Vom Jagdhof um den Fuschlsee

Ein Stück Karibik im Salzkammergut

Ein letzter Blick auf Schober, Fuschlsee und den markanten Schafberg (1.782 Meter) dahinter.
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Ein letzter Blick auf Schober, Fuschlsee und den markanten Schafberg (1.782 Meter) dahinter.

Fuschl am See – Hier lesen Sie unseren Wander-Tipp. Dieses Mal geht es vom Parkplatz Jagdhof um den Fuschlsee.

Wie ein türkisfarbenes Juwel liegt der Fuschlsee am Eingang des Salzkammergutes. Auch wenn er weniger bekannt und weniger groß als seine prominenten Nachbarn Mond- und Wolfgangsee ist, hat er einiges zu bieten: Neben einer ausgezeichneten Wasserqualität und einer vielfältigen Unterwasserfauna befinden sich an seinem Nordufer ein Naturschutzgebiet sowie das Hotel Schloss Fuschl, das schon einige prominente Gesichter beherbergte. Genug Gründe, um ihm mal einen Besuch abzustatten!


Die Wanderung im Überblick

Berg/Gipfel: keiner.


Höhenmeter der Wanderung: Circa 100 Höhenmeter.

Wanderparkplatz/Adresse fürs Navi: Parkplatz Jagdhof, Wolfgangsee Str. 62, 5322 Vorderelsenwang, kostenlos.

Gehzeit: Circa fünf Stunden.

Schwierigkeit: Einfache Seeumrundung, die hier und da minimale Trittsicherheit verlangt.

Einkehrmöglichkeiten: Diverse Einkehrmöglichkeiten am Seeufer, vor allem in Fuschl am See.

Wann sollte man aufpassen? Ab und an führt der Weg an der vielbefahrenen Wolfgangseestraße vorbei, hier auf den Verkehr achten!

Ist die Wanderung für Anfänger geeignet? 5/5 Punkte: Nicht zu lang, nicht zu steil, nicht zu schwierig: Die Wanderung um den Fuschlsee eignet sich perfekt für Einsteiger!

Für Familien mit Kindern geeignet? 5/5: Auch für Familien ist die Tour empfehlenswert: Etliche Stellen am Seerand bieten Planschspaß, in den vielen Einkehrmöglichkeiten kann man sich zudem eine Erfrischung holen. Zusätzliches Plus: Durch eine gute Wegbeschaffenheit ist die Rundwanderung sogar kinderwagengerecht!

Für Hunde geeignet? 5/5: Auch Hundebesitzer kommen hier voll auf ihre Kosten. Einerseits unschwierig, andererseits bieten Bäche und das Seeufer Erfrischung für Herrchen wie Tierchen! Allerdings: Anleinen nicht vergessen!

Lohnt der Gipfel-Ausblick? 1/5: Dadurch, dass der Fuschlsee in einer Talsohle eingebettet liegt und man zudem nicht hoch hinauskommt, hat man bei dieser Tour keine großartige Aussicht. Lediglich der Schober steht eindrucksvoll über Fuschl und hin und wieder lassen sich Berge wie der Schafberg, der Kolomannsberg, der Filbling sowie Bergwerks- und Rettenkogel erspähen.

Drei Gründe, warum sich die Wanderung lohnt

Flora und Fauna: Nicht nur am Nordwestufer gelegenen Fuschlseemoor halten sich einige Pflanzen- und Vogelarten auf, auch in der Fuschlseeache und im See selbst zeigen sich unzählige Fische.

Eine Tour für alle: Nicht übermäßig lang, dazu technisch einfach: Eine Umrundung des Fuschlsees ist für jeden machbar!

Schloss Fuschl: Nicht nur diente das Schloss Fuschl als Kulisse für die legendäre „Sissi“-Trilogie in den Jahren 1955, ‚56 und ‚57, auch anderweitig hat sich das Jagdschloss aus der Renaissance einen Namen gemacht: So wurde es 1958 zu einem Fünf-Sterne-Hotel umgewandelt, in dem unter anderem Stars und Prominente wie Audrey Hepburn, Arnold Schwarzenegger, Marlene Dietrich, Roger Moore, Margaret Thatcher, Nikita Chruschtschow und Richard Nixon verkehrten.

Für wen die Tour nix ist

Ähnlich wie seine Nachbarn Mond- und Wolfgangsee ist auch auch der Fuschlsee an schönen Tagen sehr gut besucht. Wer also die Einsamkeit sucht, wird sie hier vergeblich suchen.

Auf geht's!

Wir starten unsere Tour am Parkplatz Jagdhof. Dabei müssen wir erst wieder ein paar Schritte in Richtung Salzburg machen, wollen wir doch nicht über den Golfplatz marschieren und dabei riskieren, von Golfbällen getroffen zu werden! Kurz vor dem Kreisverkehr geht es rechts in ein kleines Wohngebiet hinab, dort müssen wir darauf achten, dass wir nicht versehentlich auf einem Privatgelände landen. Nach gut zehn Minuten sind wir auf Seeniveau angekommen und ein Verlaufen ist nun schwer, schließlich helfen uns Schilder immer wieder bei der Orientierung. Wir haben die Wahl, im oder gegen den Uhrzeigersinn zu marschieren, wir entscheiden uns, gegen den Uhrzeigersinn zu marschieren.

