig nach oben. Zum Glück ist das alles aber technisch unschwierig, denn brenzligere Passagen werden durch Holztreppen entschärft. Außerdem helfen uns die zahlreichen Markierungen, sollten wir mal auf dem Weg abkommen. 

Treppen entschärfen steilere Passagen!
Ein Highlight auf dem Gipfelplateau: Die Sonnenuntergänge im Westen.

Drei Treppen später taucht auf einmal der 100 Meter hohe, rot-weiß gestreifte Sendemasten des Senders Gaisberg auf. Das Ziel ist also nicht mehr weit! Wir schrauben uns weiter und weiter den Berg hoch, gehen nochmal eine Treppe hoch und schon ist der Maschendrahtzaun, der Unbefugten den Zugang zum Sender mit seinen Technikräumen verwehrt, sichtbar. An diesem schlüpfen wir alsbald links vorbei, Drahtseilzäune passen auf, dass wir kurz vor dem Gipfel uns nicht doch noch versteigen und abstürzen. Dann sind wir aber auch schon auf 1.287 Metern oben und können die Aussicht auf die Berge des Salzkammerguts bis zum Dachstein, das Tennengebirge und die Berchtesgadener Alpen mit Göllstock, Hochkönig, Watzmann und Hochkalter genießen. 

Das großzügige Gipfelplateau des Gaisbergs bietet sich wunderbar an, noch ein bisschen dort oben zu verweilen und zu flanieren, schließlich ergibt sich an der Westseite ein weiterer toller Blick, diesmal auf Salzburg mit seiner Altstadt, das Salzachtal bis zum Pass Lueg und den Chiemsee an, der allerdings nur bei guten Licht- und Sichtverhältnissen erkennbar ist. Abstieg wie Aufstieg. 

Die passende Bekleidung und Ausrüstung zum Wandern und für andere Outdooraktivitäten, finden Sie bei McTREK im Aicherpark Rosenheim.

Simon Schmalzgruber

Quelle: rosenheim24.de



Auf den "Foasten-Schafberg" und seinen Trabanten

Auf den "Foasten-Schafberg" und seinen Trabanten

Von Koppl auf den Gaisberg

Von Koppl auf den Gaisberg

Eine "kaiserliche" Rundtour an der Kaiserbuche

Eine "kaiserliche" Rundtour an der Kaiserbuche

Kommentare