Hier, im Schloss Fuschl, verkehrten schon einige bekannte Persönlichkeiten aus Film und Politik.

Bald kommen wir an einen weiteren Parkplatz, der allerdings kostenpflichtig ist. Eine Alternative, die wir aber in Betracht ziehen können, sollten wir oben beim Jagdhof keinen Parkplatz finden. Weitere zehn Minuten später sind wir am Ufer angekommen, wo wir uns am Hofer Naturbadestrand bereits ins Wasser stürzen könnten. Allerdings entscheiden wir uns erst einmal, unser eigentliches Vorhaben, den See zu umrunden, durchzuziehen. Wir steigen wieder ein paar Höhenmeter nach oben und in einem gemächlichen Auf und Ab geht’s in Richtung Südosten. Zehn Minuten, nachdem wir das Strandbad passiert haben, erreichen wir das Schloss Fuschl, das, wie bereits erwähnt viele prominente Gesichter gesehen hat. Für uns Normalsterbliche gilt allerdings: „Nur gucken, nicht anfassen!“ Aber zum Gucken gibt’s hier zum Glück genug, zeigt sich doch der Fuschlsee von hier von einer sehr schönen Seite!

Das türkise Wasser des Fuschlsees hat eine ausgezeichnete Qualität!

Mal Höhenmeter einbüßend, mal wieder gewinnend, mal an Menschenpulks vorbeischlängelnd geht es weiter in Richtung Fuschl am See. Gut zehn weitere Minuten nach dem Schloss tauchen wir wieder in den Wald ein, nun gehen wir direkt am, beziehungsweise über dem Ufer des Fuschlsees. Sein türkisblaues und doch sehr klares Wasser erinnert uns an karibische Gefilde, nur dass Haiattacken und Hurricanes hier eher unwahrscheinlich sind. Und salzig ist es auch nicht. Einzig die Preise für Kost und Logis, die kann man schon getrost als gesalzen bezeichnen. Darum empfiehlt es sich allemal, eine Brotzeit (oder Jausn, wie unsere österreichischen Freunde zu sagen pflegen) mitzunehmen. Gut eine Dreiviertelstunde, nachdem wir das Schloss passiert haben, ist ein Einblick in einen kleinen Canyon möglich. Ein weiteres kleines Juwel auf unserer Rundtour! Es geht wieder bergauf und bergab, mal rechts, mal links, bis wir schließlich wieder an die Wolfgangseestraße gelangen. Dort befindet auf der anderen Seite die Zentrale eines bekannten Brausekonzerns. Da die Straße allerdings vielbefahren ist und das Zuckerwasser eh ungesund ist, widmen wir den Dosen keine weitere Aufmerksamkeit. Zweimal biegen wir links ab und schon ist Fuschl, mit seinen rund 1.600 Einwohnern einziger direkt am See gelegener Ort, erreicht. Hier herrscht der meiste Betrieb, da etliche am See gelegene Restaurants und Eisdielen zur Einkehr einladen. Direkt über Fuschl steht der 1.328 Meter hohe Schober als imposanter Doppelgipfel da. Auf diesen laufen wir nun auch ein bisschen zu, aber bald schon biegen wir nach wieder links ab und laufen wieder am Ufer des Fuschlsees entlang. Jetzt zeigt sich auch der bewaldete Filbling, der mit 1.307 Metern nur unwesentlich niedriger als der Schober ist.

Nature reclaims!

Etwas später würde der Weg am Ufer weiterführen, allerdings gab es dort zum Zeitpunkt der Tour (Juni 2020) noch Bauarbeiten, weswegen eine gut halbstündige Umleitung in Kauf genommen werden musste. Auf einem asphaltierten Weg geht es erst an einem Bauernhof vorbei, dann mäßig steil wieder ein paar Höhenmeter nach oben. Zehn Minuten nach dem Bauernhof tauchen wir erneut in den Wald ein, wo sich die Möglichkeit bietet, an den Mondsee zu wandern, der nur wenige Kilometer Luftlinie entfernt liegt. Wir begnügen uns allerdings mit der Umrundung des Fuschlsees, sodass wir einige Meter über dem Ufer wieder in Richtung Ausgangspunkt marschieren. Weiterhin in gemächlichem Auf und Ab erreichen wir nach 50 Minuten das Ende des Waldes mit einem schönen Wegkreuz. Kurz danach biegen wir noch einmal links ab und durchqueren das Naturschutzgebiet Fuschlseemoor. Hier tritt auch die Fuschler Ache aus dem See, die, obwohl sie in sechs Kilometern Luftlinie in den Mondsee mündet, einen großen Bogen macht und erst nach 22 Kilometern entwässert. Überquert man diese über eine Brücke, kann man auch viele Forellen erkennen, die im klaren Wasser schwimmen. Das ist allerdings auch das letzte Highlight unserer Tour. Nicht viel später gelangen wir wieder auf den ursprüngliche Route. Jetzt noch einmal durch das Wohngebiet hoch, ein letztes Mal den Blick auf den Fuschlsee genießen und unser Ausgangspunkt ist wieder erreicht!

Die passende Bekleidung und Ausrüstung zum Wandern und für andere Outdooraktivitäten, finden Sie bei McTREK im Aicherpark Rosenheim.

Simon Schmalzgruber

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